Gewalt gegen Frauen ein Ende setzen

In unseren Partnerländern zählt die Stärkung der Frauenrechte und die Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen zu unseren Kernthemen

Bhumika-Gründerin Kondaveeti Satyavati (© Bhumika)

Kondaveeti Satyavati, Gründerin der Frauenhilfsorganisation Bhumika, kämpft für Frauenrechte in Indien (© Bhumika).

Die Stellung der Frau in jeder Gesellschaft ist ein zentraler Indikator für Entwicklung und Fortschritt. In unseren Partnerländern des Globalen Südens haben es Frauen noch immer schwer: sie werden vielfach diskriminiert und misshandelt. In einer Studie des International Centre for Research gab etwa jede zweite befragte Inderin an, mindestens einmal in ihrem Leben körperliche Gewalt erlitten zu haben.

Hilfe für misshandelte Frauen in Indien

Gewalt gegen Frauen in unserem Schwerpunktland Indien hat viele Gesichter: Sie reicht von häuslicher Gewalt, über Vergewaltigung bis hin zu Frauenhandel und Mitgiftmorden. Auf dem Papier existieren zwar Gesetze zum Schutz der Frau, in der Realität werden diese jedoch kaum umgesetzt“, beklagt Kondaveeti Satyavati, Gründerin der von uns geförderten Frauenhilfsorganisation Bhumika Women’s Collective. Oft scheuten sich die betroffenen Frauen vor einer strafrechtlichen Verfolgung aus Angst vor Demütigung, so Satyavati.

Die Karl Kübel Stiftung engagiert sich seit 2008 gezielt für Frauenrechte. Mit ihren aktuell laufenden Projekten unterstützt sie an mehreren Standorten Frauenhilfsorganisationen und deren Hilfsangebote für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen.

Umfassende Hilfsangebote für Gewaltopfer

Die von unseren lokalen Partnerorganisationen eingerichteten Beratungszentren sind wichtige Anlaufstellen für misshandelte Frauen. Erfahrene Mitarbeiterinnen, wie Prof. Hilda Rayappan, vom Prajna Counselling Centre in Mangalore, beraten die Hilfesuchenden und vermitteln weitere Unterstützung. Besonders bewährt haben sich dabei Telefon-Hotlines für Frauen in Not.

Misshandelte Frauen, die nicht in ihre Familie zurückkönnen oder möchten, finden für einige Monate Unterschlupf in Frauenhäusern. Dort werden sie behandelt und erlernen handwerkliche Fähigkeiten, die ihnen die gesellschaftliche Wiedereingliederung erleichtern. „Die Nachfrage nach den Beratungsangeboten ist enorm. Wir haben uns deshalb entschieden, sie sukzessive weiter auszubauen“, sagt Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung.

Aufklärung und Prävention zum Schutz von philippinischen Mädchen

Auch auf den Philippinen, unserem zweiten Schwerpunktland, ist Gewalt gegen Frauen an der Tagesordnung. Insbesondere in den Konfliktgebieten auf der Insel Mindanao wird die Armut und Unwissenheit der Landbevölkerung von Menschenschleppern gnadenlos ausgenutzt. Sie holen junge Mädchen unter falschen Versprechen aus armen Familien und zwingen sie zur Prostitution. Hier setzen unsere Präventions- und Hilfsangebote an. Mit dem „Cinemobil“ beispielsweise, einem kleinen Bus, fahren die Mitarbeiter*innen unserer Partnerorganisation von Dorf zu Dorf und klären die Menschen in besonders gefährdeten Regionen mit Hilfe von Filmen über die Gefahr der sexuellen Ausbeutung von Mädchen auf.

„Unser Ziel ist es, mit unserer Arbeit einen Beitrag zur gewaltfeien Gesellschaft für Frauen und Mädchen zu leisten und Frauen in ihren Rechten und ihrer Selbstständigkeit zu bestärken“, betont Tepel.

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