weltwärts Süd-Nord: erste Erfahrungen und Eindrücke

Die Karl Kübel Stiftung begleitet die jungen Inder*innen während ihres Freiwilligendienstes an der Bergstraße.

Seit Anfang November sind Asha Grace Azhagura, Namrata Jena, Ammu Biju Nair und Apoorv Saini als Freiwillige in ihren Einsatzstellen an der Bergstraße tätig. Die vier jungen Inder*innen absolvieren dort einen achtmonatigen weltwärts-Freiwilligendienst. Wie waren die ersten Wochen? Wie haben sie sich eingelebt?

Apoorv und Namrata, die beide bei der Darmstädter Tafel im Einsatz sind, helfen z.B. beim Abholen der Lebensmittel von den Supermärkten, beim Sortieren des Gemüses und der Ausgabe des Mittagessens. „Zu Beginn war die Kommunikation schon eine Herausforderung“, sagt Namrata. Inzwischen klappt es ganz gut mit einem Mix aus Deutsch und Englisch. „Manchmal muss ich auch nur auf Mimik und Gestik achten, um zu verstehen. Ich habe auch schon viele neue Wörter gelernt, indem ich einfach versucht habe, mich auf Deutsch zu unterhalten“, fügt Apoorv hinzu.

Interessante Gespräche beim Abendessen

Er und Namrata sind auch bei derselben Gastfamilie untergebracht. Gemeinsam haben sie die Umgebung erkundet, haben Ausflüge nach Heppenheim, Heidelberg und Speyer gemacht. Oft sitzen sie mit den Gasteltern beim Abendessen noch länger zusammen und unterhalten sich. „Wir führen sehr interessante Gespräche über internationale Angelegenheiten, Geschichte, Kultur, Reisen und Gesundheit“, sagen die beiden, die auch ab und zu indisch für ihre Gasteltern kochen. Sie lieben die indische Küche, genauso wie die Gastmutter von Asha in Lorsch.

Weihnachten wird indisch gekocht

„Weihnachten gibt es Biryani“, verrät Asha. Die 25-jährige hat sich ebenfalls gut eingelebt und fühlt sich wohl. Die Adventszeit gefällt ihr. Gemeinsam mit ihrer Gastmutter hat sie Weihnachtsplätzchen und Christstollen gebacken und einen Adventskranz gebastelt. „Ich habe auch einen selbstgemachten Adventskalender von ihr bekommen“, sagt Asha, die sich bei der Behindertenhilfe Bergstraße in Bensheim einbringt. Sie unterstützt dort die schwerstbehinderten Menschen im Alltag, z.B. beim Essen oder bei gemeinsamen Beschäftigungen. Die Verständigung ist eine Herausforderung, aber es wird von Tag zu Tag besser. „Ich arbeite daran, mein Deutsch zu verbessern“, so Asha.

Schon viel in der Einsatzstelle gelernt

Ammu ist ebenfalls bei der Behindertenhilfe Bergstraße im Einsatz. Sie ist in deren Einrichtung in Lorsch in der Montagegruppe tätig und u.a. für die Endkontrolle zuständig. „Die behinderten Menschen können sich dort nach ihren Fähigkeiten und Vorlieben einbringen. Ich habe schon viel gelernt in den ersten Wochen“, sagt die 23-Jährige. Auch sie hat mit ihrer Gastfamilie die Umgebung erkundet, Weihnachtsplätzchen gebacken und das Haus weihnachtlich geschmückt. Ammu: „Der Übergang vom Herbst zum Winter war eine Augenweide. Ich finde die Städte in der Region Bergstraße, besonders in der Weihnachtszeit, atemberaubend. Besonders schön waren auch die Weihnachtsmärkte in Lorsch und Darmstadt. Ich hoffe, dass ich in naher Zukunft noch mehr Orte besuchen und neue Freunde finden werde.“

Das weltwärts-Team der Karl Kübel Stiftung, dem Dr. Kirsten Sames, Monika Gerz und Andrea Riehle angehören, betreuen die Freiwilligen. Die drei begleiten und unterstützen sie und stehen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite. So finden z.B. regelmäßig Seminartage statt, bei denen aktuelle Themen und Fragen der Freiwilligen besprochen werden. Beim Seminartag Anfang Dezember ging es z.B. um Unterschiede in der Kommunikation in Deutschland und Indien, die Tätigkeiten in den Einsatzstellen und Weihnachten.

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