Anlässlich des Weltfrauentags blicken wir nach Tansania, wo Frauen Verantwortung übernehmen und neue Zukunftsperspektiven für ihre Gemeinden schaffen.
Die Frauen in Meserani Chini beweisen, dass kleine Chancen große Veränderungen bewirken können – für sich selbst, ihre Familien und ihre Gemeinde. © Karl Kübel Stiftung / CORDS
Am Internationalen Frauentag (8. März) rücken weltweit Frauen in den Mittelpunkt, die mit Mut, Engagement und Zusammenhalt Veränderungen anstoßen - für sich, für die Gesellschaft und für kommende Generationen. In Meserani Chini, einem kleinen Dorf in Tansania, zeigen Frauen eindrucksvoll, wie viel Kraft in gemeinschaftlichem Handeln steckt.
Dort haben sich 30 Frauen zusammengeschlossen, um ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern. Über kleine Darlehen erhalten die Frauen die Möglichkeit, in eigene Einkommensquellen zu investieren. Diese Kleinkredite ermöglichen ihnen beispielsweise den Kauf von Tieren oder Materialien, mit denen sie ihre wirtschaftliche Situation Schritt für Schritt verbessern können. Einoth Sindiyo, Mitglied der Frauengruppe, berichtet stolz von ihrer Erfahrung: „Ich konnte zwei Ziegen kaufen und hoffe nun, sie in den kommenden Monaten auf dem Markt gewinnbringend zu verkaufen. Dieses Darlehen hat mein Leben positiv verändert. Früher habe ich mir Sorgen gemacht, wie ich meine Kinder ernähren soll. Jetzt kann ich für sie sorgen und habe Hoffnung für die Zukunft.“
Solche kleinen Investitionen können für die Frauen einen großen Unterschied machen. Mit jedem erfolgreichen Schritt wächst nicht nur das Einkommen, sondern auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Einige der Frauen gehen als sogenannte Women Champions mit gutem Beispiel voran: Sie unterstützen sich gegenseitig, teilen Erfahrungen und ermutigen andere Frauen in ihren Gemeinden, neue Wege zu gehen.
Ganz im Sinne des diesjährigen Weltfrauentags-Mottos “Rechte.Gerechtigkeit.Handeln. Für ALLE Frauen und Mädchen” zeigt sich dabei: Wenn Frauen Zugang zu Landrechten, Vieh und natürlichen Ressourcen erhalten und selbst darüber entscheiden können, profitieren nicht nur sie selbst. Auch ihre Familien, ihre Gemeinden und kommende Generationen gewinnen neue Perspektiven.
Gerade für Frauen aus der Gemeinschaft der Massai in Tansania ist dieser Wandel besonders bedeutend. In ihrem Alltag tragen sie eine große Verantwortung: Sie bauen Hütten, holen teilweise mehrmals am Tag Wasser aus oft aus weit entfernten Quellen, sammeln Feuerholz, kochen, melken Kühe oder Ziegen und versorgen ihre Familien. Trotz dieser zentralen Rolle im sozialen und wirtschaftlichen Leben werden sie traditionell nur selten als gesellschaftliche Entscheidungsträgerinnen wahrgenommen. Obwohl Tansania seit dem Jahr 2000 eine nationale Gleichstellungspolitik verfolgt, verschlechtert sich ihre Situation zunehmend.
Gemeinsam mit unserem tansanischen Partner “Community Research and Development Services” (CORDS) stärken wir Frauen in Meserani Chini und anderen Dörfern, indem wir ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit fördern. Denn eigenes Einkommen bedeutet mehr als Geld – es bedeutet Selbstbewusstsein, Mitspracherecht und gesellschaftliche Anerkennung.