Mit gestärktem Selbstvertrauen geht´s zurück

Für unsere weltwärts-Freiwilligen von den Philippinen heißt es Ende Dezember Abschied nehmen. Nach acht Monaten Freiwilligendienst treten sie ihre Heimreise an.

Sechs junge Frauen und Männer von den Philippinen haben seit Mai einen Freiwilligendienst in Deutschland absolviert. Wir haben zwei von ihnen gefragt, wie sie ihre Zeit an der Bergstraße erlebt haben. 

Eine von ihnen ist Eden, die zuvor als Lehrerin arbeitete. Seit Mai unterstützte sie die "Behindertenhilfe Bergstrasse" (bhb) in Lorsch. Eine ganz neue Erfahrung, denn bisher hatte sie keinen Umgang mit Menschen mit Behinderung und verspürte deshalb anfänglich Berührungsängste. „Aber die habe ich überwinden können und eine enge Bindung zu den Menschen aufgebaut“, erzählt Eden, die dankbar für die tolle Unterstützung des Teams ist.

„Bei der Behindertenhilfe Bergstrasse behandeln sie mich wie eine Kollegin, nicht wie eine Freiwillige, die nur für acht Monate da ist. Mit viel Geduld haben sie mir alles erklärt, auch wenn nicht jeder Englisch spricht. Ich fühle mich dort sehr wohl“, so die Filipina.

Herzlich von der Gastfamilie aufgenommen

Vergleichbare Einrichtungen wie die bhb gibt es auf den Philippinen nicht. Eden ist von dem Konzept begeistert und möchte ihre Erfahrungen gern in ihrem Heimatland weitergeben. Während ihres Aufenthalts wohnt die 24-Jährige bei einer Gastfamilie in Lorsch, die sie herzlich aufgenommen und in den Familienalltag integriert hat. Besonders in Erinnerung bleiben wird ihr der 30. Hochzeitstag ihrer Gasteltern: „Die ganze Familie ist zusammengekommen und gemeinsam haben wir das Video ihrer Hochzeit angesehen.“

Für Eden war die Zeit als Freiwillige an der Bergstraße äußerst bereichernd. Sie hat nicht nur viel über das Land, die Menschen und die Arbeit mit Menschen mit Behinderung gelernt, sondern auch ihre Sprachkenntnisse vertieft: "Ich habe hier in Deutschland viel gelernt und eine völlig neue Perspektive auf mein Leben gewonnen. Ich weiß jetzt, wer ich bin und wie mein Lebensweg in Zukunft aussehen kann. Mit viel mehr Selbstvertrauen gehe ich zurück nach Hause.“

Freundschaften geschlossen

Joy, die ihren Freiwilligendienst beim Hofgut Oberfeld in Darmstadt absolviert hat, machte ähnliche Erfahrungen. Sich in einem ungewohnten Alltag fernab der Heimat zurechtzufinden, ist für sie eine Herausforderung, aber auch ein Abenteuer. „Eine fremde Kultur hautnah zu erleben ist eine sehr bereichernde Erfahrung. Ein Freiwilligendienst ermöglicht es nicht nur, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, sondern auch enge Kontakte zu Menschen zu knüpfen. Weitere Pluspunkte sind die tiefen Freundschaften, die dabei entstehen“, sagt sie.

Die Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb war für Joy nichts Neues. Zuhause auf den Philippinen ist sie auf einer Farm groß geworden und hat einen agrarwissenschaftlichen Studiengang absolviert. Dennoch konnte sie viele spannende und erkenntnisreiche Erfahrungen in Deutschland sammeln. Sie ist dankbar für den respektvollen Umgang, den sie dort erfuhr. „Was mich wirklich begeistert ist die Art und Weise, wie dieser landwirtschaftliche Betrieb geführt und organisiert wird. Ein solches System würde ich mir sehr für die Philippinen wünschen. Jeden Morgen treffen sich alle Mitarbeiter und besprechen die Aufgaben des Tages. Alles läuft auf Augenhöhe ab und jeder hat ein Mitspracherecht“, berichtet Joy.  

Während ihres Aufenthalts nutze sie die Gelegenheit zum Reisen und besuchte beispielsweise Spanien, die Niederlande und Italien. Ein besonderes Highlight war für sie ein Ausflug in die Schweiz, mit dem sie sich einen großen Traum erfüllte: „Die imposante Berglandschaft ist faszinierend.“

Neue Sicht auf vieles

Auch Joy beendet ihren Freiwilligendienst mit gestärktem Selbstbewusstsein und Ehrgeiz: „Meine Zeit in Deutschland und die Menschen, die ich hier treffen durfte, haben mir die Augen geöffnet. Ich habe jetzt eine völlig neue Sichtweise auf meine beruflichen Möglichkeiten. Ich möchte nicht nur als Angestellte auf einer Farm arbeiten. Für meine Familie und mich möchte ich mehr erreichen!“

Unsere weltwärts-Freiwilligen werden von unseren Referentinnen Dr. Kirsten Sames und Monika Gerz vor, während und nach dem weltwärts-Einsatz betreut. Sie unterstützen die jungen Menschen und stehen ihnen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite.

Mehr Infos über das weltwärts-Programm in unserer Stiftung gibt es hier.

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