Zwei Journalistinnen mit Dietmar Heeg Medienpreis ausgezeichnet

Anne Klesse und Dominique Klughammer sind die Preisträgerinnen 2022.

Die beiden Journalistinnen Anne Klesse (l.) und Dominique Klughammer überzeugten die Jury mit ihren Beiträgen zum Thema "Familie zählt! - Unternehmerisches Engagement für Eltern und Kinder." © Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu

Die Karl Kübel Stiftung verlieh den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Dietmar Heeg Medienpreis an die Journalistin Anne Klesse aus Hamburg und die Filmemacherin Dominique Klughammer aus München. Die Auszeichnung erfolgte im Rahmen der Karl Kübel Preisverleihung an Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus.

Der Medienpreis wurde nach dem verstorbenen Stiftungsratsmitglied Dietmar Heeg benannt. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Familie zählt! – Unternehmerisches Engagement für Eltern und Kinder“.

In ihrer Reportage „Ein Kleid für Laura“ erzählt Anne Klesse eindrucksvoll, was Sandra und Christian Brunner bewogen hat, ihr kleines Unternehmen „einzigNaht“ zu gründen: ihre kranke Tochter. Da es für Laura keine passende schöne Kleidung gab, nähte Sandra Brunner kurzerhand selbst welche. Inzwischen beliefert sie Kund*innen in der ganzen Welt. Mit ihrem Start-up zeigt Familie Brunner, dass es einen Weg gibt, um Inklusion in der Gesellschaft zu gestalten, und Klesse macht mit ihrem Text bewusst, „was Familie alles leisten kann, wenn man zusätzlich auch unternehmerischen Mut mitbringt“, so Jury-Mitglied Marc Wilhelm.

Der zweite ausgezeichnete Beitrag stammt von der TV-Journalistin Dominique Klughammer. In ihrer Dokumentation „Die Chancen-Schneiderin“ porträtiert sie Sina Trinkwalder, die mit ihrer ökosozialen Textilfirma „Manomama“ Menschen eine Chance gibt, die auf dem klassischen Arbeitsmarkt keinen Fuß fassen können. Doch ihr Engagement hat seinen Preis: Sina betreibt jahrelang Raubbau an ihrem Körper und an ihrer Seele. Irgendwann bricht sie zusammen und nimmt sich gezwungenermaßen eine Auszeit.

„Mega Geschichte, facettenreiche Protagonistin, handwerklich super gemacht – und am Ende bleibt unter anderem die Erkenntnis, dass du selbst mit einem Abi von 3,4 und zwei abgebrochenen Studiengängen einen wunderbaren Job machen kannst – im Fall von Sina Trinkwalder sogar einen, der unglaublich vielen Menschen hilft“, brachte es Marc Wilhelm in der Laudatio auf den Punkt. Belohnt wurde der Beitrag mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro, der von Klesse mit 4.000 Euro. Einen Teil ihres Preisgeldes will Klesse dem Verein "einzigArtige Inklusion" zugute kommen lassen, der Näh-Patenschaften anbietet, d.h. Kinder mit Behinderungen erhalten durch die Spende ein für sie angefertigtes Kleidungsstück.

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