Neuer Job – neue Zukunftschancen für die ganze Familie

Von der Ausbildung zum Schreiner profitiert Nirbahadurs ganze Familie, insbesondere seine beiden Kinder.

Früher musste Nirbahadur Thapa zusehen, wie er seine Familie ernähren und seinen Kindern eine gute Schulausbildung ermöglichen kann. Seine kleine Landwirtschaft im Hochland des Himalaya warf nicht viel ab, umgerechnet 75-80 Euro im Monat. Nach dem schweren Erdbeben im April 2015 in Nepal war es besonders hart. Er verlor wie die meisten Dorfbewohner in Gauthale fast sein ganzes Hab und Gut, sein Haus sowie Erntegeräte, Saatgut etc. wurden zerstört bzw. verschüttet.

Doch Nirbahadur hatte Glück im Unglück und wurde im Zuge unseres Wiederaufbauprojekts in Gauthale als Schreiner ausgebildet. Er hatte nur zwar wenige Grundkenntnisse, aber großes Interesse, sich in diesem Bereich weiter zu qualifizieren. „Dass dabei einmal herauskommt, dass ich damit meinen Hauptverdienst bestreiten kann, hätte ich anfangs wirklich nicht gedacht!", sagt der Familienvater.

Nach der Ausbildung half er zunächst beim Bau der Häuser in Gauthale. „Die Arbeit war hart, aber es ging um uns, unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder“, so Nirbahadur. „Da alle Häuser gleichzeitig fertiggestellt werden sollte, zogen sich die Arbeiten in die Länge. Aber dieses gemeinsame Arbeiten hat die Gemeinschaft noch stärker zusammengeschweißt. Wir wissen heute auch sehr genau, wie unsere Häuser instandgehalten werden können. Alle Reparaturen können von Handwerkern im Dorf erledigt werden."

Nirbahadur mag den Umgang mit Holz, bildete sich weiter fort und fertigt heute hochwertige Möbel für Gauthale und die unmittelbaren Nachbardörfer. Schränke, Tische, Betten, Stühle – alles kommt aus seinem kleinen Betrieb. Die Qualität seiner Arbeit hat sich herumgesprochen. Seine Kundschaft kommt vor allem auf Empfehlung. 

Für einen kunstvoll verzierten Schrank braucht der 45-Jährige ca. 15 Tage. Doch solche lukrativen Aufträge kommen nicht alle Tage. Im Schnitt verdient Nirbahadur heute umgerechnet rund 200 Euro im Monat. Seine Landwirtschaft betreibt er weiter.

Das Geld hat Nirbahadur wesentlich in die Ausbildung seiner beiden Kinder investiert. Sein Sohn besucht momentan die 12. Klasse, seine Tochter wartet auf einen Studienplatz in Kathmandu, wo sie Design, Druck und Malerei studieren will. Das künstlerische Talent hat sie wohl von ihrem Vater. Zurzeit macht sie einen vorbereitenden Lehrgang in Kathmandu Solche Ausgaben für die Ausbildung seiner Kinder hätte sich Nirbahadur früher nicht leisten können ­– heute zur Freude der gesamten Familie schon.

Unterstützen Sie unsere Arbeit, damit sich noch mehr Menschen wie Nirbahadur eine gesicherte Existenz aufbauen und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Bildung in allen Facetten ist ein Schlüssel dazu.

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