Dietmar Heeg Medienpreis 2019 verliehen

Der Award ging an zwei Berliner Journalist*innen

Der Filmemacher Norbert Lübbers und die Journalistin Antje Lang-Lendorff wurden mit dem Dietmar Heeg Medienpreis ausgezeichnet. (© Karl Kübel Stiftung/Thorsten Gutschalk, Thomas Neu)

Der Filmemacher Norbert Lübbers und die Journalistin Antje Lang-Lendorff wurden mit dem Dietmar Heeg Medienpreis ausgezeichnet. (© Karl Kübel Stiftung/Thorsten Gutschalk, Thomas Neu)

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie verlieh den mit 10.000 Euro dotierten Dietmar Heeg Medienpreis an Antje Lang-Lendorff und Norbert Lübbers. Die Auszeichnung erfolgte im Rahmen der Karl Kübel Preisverleihung an Königin Silvia von Schweden im Bensheimer Musiktheater Rex.

Der Medienpreis wurde nach dem verstorbenen Stiftungsratsmitglied Dietmar Heeg benannt. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Familie – Schutzraum für Kinder“. Aus rund 90 Bewerbungen wählte die Jury eine TV-Dokumentation und einen Zeitungsbeitrag aus. Das Preisgeld teilen sich die beiden Berliner Journalist*innen zu gleichen Teilen.

Antje Lang-Lendorff wurde für ihren Artikel „Unser Glück wohnt immer noch bei uns“, der in der taz am Wochenende erschien, ausgezeichnet. Schnörkellos skizziert die Journalistin darin die Geschichte einer Familie, die versucht, trotz einer vernichtenden Krankheitsdiagnose ein glückliches Leben zu führen. Ihre beiden Kinder leiden an der unheilbaren, sehr seltenen Krankheit Friedreich-Ataxie und werden mit der Zeit alles verlernen: Laufen, Sprechen, Sehen, Schlucken. Wie geht man mit einer solchen Diagnose im Alltag um? Das Wechselbad der Gefühle, das damit verbunden ist, spiegelt sich in prägnanten Dialogen, wie dem folgenden der beiden Brüder wider: „Wir werden irgendwann im Rollstuhl sitzen.“ - „Na und? Hauptsache er ist schnell.“ 

Die TV-Dokumentation „Ich bin Sophia!“ von Norbert Lübbers begleitet ein zehnjähriges Mädchen, das als Junge geboren wurde, und dessen Familie. Mit viel Fingerspitzengefühl vermittelt Lübbers in seinem Film, wie Sophia ihre eigene Veränderung erlebt. Dabei berührt er grundsätzliche ethische Fragen der Geschlechtsumwandlung. „Ich bin Sophia!“ zeigt eindrucksvoll die Komplexität des Themas Transsexualität. "Ich möchte mich bei Sophia bedanken", sagte der Filmemacher bei seiner Auszeichnung, "für ihre Offenheit und ihre Schlagfertigkeit. " In seinem Film gehe es ihm vor allem darum, der Gesellschaft zu zeigen, dass sich Transgenderkinder nicht ständig rechtfertigen müssten. Zum Schluss erklärte Lübbers: "Sophia hat mir einen Zettel für heute mitgegeben. Darauf steht: 'Ich will anderen Kindern mit dem Film Mut machen'.

„Beide Beiträge lassen uns die Entwicklung der Familien, ihre hellen und dunklen Momente hautnah miterleben. Sie wecken unser Mitgefühl, aber auch unsere Bewunderung“, erklärte Jury-Mitglied Christopher Wittich.

Die Medienpreisverleihung bildete den Auftakt zur Verleihung des Karl Kübel Preises 2019. Die Stiftung ehrte mit dem Award Königin Silvia von Schweden für ihr herausragendes Engagement für Kinder weltweit. 

Ansprechpartnerin

Nicole Bärenstrauch
Tel.: (06251) 700527
E-Mail: n.baerenstrauch@kkstiftung.de
 

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