Erfolgsbilanz beim Obstanbau in Ostindien

Unser Engagement in den abgelegenen ländlichen Regionen des ostindischen Bundesstaates Odisha zeigt deutliche Erfolge.

Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann: Die Kleinbäuer*innen in den ländlichen Projektgebieten von Odisha (Ostindien) sind mit ihrer Ernte von Mangofrüchten und Cashewkernen äußerst zufrieden. Stolze 400 Tonnen Mangos und 22 Tonnen Cashews bringt die Obstplantage in diesem Jahr hervor und beschert den Landwirt*innen damit durch den Verkauf ein beträchtliches Einkommen – und das ganze sieben Jahre nach der Anpflanzung der ersten Baumsetzlinge.

„Die Bäume tragen nun für die nächsten 20 Jahre oder mehr Früchte. Damit wird auch die kommende Generation davon profitieren. Dies zeigt in eindrucksvoller Weise, wie nachhaltig unsere Projektarbeit wirkt“, betont Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung. „Gerade in der derzeitigen wirtschaftlich schwierigen Zeit macht uns das allen Hoffnung.“

Dabei ist der Obstanbau keineswegs ein Zuckerschlecken. „Er geht einher mit harter Arbeit und viel Geduld“, berichtet unser Projektkoordinator für Ostindien, Soumyendra Roy. Gerade in den ersten Jahren sind die Setzlinge vielfach gefährdet: Eine Dürre oder ein Schädlingsbefall wäre für das weitere Wachstum der jungen Bäume fatal. „Deshalb haben wir seit 2014 jeden Setzling überwacht“, so Roy. Für den Obstanbau wurden veredelte Mangosorten gewählt, die bereits nach wenigen Jahren Früchte tragen. Heute kann sich der Zustand der rund 37.000 Nutzbäume, die unser lokaler Partner Agragamee auf einem 400 Hektar großen Gelände – das entspricht immerhin der Fläche von 560 Fußballfeldern – angepflanzt hat, sehen lassen.

Von dem verbesserten Obstanbau profitieren rund 5.000 Kleinbäuer*innen und Landlose häufig Menschen indigener Herkunft, die vorher in extremer Armut lebten. Auf den ausgelaugten und übernutzten Böden konnten sie mit ihren herkömmlichen Anbaumethoden kaum genug zum Überleben erwirtschaften. Häufige Dürren, bedingt durch den Klimawandel, sorgten überdies für regelmäßige Ernteausfälle.

Anpassung an den Klimawandel

Um die Folgen des Klimawandels besser abzufedern, wurde das Land in den 15 Projektdörfern seit 2014 in eine sogenannte Agroforstwirtschaft umgewandelt. Diese bewährte Mischnutzung aus Obst-, Gemüse- und Getreideanbau laugt die Böden deutlich weniger aus. Dank nachhaltiger Anbaumethoden, z.B. mit Kompost, und einer effizienten Bewässerung konnten die Kleinbäuer*innen ihre Erträge in den letzten Jahren vervielfachen. Außerdem wurden sie beim Zusammenschluss zu einer Erzeugergemeinschaft unterstützt, um ihre Güter gemeinsam vermarkten zu können.

Langfristige Erfolge durch funktionierende Selbsthilfestrukturen

Damit die Dorfbewohner*innen auch künftig ohne externe Unterstützung effizient wirtschaften, wurden funktionierende Selbsthilfestrukturen etabliert. So haben beispielsweise neu eingerichtete Frauengruppen mittlerweile Baumschulen in den Dörfern errichtet, um Heckenpflanzen und Cashewsetzlinge eigenständig ziehen zu können.

Die Zusammenarbeit mit unserer lokalen Partnerorganisation Agragamee hat sich bewährt, sodass wir mittlerweile seit 15 Jahren in der benachteiligten Region gemeinsam Projekte zur Ernährungssicherung durchführen. In den begünstigten Dörfern ging der Anteil an unterernährten Kindern zurück (um 25 Prozent), die Zahl der Ersparnisse stieg und weniger Menschen (15 Prozent) müssen zum Arbeiten ihre Dörfer verlassen. Das reduziert die Belastung für die Familien, da die Aufgaben der Erziehung und der Versorgung der Kinder damit zwischen Mann und Frau besser aufgeteilt werden können.

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende, damit mehr Familien eine gesicherte Existenz aufbauen und ihren Kindern Zukunftschancen bieten können!

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