Muhammad Yunus erhält den Karl Kübel Preis im Jubiläumsjahr der Stiftung

Der Friedensnobelpreisträger fordert eine temporäre Freigabe der COVID-19 Impfstoffpatente. Wir unterstützen diese Forderung.

Der Karl Kübel Preis wird Muhammad Yunus im nächsten Jahr überreicht, dann feiert die Stiftung ihr 50-jähriges Bestehen. © Sabrina Asche

Die Karl Kübel Stiftung zeichnet Prof. Dr. Muhammad Yunus aus Bangladesch im kommenden Jahr mit dem Karl Kübel Preis aus. Der Gründer der Grameen Bank erhält damit im Jubiläumsjahr der Stiftung – sie feiert 2022 ihr 50-jähriges Bestehen – den renommierten Award.

Aufgrund der COVID-Pandemie ist eine Ausreise aus Bangladesch derzeit nicht möglich, sodass die Stiftung sich zu einer Neuterminierung der Preisverleihung entschlossen hat. Prof. Yunus bedauert es sehr, dieses Jahr nicht kommen zu können. Er hat der Stiftung aber eine starke Botschaft und Forderung mitgegeben, um die weltweite Pandemie, die die Menschen seines Heimatlandes Bangladesch wie fast die gesamte Gemeinschaft der Entwicklungs- und Schwellenländer weiterhin besonders hart betrifft, zu beenden:

„Die sofortige temporäre Aufhebung der Patentrechte auf die COVID-19 Impfstoffe ist die unverzichtbare Voraussetzung für die massive Ausweitung der weltweiten Impfstoffproduktion. Damit können Millionen Menschenleben weltweit gerettet werden. Unsere Welt hat das Wissen, wie Menschen vor der Pandemie geschützt werden können. Es ist völlig untragbar, dieses Wissen nicht zu nutzen, nur um den Profit weniger Menschen zu schützen.“

In Bangladesch sind erst gut  8,5 % der 166 Millionen Menschen vollständig geimpft. Zum Vergleich: in Deutschland sind es über 60 % (Stand. 13. September 2021).

Matthias Wilkes, Vorsitzender des Stiftungsrates der Karl Kübel Stiftung, unterstützt diesen Vorstoß ausdrücklich: „Die Argumente, die gegen eine temporäre Freigabe der Patentrechte auf COVID-Impfstoffe angeführt werden, sind ausschließlich kurzsichtige Überlegungen, die mit nachhaltiger, globaler Verantwortung nichts gemein haben. Die Pandemie bietet den westlichen Regierungen die Chance zu zeigen, wie die Weltgemeinschaft gemeinsame Verantwortung versteht."

Erst der Impfschutz bietet wieder ein gewisses Maß an Normalität. Weltweit haben Millionen Kinder seit März 2020 keinen Schulunterricht mehr gehabt und sind aufgrund der weiter andauernden Pandemie möglicherweise dauerhaft von Bildung ausgeschlossen. „Die sich damit ergebende Abwärtsspirale, die letztlich in eine massive weltweite Zunahme von Armut, Unterernährung und Perspektivlosigkeit münden wird, muss schleunigst durchbrochen werden“, sagt Wilkes und fügt hinzu: „Wir bieten ansonsten einen weiteren Grund für zukünftige Flüchtlingsströme Richtung Westen und sind dafür mitverantwortlich. Alle ökonomischen und humanitären Argumente sprechen dafür, jetzt dringend von der westlichen Welt aus zu handeln.“

Die Verleihung des Dietmar Heeg Medienpreises 2021, die üblicherweise gemeinsam mit der Karl Kübel Preisverleihung erfolgt, wurde ebenfalls neu terminiert. Sie findet nun am Donnerstag, 23. September 2021, um 19 Uhr im Musiktheater Rex in Bensheim statt.

Der Karl Kübel Preis

Der Karl Kübel Preis wurde 1990 zum ersten Mal vergeben, insgesamt 15 Mal an Initiativen aus dem Bereich Kind und Familie. Seit 2015 zeichnet die Karl Kübel Stiftung mit dem Preis prominente Persönlichkeiten für ihr überdurchschnittlich hohes Engagement für Kinder und Familien aus.

2020 wurde der Unternehmer Dietmar Hopp ausgezeichnet.
2019 erhielt Königin Silvia von Schweden den Karl Kübel Preis.
2018 haben wir den Karl Kübel Preis an den Ex-Fußballnationalspieler Gerald Asamoah verliehen.
2017 ging der Preis an die Schauspielerin und Ärztin Dr. Maria Furtwängler.
2016 wurde der Sänger Peter Maffay ausgezeichnet.
2015 erhielt der Journalist Ulrich Wickert den Preis.

Ansprechpartnerin

Nicole Bärenstrauch
Tel.: (06251) 700527
E-Mail: n.baerenstrauch@kkstiftung.de

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