"Ein unglaubliches Beispiel für Gemeinsinn"

Unsere Stiftung feierte mit 300 Gästen, inspirierenden Wortbeiträgen sowie Film- und Showeinlagen rund um "Familie zählt!" ihr 50-jähriges Bestehen.

Das Video gibt einen Einblick in unsere Jubiläumsfeier.

Was macht Familie aus und warum ist es so wichtig, sie zu stärken? Antworten auf diese Fragen gab es bei unserer Jubiläumsveranstaltung am Sonntag, 4. Dezember, im Bürgerhaus in Bensheim.

Unser Stiftungsratsvorsitzender Matthias Wilkes wies in seiner Begrüßung der 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Projekten im In- und Ausland auf die Gründung der Karl Kübel Stiftung vor exakt 50 Jahren hin. Ihr Auftrag, Kinder und Familien zu fördern, hänge mit der Erkenntnis des Stifters zusammen, dass in den ersten Lebensjahren die entscheidenden Weichen für das Leben eines Menschen gestellt würden.

Stiftungen haben gesellschaftliche Bedeutung

Warum Stiftungen auch in einem Sozialstaat wie Deutschland wichtig sind, erläuterte Festredner Prof. Dr. Norbert Lammert. In seiner kurzweiligen Ansprache spannte er einen Bogen von Veränderungen des Sozialstaates und der Familie bis hin zu den Stiftungen. Diese seien oft dort tätig, wo der Staat nicht alle Lebensverhältnisse in ihrer Vielfalt unterstützen könne. „Die Förderung von Familien ist eine der zentralen Zukunftsfragen für unsere Gesellschaft. In einer Zeit, in der sich die Lebensverhältnisse mit immer größerer Geschwindigkeit verändern, sollten junge Menschen persönliche Bindungen nicht als Zumutung begreifen, sondern als Voraussetzung für ihre Verortung in einer Welt, in der jeder seinen Platz braucht." In diesem Sinne wünschte der Bundestagspräsident a.D., der auch selbst eine Stiftung hat, uns weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit.

Wie wir arbeiten und was wir bewirken, wurde sehr eindrücklich in einem kurzen Film deutlich. Heute wie vor 50 Jahren stehen in unserer Stiftung Familien im In- und Ausland im Mittelpunkt, damit sie Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen können. Mit mehr als 2.000 Projekten in den vergangenen fünf Jahrzehnten erreichten wir mehr als 2,5 Millionen Menschen. Bildungsangebote und Vernetzung spielen dabei eine große Rolle. Die Karl Kübel Stiftung tritt heute außerdem als Koordinatorin vieler öffentlicher Aufgaben auf und arbeitet mit unterschiedlichen Kooperationspartnern zusammen.

Gemeinsam mehr erreichen - langjährige Kooperationspartner

Das Land Hessen blicke auf eine langjährige enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserer Stiftung zurück, betonte Kai Klose. Der Hessische Minister für Soziales und Integration überbrachte im Namen des Hessischen Ministerpräsidenten Glückwunsche und sagte: „Die Stiftung leistet einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer kind- und familiengerechten Gesellschaft und ist aus der familienpolitischen Landschaft Hessens nicht wegzudenken.“ Die Vision Karl Kübels, Eltern und Familien im In- und Ausland zu stärken, sei „ein unglaubliches Beispiel für Gemeinsinn und auch für die Verwirklichung des Grundsatzes ,Eigentum verpflichtet'", so Klose.

Einen interessanten Einblick in die Stiftungsarbeit boten Talkrunden mit Mitarbeiter*innen und Kooperationspartnern unserer Stiftung. Manuela Pastore von Boehringer Ingelheim wies darauf hin, dass eine Kooperation mit uns die Möglichkeit biete, nachhaltig und sozial unternehmerisch tätig zu sein. Die Frage „Quo vadis Karl Kübel Stiftung?“ beantwortete Vorstandsmitglied Dr. Daniel Heilmann: „Wir müssen uns auf die sich verändernden Umstände in der Welt weiter einstellen und so aufstellen, dass wir auch künftig Familien und unsere Partner effektiv unterstützen können.“ Familie zählt – dafür steht die Stiftung auch in Zukunft!

Ein schönes Geschenk hatte Bensheims Bürgermeisterin Christine Klein im Gepäck. Sie überreichte dem Stiftungsratsvorsitzenden Wilkes ein Straßenschild mit dem Aufdruck: Karl-Kübel-Straße. Die Straße befindet sich in dem Baugebiet im Westen Bensheims an der Moselstraße.

Mit einem Get-Together, bei dem die Gäste sich austauschen und netzwerken konnten, klang unser Festtag aus, der mit einem Festgottesdienst begonnen hatte.

Festgottesdienst als Start in den Tag

Der ökumenische Gottesdienst in der St. Georg Kirche in Bensheim mit Weihbischof Dr. Udo Bentz und der stellv. EKHN-Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf stand ebenfalls unter dem Motto „Familie zählt“. In ihrer Predigt sagte Scherf, dass Familienleben in einer Ambivalenz von Angewiesenheit und Autonomie erfahren werde. Familien seien Orte der Entwicklung von Menschen und von Gesellschaften. Scherf: „Wir können dankbar sein für soziale Institutionen, Kirchen, Stiftungen, Start Ups, die sich um Familien kümmern und die dabei pauschalisierende Sichtweisen hinter sich lassen.“

Impressionen vom Festtag

 

Transkript der Festrede von Prof. Dr. Norbert Lammert