Neue Wege beschreiten für eine gesündere Welt

Die Karl Kübel Stiftung und die Initiative Making More Health setzen gemeinsam erfolgreich Projekte in Indien um.

Wie funktionieren soziale Projekte? Auf ihrer Suche nach einer Antwort kam Manuela Pastore, Leiterin der globalen Initiative Making More Health (MMH) des Unternehmens Boehringer Ingelheim, 2014 mit unserer Stiftung in Kontakt.

„Ich wollte gern mehr darüber erfahren, wie Nichtregierungsorganisationen arbeiten, weil sie oft kreative Wege finden, um mit begrenzten Mitteln viel zu erreichen“, sagt Manuela Pastore, die sich damals intensiv mit Sozialunternehmertum befasste. Ziel von Making More Health ist es, mit sozialunternehmerischen Ansätzen und Sozialunternehmen innovative Lösungen zu entwickeln und umzusetzen, die dazu beitragen, eine gesündere Welt für Menschen, Tiere und ihre Gemeinschaften zu schaffen.

Erste Leadership-Woche in Indien

In den Gesprächen mit unserem damaligen Vorstandsmitglied Ralf Tepel entstand die Idee, nach Indien zu fahren, um sich unsere Projekte und unser Karl Kübel Institute for Development Education (KKID) in Coimbatore anzusehen. Pastore war insgesamt mehrere Monate in Indien und entwickelte die Idee der Leadership-Wochen für Manager*innen von Boehringer Ingelheim in unserem indischen Bildungsinstitut. Die erste Leadership-Woche fand im März 2015 statt. „Wir waren jeden Tag bei den Menschen im Ort, um zu erfahren wo zum Beispiel Problemfelder im Bereich Gesundheit liegen und was ihnen helfen würde.“

Damals startet auch ein Kindergarten-Projekt, das die Stiftung gemeinsam mit MMH umsetzte. Dadurch wurden Betreuungs- und Bildungsmöglichkeiten für Kinder geschaffen und Müttern die Möglichkeit geboten, arbeiten zu gehen.

Innovative Ideen zu Ernährungs- und Gesundheitsthemen

Die Leadership-Woche kam sehr gut an, sodass weitere folgten. Das Besondere an der Fortbildung: Die Führungskräfte erhalten durch die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften in Indien tiefe Einblicke in das Leben der Menschen zu Ernährungs- und Gesundheitsthemen und können so besser innovative Ideen entwickeln, die den Menschen helfen. Bei dem Kindergarten-Projekt wurden später z.B. indische Erzieher*innen und Gesundheitshelfer*innen mit Tablets ausgestattet und digital geschult, damit sie Themen wie Hygiene, Sicherheit im Haushalt, Symptome von Krankheiten aufgreifen und vermitteln können. Kinder und Familien können so z.B. Krankheiten vorbeugen und die Gesundheitshelfer*innen können sich vernetzen und ihr Wissen weitergeben.

Es folgten weitere gemeinsam konzipierte Projekte, die neben dem Gesundheitsaspekt z.T. auch eine einkommensfördernde Komponente hatten, z.B. die Herstellung von Seife. Im KKID lernten Frauen aus den umliegenden Dörfern, wie Seife hergestellt wird. Mit diesem Wissen konnten sie sich selbstständig machen und ein Einkommen erzielen.

Familien erhielten während des Lockdowns Unterstützung

Während des Lockdowns haben wir mit unserer Partnerorganisation Vizhuthugal und MMH ein Projekt in der Nähe von Coimbatore umgesetzt, das sich an besonders marginalisierte Menschen wandte: an Straßenkehrer und Sanitärarbeiter sowie deren Familien. Die Menschen wurden zu Gesundheitsthemen geschult, erhielten Lebensmittel und Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen, die die Regierung gewährte. Außerdem wurden rund 200 Kinder während des Lockdowns weiter unterrichtet.

Auf die Frage, warum sich Boehringer Ingelheim mit seiner Initiative MMH in Indien und anderen Ländern des Globalen Südens engagiert, sagt Pastore: „Wir glauben, dass Innovation auch als soziale Innovation erfolgen können. Boehringer ist ein Familienunternehmen, das nachhaltig denkt und agiert. Im Wettbewerb um Talente möchte das Unternehmen attraktiv sein und bleiben. Mit Making More Health können wir Auszubildende rekrutieren und mit nachhaltigen Werten konfrontieren.“

Neuestes gemeinsames Projekt: ein Praktikum für Azubis in Indien

Die neueste Kooperation zwischen der Initiative und unserer Stiftung sieht ein Praktikum von Auszubildenen aus Deutschland in unserem indischen Bildungsinstitut vor. Dort können sie interkulturelle Erfahrungen sammeln und sich einbringen. Auch die Mitarbeiter*innen des KKID profitieren von so einem Austausch. Das zeigt die bisherige Zusammenarbeit mit den Manager*innen, die ihr Fachwissen an sie, die Projektmitarbeiter*innen unserer Partnerorganisationen und die Menschen vor Ort weitergeben.