Mit Kamishibai erfolgreich zur Mehrsprachigkeit

Sprachlehrerin Salla-Maria Elflein setzt das japanische Papiertheater im Unterricht ein und berichtet von den Vorzügen

Ein Kind lauscht neugierig der Bildergeschichte des Kamishibai. © Karl Kübel Stiftung

Von 2019 bis 2020 hat unsere Stiftung Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte in der Methode des japanischen Papiertheaters Kamishibai angeboten. Finnischlehrerin Salla-Maria Elflein hat an der Weiterbildung teilgenommen und setzt Kamishibai seitdem erfolgreich im Unterricht ein.

„Ich unterrichte im Finnischen Schulverein Frankfurt, dessen Angebot sich an Kinder mit finnischer Herkunft richtet“, erzählt die 33-jährige Finnin. Die Gruppen sind sehr heterogen: Finnische Muttersprachler*innen lernen hier gemeinsam mit Kindern, die nur einen kleinen Lebensabschnitt in Finnland waren oder durch Verwandte eine starke Verbindung zur finnischen Sprache und Kultur haben.

Ausdrucksstarke Bilder und spannende Geschichten faszinieren die Schüler*innen

Vereint werden die Kompetenzniveaus in der Begeisterung für die Geschichten im japanischen Papiertheater, bei der eine Geschichte anhand von Bildern erzählt wird, die durch einen Holzrahmen gezogen werden. Ausdrucksstarke Bilder, akustischen Signale und das ruhige Auftreten des/der Erzähler*in tragen dazu bei, dass sich bereits kleine Kinder voll auf die Aufführung konzentrieren und emotional in die Geschichte eintauchen. So macht lernen Spaß! Und Elflein ist überzeugt: Kinder lernen am besten im Spiel. Kamishibai ist ein Mittel, wodurch das Spiel gelenkt werden kann, um Lernfortschritte zu ermöglichen.

„Viele Kamishibai-Geschichten sind so konzipiert, dass die Zuschauer*innen aktiv mitmachen können“, erklärt Elflein. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte der kleinen Schildkröte Kamekun, die Herausforderungen erlebt und Ermutigung braucht. Das Anfeuern der Schildkröte im Papiertheater ähnelt einer echten Kommunikationssituation im Alltag und hat den gleichen Lerneffekt. „Durch den starken emotionalen Zugang wird ganz nebenbei der Lerneffekt maximiert“, so Elflein. Die Inhalte aus dem Kamishibai-Theater werden später im weiteren Unterrichtsverlauf vertieft und Lerneinheiten darauf aufgebaut.

Kamishibai-Rahmen und Bildergeschichten können bei uns kostenfrei ausgeliehen werden. Wenden Sie sich bitte an Monika Gerz, E-Mail: m.gerz@kkstiftung.de

Sprache in authentischen Situationen lernen

Elflein ist froh, dass sie damals die Möglichkeit hatte, an der Kamishibai-Fortbildung teilzunehmen: „Der Kurs hat mich inspiriert, in der Arbeit mit Kindern vermehrt Geschichten einzusetzen. Für den Spracherwerb müssen Kindern die Sprache in möglichst authentischen Situationen erst hören, dann selbst wiederholen und im Anschluss selbstständig in verschiedenen Alltagssituationen anwenden.“ Um solche authentischen Situationen im Unterricht herzustellen ist Kamishibai nicht nur ein wertvolles Instrument, sondern begeistert Klein und Groß bei der mehrsprachigen Erziehung und kulturellen Verbindung zu den eigenen sprachlichen Wurzeln.  

Noch mehr über Kamishibai finden Sie hier.

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