Selbstvertrauen und wertvolle Erfahrungen gewonnen

Indische weltwärts-Freiwillige reisen nach einer interessanten und lehrreichen Zeit an der Bergstraße mit vielen schönen Erinnerungen wieder heim.

Nach knapp acht Monaten an der Bergstraße heißt es diese Woche Abschied nehmen für die drei weltwärts-Freiwilligen aus Indien. Wie haben sie ihren Einsatz hier erlebt? Mit welchen Eindrücken und Erfahrungen reisen sie heim?

„Ich habe mehr Selbstvertrauen gewonnen“, sagt Namrata Jena (28) stolz, die im Frühjahr allein nach Italien gereist ist, um sich u.a. Rom anzusehen. Früher hätte sie sich so etwas nicht zugetraut. Ab jetzt schon! Und nicht nur sie, auch Apoorv Saini und Ammu Biji erzählen, dass sie selbstbewusster und selbstständiger geworden sind.

„Heute kann ich auch mal ohne schlechtes Gewissen Nein sagen“, so Apoorv. Gemeinsam mit Namrata war der 27-Jährige bei der Darmstädter Tafel im Einsatz, hat dort Lebensmittel sortiert und an bedürftige Menschen verteilt und ihnen ein offenes Ohr geschenkt. Die Arbeit im Team und der Austausch mit vielen unterschiedlichen Menschen haben Apoorv offener werden lassen und dazu geführt, dass er heute Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Namrata nickt, auch sie hat der Umgang mit den Menschen sensibilisiert.

Für die Belange unterschiedlicher Menschen sensibilisiert 

Ammu, die bei der Behindertenhilfe Bergstraße in Lorsch Erfahrungen gesammelt hat, kann das nur bestätigen: „Mein Freiwilligendienst hat meine Sicht auf Menschen mit Behinderungen verändert und mir gezeigt, wie selbstständig sie leben und arbeiten können." Die 24-Jährige stand den Mitarbeiter*innen in der Montagegruppe zur Seite und war u.a. für die Endkontrolle zuständig. Der Einsatz habe ihr viel Freude gemacht, auch wenn es anfangs nicht so leicht mit der Verständigung gewesen sei.

Für die bhb ist „der Austausch mit den Freiwilligen, das Kennenlernen neuer Kulturen und das Entstehen von Freundschaften ein absoluter Gewinn“, sagt Martin Kersjes, Werkstattleiter in Lorsch. Bislang habe die bhb durchweg positive Erfahrungen mit dem weltwärts-Programm gemacht.

Eintauchen in den deutschen Alltag und die Kultur

Untergebracht waren die Freiwilligen in den vergangenen Monaten bei Gastfamilien. So erhielten sie einen Einblick in den deutschen Familienalltag und die hiesige Kultur. Deutsche Küche und Geschichte, die Weihnachtszeit, Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung – für die drei gab es viel zu entdecken und auszuprobieren. Ammu lernte hier z.B. schwimmen und Fahrradfahren. So ein interkultureller Austausch ist für alle Beteiligten eine Bereicherung: für die Freiwilligen, die Einsatzstellen und die Gastfamilien.

Ammus Gastmutter Gerda Brunnengräber aus Lorsch findet: „Es erweitert den Horizont." Gemeinsame Kochabende, Gespräche und Unternehmungen haben die beiden nähergebracht und Einblicke in die jeweilige Kultur ermöglicht. Auch die Gasteltern von Apoorv und Namrata, Nicola und Sebastian Krümpelmann aus Darmstadt, empfanden die gemeinsame Zeit als einen Gewinn. „Gerade in Krisenzeiten ist es schön, voneinander zu lernen“, so Sebastian Krümpelmann.

Gastfamilien gesucht
Im September kommen sechs neue Süd-Nord-Freiwillige an die Bergstraße, um sich in verschiedenen Einsatzstellen von Darmstadt bis Lorsch zu engagieren. Zum ersten Mal werden auch Freiwillige von den Philippinen dabei sein. Für alle sechs suchen wir für den Zeitraum von September 2022 bis April 2023 Gastfamilien. Gerne können Sie Monika Gerz, Telefon (06251) 700568, oder Dr. Kirsten Sames, Tel. (06251) 7005-76, kontaktieren oder sich per E-Mail melden: weltwaerts@kkstiftung.de

Vom weltwärts-Programm profieren alle Beteiligten

„Es freut uns, dass alle von diesem Austausch profitieren“, sagt Dr. Kirsten Sames von der Karl Kübel Stiftung. Sie und ihre Kollegin Monika Gerz stehen allen Beteiligten als Mentorin bzw. Ansprechpartnerin zur Seite. Neben dem interkulturellen Austausch und Lernen soll der weltwärts-Freiwilligendienst Süd-Nord dazu beitragen, dass die Teilnehmer*innen sich in ihrem Heimatland mit dem erworbenen Wissen und den neuen Erfahrungen für andere Menschen einsetzen und Denkanstöße geben. Das wird sicherlich geschehen. Ammu möchte künftig in Indien z.B. weiterhin mit behinderten Menschen arbeiten.

Für alle war die Zeit hier an der Bergstraße eine sehr interessante und lehrreiche Erfahrung, die sie nicht missen möchten. Namrata: „Es war eine meiner besten Entscheidungen.“

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