Familienzentren als Orte gelebter Demokratie

Die Karl Kübel Stiftung begleitet bis Ende 2022 Familienzentren auf dem Weg zum Leuchtturm-Zentrum der Demokratie.

In Familienzentren erleben Kinder und Eltern Vielfalt. Sie können sich einbringen und somit an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes mitwirken. © Karl Kübel Stiftung / Stefanie Kösling

Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zunehmen, ist Demokratieförderung wichtiger denn je. Deshalb haben wir ein neues Projekt gestartet, um das Vertrauen in die Demokratie zu stärken, was gelingt, wenn Menschen Vielfalt erleben und sie die Erfahrung machen, dass sie ihre Lebenswelten aktiv mitgestalten können. 

Je früher in der Kindheit ein solches Vertrauen in die Demokratie erfahren wird, desto besser, weil so die Weichen für ein respektvolles und gewaltfreies Miteinander gestellt werden. Daher setzen wir mit unserem Projekt dort an, wo wir Kinder und Eltern erreichen: in Familienzentren.

In Familienzentren wird Vielfalt gelebt

Familienzentren im Sinne des Bundesverbandes der Familienzentren, der Kooperationspartner in diesem Projekt ist, bieten eine optimale Umgebung für alltäglich gelebte Demokratie. Denn in Familienzentren wird Vielfalt gelebt. Sie sind niedrigschwellig, stehen allen Familien offen und gelten als Begegnungsstätte von unterschiedlichen Menschen. Hier treffen sich Eltern und Kinder verschiedener sozialer Milieus, Nationalitäten und Religionszugehörigkeiten, Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Bedarfen. Familienzentren bieten somit die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven kennenzulernen und sich auszutauschen.

In Familienzentren wird Demokratie vorgelebt

Kinder erleben hier zum einen, dass sie aktiv an Entscheidungen teilhaben können. Zum anderen werden demokratische Prozesse von Fachkräften der Einrichtung und von ihren Eltern vorgelebt. Da Eltern einen sehr großen Einfluss auf ihre Kinder haben, ist es wichtig, sie in dieser Rolle zu unterstützen und sie gezielt bei der aktiven Mitgestaltung der Familienzentren einzubinden.

Die aktive Teilhabe aller hat in Familienzentren eine zentrale Bedeutung. Jede*r kann sich einbringen und an der Entwicklung „seines“ Familienzentrums und damit an der Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes mitwirken. In vielen Familienzentren gibt es z.B. regemäßige Befragungen zum Bedarf der Familien und der gemeinsamen Umsetzung von Angeboten. Dadurch erfahren Familien Selbstwirksamkeit und es entsteht ein Klima der Verantwortung. Damit leisten Familienzentren einen wertvollen Beitrag zur Demokratieförderung – und genau dabei wollen wir sie unterstützen.

16 Leuchtturm-Zentren der Demokratie geplant

Deshalb begleitet die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie bundesweit 16 ausgewählte Familienzentren auf dem Weg zu sogenannten Leuchtturm-Zentren der Demokratie. Ziel des Projekts ist es, Familienzentren als Orte gelebter Demokratie zu stärken und Familien zu bestärken, sich an der Gestaltung ihres Sozialraums aktiv zu beteiligen. Die Familienzentren werden dabei von qualifizierten Prozessbegleiter*innen bis Ende 2022 unterstützt. Ein zentrales Ziel ist zudem, Familien zu befähigen, sich für ihre Rechte und Belange einzusetzen (Empowerment) - unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Milieu oder ihrer Familienkultur.

Leuchtturm-Zentren sollen ihre Erfahrungen teilen

Die Leuchtturm-Zentren sollen eine ausstrahlende Wirkung in den Sozialraum und auf andere Familienzentren haben. Dafür involvieren und informieren sie ihre Kooperationspartner und andere Familienzentren. Beispielsweise dienen Leuchtturm-Zentren als Anlaufstellen für andere Familienzentren und laden zu Hospitationen ein. Ihre Kooperationspartner informieren sie vor Ort, zum Beispiel im Rahmen von regionalen Informationsveranstaltungen.

Die im Projekt gesammelten Erfahrungen werden zum Projektende ausgewertet und so aufbereitet, dass sie bundesweit von Familienzentren, die sich auf den Weg machen, wollen Demokratie mit ihren Familien zu (er)leben, genutzt werden können. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“  des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

Ansprechpartner:

Dr. Ulrich Kuther 
Tel.: (06251) 700531
E-Mail: demokratie.erleben@kkstiftung.de

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