Neues Beratungsangebot für Pflegefamilien stößt auf positive Resonanz

Fortbildung zur ABC-Berater*in: zweiter Jahrgang gestartet

Eine Gruppe Frauen, die sich fürs Foto aufgestellt haben.

Die Teilnehmerinnen des zweiten Fortbildungsjahrgangs zur ABC-Beraterin mit ihren Trainerinnen und Praxisbegleitungen. © Karl Kübel Stiftung

Die ersten zehn Beraterinnen, die Pflegefamilien nach dem Ansatz „Attachment and Biobehavioral Catch-up“ (ABC) unterstützen können, haben in diesem Jahr erfolgreich ihre Fortbildung abgeschlossen. Jetzt startete der zweite Jahrgang im Odenwald-Institut der Karl Kübel Stiftung mit der Fortbildung zur ABC-Berater*in.

Der ABC-Ansatz fördert den Aufbau positiver Bindungsbeziehungen in Pflegefamilien, die vor besonderen Herausforderungen stehen. Pflegeeltern müssen z.B. dem Pflegekind bei der Verarbeitung von Trennung und Bindungsproblemen helfen, es in die Familie integrieren und die Integration in die soziale Umgebung fördern. 

In der Fortbildung zur ABC-Berater*in lernen die Teilnehmerinnen, wie sie feinfühliges und fürsorgliches Verhalten von Pflegeeltern fördern können, damit sie sichere Bindungsbeziehungen zum Kind aufbauen können. Die angehenden Beraterinnen werden künftig die Eltern unterstützen, die Signale des Kindes besser lesen und deuten zu können sowie ihr eigenes Verhalten zu reflektieren. Das Besondere an der Ausbildung ist die kontinuierliche Praxisbegleitung, die die Fachkräfte erhalten, um zu trainieren, wie sie den ABC-Ansatz bestmöglich umsetzen können. Dazu werden die Besuche in den Familien auf Video aufgezeichnet und gemeinsam mit den Praxisbegleitungen besprochen.

ABC-Fortbildung ist sehr sehr bedarfs- und praxisorientiert

Die Erfahrungen der Fachkräfte des ersten Fortbildungsjahrgangs mit dem ABC-Ansatz sind sehr positiv, weil er sehr bedarfs- und praxisorientiert ist. Miriam Marhöfer berichtet, dass sie den Pflegefamilien zum Beispiel anhand der Videos genau zeigen konnte, was ABC in der Praxis heißt: fürsorgliches Verhalten dem Kind gegenüber zeigen und beängstigendes Verhalten und Machtkämpfe vermeiden. „Durch die zehn wöchentlichen Besuche in den Familien entsteht auch ein größeres Vertrauensverhältnis, das ich als sehr positiv empfinde“, so die Sozialpädagogin. Marhöfer arbeitet bei der Stadt Mannheim im Pflegekinderdienst und der Fachstelle für Adoption und ist von dem ABC-Ansatz begeistert. 

Der Pflegekinderdienst Mannheim wird das ABC-Programm nun als Standard für jede Pflegefamilie einführen, die ein Kind aufnimmt, und es werden weitere ABC-Berater*innen ausgebildet. Eine von Marhöfers Kolleginnen ist jetzt beim zweiten Ausbildungsjahrgang dabei. Neben Mannheim planen weitere Modellstandorte, die ABC-Beratungen auszubauen.

Möglichst viele Pflegefamilien sollen von dem Beratungsansatz profitieren

„Von den Pflegefamilien haben wir ebenfalls viele positive Rückmeldungen zur ABC-Beratung erhalten. Sie schätzen besonders die enge Begleitung und das kontinuierliche Feedback in der Interaktion mit ihrem Kind“, sagt Melanie Gehring-Weigele vom Odenwald-Institut, die für das Projekt verantwortlich ist. Gehring-Weigele: „Die Pflegefamilien wünschen sich, dass möglichst viele weitere Familien von diesem wertvollen Beratungsansatz profitieren können.“ Das ist auch Ziel unserer Stiftung, die das ABC-Programm in ganz Deutschland etablieren möchte. Im Dezember 2026 startet der dritte Fortbildungsjahrgang zur ABC-Berater*in im Odenwald-Institut. Die Anmeldung erfolgt über die Website des Odenwald-Instituts.

Ansprechpartnerin

Annemieke Hellriegel 
Tel.: (06251) 700552
E-Mail: a.hellriegel@kkstiftung.de

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