60 neue Lernzentren für 2.000 Kinder in Indien

Merck Family Foundation fördert Homeschooling-Projekte mit 160.000 Euro

Die Corona-Pandemie trifft Kinder und Familien in unseren Projektgebieten in Indien besonders hart: Arbeitsmöglichkeiten sind weggebrochen und Schulen seit Monaten geschlossen. Deshalb ermöglichen wir mit unseren Partnern Homeschooling, Lebensmittelhilfe und alternative Einkommensmöglichkeiten. Dank der Merck Family Foundation können wir diese und weitere Angebote nun weiter ausbauen.

Die Merck Family Foundation fördert unsere Projekte mit 160.000 Euro, sodass mehr Kinder in Corona-Zeiten unterrichtet werden und ihre Familien sich eine Existenz aufbauen können. „In der Pandemie ist unsere Hilfe wichtiger denn je. In vielen Ländern bedeuten Ausgangssperren für Kinder nicht nur verpassten Unterricht, sondern zu oft auch Hunger, Schulabbruch und Kinderarbeit“, erläutert Dr. Walter Huber, Geschäftsführer der Merck Family Foundation, das Engagement der Stiftung.    

„Wir freuen uns sehr über diese finanzielle Förderung. Seit Jahren arbeiten die Merck Family Foundation und die Karl Kübel Stiftung zusammen, um Menschen in Not zu helfen“, sagt Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung.

Durch Homeschooling die Zunahme von Kinderarbeit verhindern

Die Sorge, dass Eltern aufgrund ihrer wirtschaftlichen Not ihre Kinder dazu drängen, zum mageren Familieneinkommen beizutragen, ist groß. Zudem kostet Bildung, insbesondere wenn es sich um weiterführende Schulen handelt. "Millionen Kinder laufen Gefahr, als Folge der Krise wieder in die Kinderarbeit gestoßen zu werden", teilten das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mit.

Dieser Gefahr wollen wir mit unseren Homeschooling-Projekten begegnen. Gemeinsam mit drei Partnerorganisationen planen wir, in unseren Projektgebieten in Tamil Nadu (Südindien) insgesamt 60 weitere dezentrale Lernzentren für 2.000 Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren einzurichten. Seit Frühjahr 2020 sind dort die meisten Schulen geschlossen und eine flächendeckende Öffnung ist nach wie vor nicht in Sicht. Daher sind Unterrichtsangebote so wichtig. Wo möglich, soll für die höheren Jahrgänge (Kinder zwischen 12 und 15 Jahren) mit technischer Unterstützung (Laptop, Bildschirm, etc.) gearbeitet werden. Damit wollen wir verhindern, dass die Kinder, vor allem Mädchen, später nicht den Anschluss an den regulären Schulbetrieb verlieren und von ihren Familien gedrängt werden, die Schule abzubrechen.

Im Lernzentrum gibt es auch ein Mittagessen

In den neuen Lernzentren werden die Kinder von geschultem Lehrpersonal unterrichtet und erhalten eine warme Mahlzeit am Tag. Mittagessen ist normalerweise fester Bestandteil des Regelschulunterrichts und hat in der Vergangenheit wesentlich zur ausreichenden und ausgewogenen Versorgung der Kinder beigetragen. Mit dem Wegfall des Regelschulunterrichts in den zurückliegenden Monaten ist diese wichtige Nahrungsquelle weggefallen.

Um die Kinder und ihre Familien vor einer Corona-Infektion und anderen Krankheiten zu schützen, werden die Kinder regelmäßig in den Lernzentren untersucht. Für die ältere Bevölkerung sind Aufklärungskampagnen und kostenlose Gesundheitscamps geplant. Gleiches gilt für junge Mütter, die z.T. wegen der Corona-Gefahr nicht mehr in den staatlichen Gesundheitsstationen versorgt werden oder die sich aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr zu den Krankenstationen begeben.

Kleinkredite und Schulungen ermöglichen neue Einkommensquellen

Darüber hinaus wollen wir Familien, insbesondere Frauen, durch Kleinkredite und Schulungen dabei unterstützen, alternative Einkommensquellen zu erschließen, z.B. die Produktion von Gesichtsmasken, Herstellung von Seifen, Desinfektionsmitteln oder nährstoffreicher Nahrung.

Die verschiedenen Maßnahmen bauen auf den Erfahrungen auf, die wir seit Sommer 2020 in unseren Homeschooling-Projekten gemacht haben. Dort stellen unsere Projektpartner digitale Inhalte für die wenigen Haushalte mit Internetzugang bereit sowie spezielles Lernmaterial für Familien und Kinder ohne Internetzugang. Sehr wichtig ist auch, die Kinder in ihren Dörfern zu besuchen und sie dort unter Einhaltung der Abstandsregeln z.T. im Freien zu unterrichten. Zugleich können sich die Lehrkräfte dabei einen Überblick über die Ernährung der Kinder verschaffen und bei Bedarf Familien gezielt mit Nahrungsmitteln unterstützen.

Unterstützen Sie unsere Bildungsarbeit im In- und Ausland, damit noch mehr Kinder eine Chance auf ein besseres Leben erhalten!

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