Nepal: Im Bildungsbereich und der Landwirtschaft steckt großes Entwicklungspotenzial

Vorstandsmitglied Dr. Daniel Heilmann tauschte sich mit dem deutschem Botschafter in Kathmandu über Entwicklungszusammenarbeit in dem Himalaya-Staat aus.

Während seiner Nepal-Reise besuchte unser Vorstandsmitglied Dr. Daniel Heilmann den deutschen Botschafter Dr. Thomas Prinz in Kathmandu und stellte ihm die Arbeit unserer Stiftung vor. Dabei erörterten sie auch die Entwicklungsperspektiven des Himalaya-Staates.

Nach Einschätzung des Botschafters liegen im nepalesischen Bildungssystem derzeit sowohl Entwicklungspotenziale als auch Herausforderungen. Das traditionelle pädagogische System benötige dringend eine Reform. Moderne Ansätze, insbesondere im IT-Bereich würden nicht abgedeckt, böten dem Land aber ein enormes wirtschaftliches Wachstumspotenzial, so Prinz. Aufgrund der Binnenlage und der sehr begrenzten Entwicklungskapazitäten im Rohstoff- und Verarbeitungsbereich könne sich Nepal international zukünftig deutlich besser im Bereich von IT-Dienstleistungen positionieren.Für die heranwachsende Generation brauche es in den Schulen allerdings genau diese Angebote – zusammen mit englischen Sprachkenntnissen.

Stiftung fördert Computerräume in Schulen

Heilmann sagte, dass die Entwicklungsprogramme der Karl Kübel Stiftung neben Verbesserungen in der Landwirtschaft auch schulische Verbesserungen, insbesondere im IT-Bildungsbereich, vorsehen. „Wir fördern z.B. in der Gandaki-Provinz die Ausstattung von Schulen mit Computerräumen“, so Heilmann. Dringenden Bedarf sehen beide Seiten auch im Bereich der Qualifizierung des Lehrpersonals. Qualifizierte Lehrer*innen im Bereich IT (einschließlich Englisch) müssen oftmals von Schulen und/oder Eltern privat finanziert werden.

Produktionsverbesserungen in der Landwirtschaft sind wichtig

In der Produktionsverbesserung in den ländlichen Gebieten sehen die Karl Kübel Stiftung und der Botschafter ebenfalls Entwicklungspotenzial. Zudem könnte damit der Abwanderung der Männer in die Städte und ins Ausland entgegengewirkt werden. Derzeit liegt die Belastung für die Versorgung der Kinder und alten Menschen ausschließlich bei den Frauen.

Wasser und angepasste, diversifizierte landwirtschaftliche Produktion können ein Schlüssel für Entwicklung sein. Ebenso können einfache mit Folien bespannte "Gewächshäuser" und entsprechende Anbauberatung helfen. Die Stiftung investiert gerade in diesen Bereich sehr stark. „Mit unseren Entwicklungsschwerpunkten Bildung, Landwirtschaft und Wasser liegen wir in Nepal genau richtig. Diese Bereiche wollen wir in den nächsten Jahren in dem Land weiter ausbauen“, sagte Heilmann.

Entwicklungszusammenarbeit sollte breitflächig wirken

Im Gespräch mit dem Botschafter konstatierte dieser, dass seinen Beobachtungen zufolge die Unterstützung aus der Entwicklungszusammenarbeit ankomme und helfe. Es dürfe aber nicht bei Insellösungen bleiben, vielmehr müsse die Hilfe in die Breite wirken. Weitere Entwicklungschancen sieht Prinz im Bereich eines nachhaltigen Tourismus und in der Herstellung von lokalen Textilprodukten (Stichwort Pashmina). Ungelöst seien allerdings bislang die Bereiche der Müllentsorgung, der Luftverschmutzung sowie die zukünftige Energieversorgung des Landes.

Abschließend bat der Botschafter, über die Arbeit und die Projekte der Stiftung auf dem Laufenden gehalten zu werden, um bei nächster Gelegenheit einmal ein Projekt der Stiftung vor Ort zu besuchen. Das machen wir natürlich gern und freuen uns auf seinen Besuch!

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