Dietmar Heeg Medienpreis 2020 verliehen

Es wurden fünf Journalist*innen in den Kategorien Print, Hörfunk und TV ausgezeichnet.

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie verlieh den mit 10.000 Euro dotierten Dietmar Heeg Medienpreis an Barbara Bachmann, Marcela Drumm und das NDR-Filmteam Volkmar Kabisch, Amir Musawy, Britta von der Heide. Die Auszeichnung erfolgte bei der Karl Kübel Preisverleihung an Dietmar Hopp im Bensheimer Musiktheater Rex. 

Der Medienpreis wurde nach dem verstorbenen Stiftungsratsmitglied Dietmar Heeg benannt. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Familien mischen sich ein“. Aus rund 80 Bewerbungen wählte die Jury einen Zeitungsbeitrag, ein Radio-Feature und eine TV-Dokumentation aus.

Barbara Bachmann wurde für ihre Reportage „Auffallend schön“, die im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschien, ausgezeichnet. Die Journalistin schildert darin ihre Begegnungen und Gespräche mit dem australischen Model mit Down-Syndrom Madeline Stuart und deren Mutter Rosanne. Eine Woche hat sie die beiden während der New Yorker Fashion Week begleitet. Dabei tauchten viele Fragen auf, z.B. Wie kann eine junge Frau „Aktivistin für Inklusion“ sein, die gar nicht um ihren Aktionismus weiß? Welche Interessen hat die Mutter bei der Vermarktung ihrer Tochter? „Eine packende Reportage über die Liebe zwischen Mutter und Tochter, über menschliche Potentiale und Ambitionen“, so die Jury.

In ihrem Radio-Feature „Warum, warum Gymnasium“ geht Marcela Drumm der Frage nach, warum für viele Eltern diese Schulform die einzige Option zu sein scheint. Woher kommt der Druck, sein Kind aufs Gymnasium schicken zu müssen bzw. zu wollen. Ein Thema, das viele Familien belastet. Der Journalistin gelingt es, durch ihre unterhaltsame Erzählweise der Problematik gleichsam eine wohltuende Lockerheit zu verleihen. Dabei wird auch deutlich: Es muss keineswegs das Gymnasium sein.

Die TV-Dokumentation des NDR „Leonora – Wie ein Vater seine Tochter an den IS verlor“ von Volkmar Kabisch, Amir Musawy und Britta von der Heide zeigt, wie sich für Leonoras Vater mit einem Schlag alles verändert. Nachdem sich 2015 seine damals 15-jährige Tochter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anschließt, erlebt der Vater vier Jahre ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Hoffnungslosigkeit. Er trifft sich mit syrischen Schleusern, verhandelt mit Terroristen und versucht gleichzeitig, in Deutschland ein normales Leben zu führen. Das TV-Team hat den Vater in dieser Zeit begleitet und zeigt mit großer emotionaler Tiefe in der Dokumentation, was Familienmitglieder bereit sind, füreinander zu tun. Oder wie Leonoras Vater es an einer Stelle formuliert, ist es „das Wichtigste zu spüren: Du bist nicht alleine“.

Das Preisgeld wurde unter den Preisträger*innen, die bei der Veranstaltung live zugeschaltet waren, aufgeteilt. Je 2.500 Euro gingen an Barbara Bachmann und Marcela Drumm sowie 5.000 Euro an das TV-Team des NDR.

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