Muhammad Yunus erhält den Karl Kübel Preis im Jubiläumsjahr der Stiftung

Der Friedensnobelpreisträger fordert eine temporäre Freigabe der COVID-19 Impfstoffpatente. Wir unterstützen diese Forderung.

Der Karl Kübel Preis wird Muhammad Yunus im nächsten Jahr überreicht, dann feiert die Stiftung ihr 50-jähriges Bestehen. © Sabrina Asche

Die Karl Kübel Stiftung zeichnet Prof. Dr. Muhammad Yunus aus Bangladesch im Jubiläumjahr der Stiftung – sie feiert 2022 ihr 50-jähriges Bestehen – mit dem Karl Kübel Preis aus. Die Preisverleihung findet am 30. September um 14 Uhr im Musiktheater Rex in Bensheim statt.

Aufgrund der COVID-Pandemie war eine Ausreise aus Bangladesch im Herbst 2021 nicht möglich, sodass die Stiftung sich zu einer Neuterminierung der Preisverleihung entschlossen hat. Prof. Yunus bedauerte es sehr, nicht kommen zu können. Er hatte der Stiftung aber eine starke Botschaft und Forderung mitgegeben, um die weltweite Pandemie, die die Menschen seines Heimatlandes Bangladesch wie fast die gesamte Gemeinschaft der Entwicklungs- und Schwellenländer weiterhin besonders hart betrifft, zu beenden:

„Die sofortige temporäre Aufhebung der Patentrechte auf die COVID-19 Impfstoffe ist die unverzichtbare Voraussetzung für die massive Ausweitung der weltweiten Impfstoffproduktion. Damit können Millionen Menschenleben weltweit gerettet werden. Unsere Welt hat das Wissen, wie Menschen vor der Pandemie geschützt werden können. Es ist völlig untragbar, dieses Wissen nicht zu nutzen, nur um den Profit weniger Menschen zu schützen.“

Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens verleiht die Karl Kübel Stiftung in diesem Jahr zusätzlich zum Karl Kübel Preis und Dietmar Heeg Medienpreis einen Jubiläums-Sonderpreis an Sara und Sali Nuru. Die Schwestern werden für ihr besonderes Engagement für Frauen in Äthiopien ausgezeichnet.

Matthias Wilkes, Vorsitzender des Stiftungsrates der Karl Kübel Stiftung, unterstützt diesen Vorstoß ausdrücklich: „Die Argumente, die gegen eine temporäre Freigabe der Patentrechte auf COVID-Impfstoffe angeführt werden, sind ausschließlich kurzsichtige Überlegungen, die mit nachhaltiger, globaler Verantwortung nichts gemein haben. Die Pandemie bietet den westlichen Regierungen die Chance zu zeigen, wie die Weltgemeinschaft gemeinsame Verantwortung versteht."

Erst der Impfschutz bietet wieder ein gewisses Maß an Normalität. Weltweit haben Millionen Kinder seit März 2020 keinen Schulunterricht mehr gehabt und sind aufgrund der weiter andauernden Pandemie möglicherweise dauerhaft von Bildung ausgeschlossen. „Die sich damit ergebende Abwärtsspirale, die letztlich in eine massive weltweite Zunahme von Armut, Unterernährung und Perspektivlosigkeit münden wird, muss schleunigst durchbrochen werden“, sagt Wilkes und fügt hinzu: „Wir bieten ansonsten einen weiteren Grund für zukünftige Flüchtlingsströme Richtung Westen und sind dafür mitverantwortlich. Alle ökonomischen und humanitären Argumente sprechen dafür, jetzt dringend von der westlichen Welt aus zu handeln.“

Der Karl Kübel Preis

Der Karl Kübel Preis wurde 1990 zum ersten Mal vergeben, insgesamt 15 Mal an Initiativen aus dem Bereich Kind und Familie. Seit 2015 zeichnet die Karl Kübel Stiftung mit dem Preis prominente Persönlichkeiten für ihr überdurchschnittlich hohes Engagement für Kinder und Familien aus.

2020 wurde der Unternehmer Dietmar Hopp ausgezeichnet.
2019 erhielt Königin Silvia von Schweden den Karl Kübel Preis.
2018 haben wir den Karl Kübel Preis an den Ex-Fußballnationalspieler Gerald Asamoah verliehen.
2017 ging der Preis an die Schauspielerin und Ärztin Dr. Maria Furtwängler.
2016 wurde der Sänger Peter Maffay ausgezeichnet.
2015 erhielt der Journalist Ulrich Wickert den Preis.

Ansprechpartnerin

Nicole Bärenstrauch
Tel.: (06251) 700527
E-Mail: n.baerenstrauch@kkstiftung.de

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