Endlich! Weltwärts-Einsatz in Deutschland kann beginnen

Die Karl Kübel Stiftung begleitet die vier jungen Inder*innen während ihres Aufenthaltes

Die Freiwilligen auf dem Weg zur Stiftung (v.l.): Asha Grace Azhagzraj, Namrata Jena, Apoorv Saini und Ammu Biju Nair. © Karl Kübel Stiftung

„Ich konnte es gar nicht fassen, dass wir in Deutschland sind“, erinnert sich Asha Grace Azhaguraj an ihre Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen. Mitte Oktober traf die 25-Jährige aus Chennai mit drei weiteren Inder*innen ein, um hier an der Bergstraße einen weltwärts-Freiwilligendienst zu absolvieren.

Lange hatten die vier darauf warten müssen, denn aufgrund der Corona-Pandemie musste die Reise immer wieder verschoben werden. Ursprünglich wollten sie im Mai 2020 kommen. „Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben“, sagt Ammu Biju Nair. Die 23-Jährige und Asha werden in den kommenden sieben Monaten bei der Behindertenhilfe Bergstraße im Einsatz sein. Beide haben auch schon in Indien kurze Zeit mit bzw. für Menschen mit Behinderungen gearbeitet und möchten hier nun einen Einblick in die Sozialarbeit mit behinderten Menschen bekommen und erfahren, wie sie gefördert werden.

Darüber hinaus freuen sich die beiden, mehr über die Menschen und Kultur in Deutschland zu erfahren und sich persönlich weiterentwickeln zu können. Damit sie einen Einblick in den Familienalltag bekommen, wohnen die vier Freiwilligen bei Gastfamilien in Lorsch und Darmstadt-Eberstadt.

Mit der Straßenbahn geht´s von Eberstadt aus künftig für Apoorv Saini (26) und Namrata Jena (28) Richtung Darmstädter Innenstadt zur Tafel. „Für mich stand von Anfang an fest, dass ich dort meinen Freiwilligendienst machen möchte“, sagt Namrata. Ernährung ist ihr Thema - beruflich wie privat. In den vergangenen Jahren beschäftigte sie sich mit Programmen, um die Unterernährung in Nordindien zu reduzieren. Privat kocht sie gern und sieht sich gern Kochshows im Fernsehen an. Als sie und Apoorv von einer gemeinsamen Kollegin, die 2017 einen Freiwilligendienst an der Bergstraße absolvierte, von dem weltwärts-Programm Süd-Nord erfuhren, bewarben sie sich.

Die Karl Kübel Stiftung bietet seit 2008 einen achtmonatigen weltwärts-Freiwilligendienst für junge Menschen in Asien an, seit 2016 auch für Inder*innen in Deutschland. Bislang haben mehr als 200 junge Frauen und Männer, darunter 14 aus Indien, einen Freiwilligendienst absolviert.

Beide reizt es, neue Ansätze für die Arbeit und eine andere Kultur kennenzulernen sowie neue Perspektiven einzunehmen. „Ich interessiere mich für ökologische Landwirtschaft und Nachhaltigkeit. Vielleicht funktioniert das Modell der Darmstädter Tafel auch für andere Bereiche“, sagt Aproov. In den kommenden Monaten kann er es herausfinden.

Die jungen Inder*innen werden von Dr. Kirsten Sames, Monika Gerz und Andrea Riehle betreut. Sie begleiten und unterstützen die Freiwilligen und stehen ihnen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite.

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