"Er ist das Gedächtnis der Stiftung"

Vorstandsmitglied Ralf Tepel in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Die Karl Kübel Stiftung war für Ralf Tepel ein Glücksfall, weil die Tätigkeit seiner persönlichen Neigung entsprach, aber „es war auch für die Stiftung ein Glücksfall, dass Sie zu uns gekommen sind“, sagte Stiftungsratsvorsitzender Matthias Wilkes bei der offiziellen Verabschiedung des Vorstandsmitglieds.

Nach 32 Jahren geht Ralf Tepel (63) zum 1. November in den wohlverdienten Ruhestand. Nachfolger für den Bereich Entwicklungszusammenarbeit, Fundraising sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird Dr. Daniel Heilmann. Der 45-jährige Jurist ist Experte für internationales Kinderrecht und war zuletzt bei der Max Planck Stiftung für internationalen Frieden und Rechtsstaatlichkeit tätig.

„Ich bin sicher, dass er das segensreiche Wirken von Ralf Tepel fortsetzen wird“, so Wilkes. In seiner Rede wies er auf einige Projekte hin, die Tepel während seiner langjährigen Laufbahn als Abteilungsleiter und seit 2006 als Vorstand mitgestaltet hat: die entwicklungspolitische Jugendarbeit, das weltwärts-Programm sowie den FAIRWANDLER-Preis. Unter seiner Leitung wurde die Entwicklungszuammenarbeit stetig ausgebaut, heute betreuen 16 Mitarbeiter*innen 60 Projekte mit einem Volumen von ca. 30 Millionen Euro. Von der Stiftung in Bensheim werde ein Rad der Menschlichkeit in die Welt gesendet, so Wilkes.

Den Menschen auf Augenhöhe entgegen getreten

Der Stiftungsratsvorsitzende erinnerte an schöne, aber auch schwierige gemeinsame Reisen. In Indien und auf den Philippinen sei Ralf Tepel von den Ärmsten stets wie ein Freund empfangen worden, denn „er tritt den Menschen auf Augenhöhe und mit Demut entgegen.“ Ein partnerschaftlicher Umgang müsse gelebt werden und das habe Tepel immer exzellent gelebt.

Detlef Boos, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, veranschaulichte, wie Ralf Tepel und er als Menschen sowie der Gesamtvorstand zusammengefunden und sich kennengelernt haben. Er habe seinen Vorstandskollegen als einen verantwortungsvollen Menschen kennengelernt, der sich für seine Mitarbeiter*innen einsetzt und auch die finanziellen Ressourcen im Blick hat. „Er ist das Gedächtnis der Stiftung“, so Boos angesichts der langjährigen Tätigkeit seines Kollegen in der Stiftung.

Verortet in Bensheim, beheimatet in der ganzen Welt

Bensheims Bürgermeisterin Christine Klein würdigte Tepel für die grandiose Vernetzung von Vielfalt und Nachhaltigkeit. Die Karl Kübel Stiftung sei verortet in Bensheim, aber beheimatet in der ganzen Welt. Sie gebe jungen Menschen die Möglichkeit, in Entwicklungsländer zu gehen, aber auch jungen Menschen aus Indien die Möglichkeit, hier nach Bensheim zu kommen. „Diese Wechselwirkung finde ich besonders wichtig.“

Auch Norbert Noisser von der Abteilung Außenwirtschaft des Hessischen Wirtschaftsministeriums war gekommen, um Ralf Tepel und der Stiftung im Namen des Landes Hessen für die gute Zusammenarbeit zu danken. „Die Karl Kübel Stiftung ist ein wichtiger Partner für uns.“ Nach dem Tsunami 2004 habe sie die Aktion „Hessen hilft den Flutopfern“ umgesetzt. Eine Aktion, die sehr nachhaltig sei wie auch andere Projekte der Stiftung. Er betonte, wie wichtig das globale Engagement von zivilgesellschaftlichen Organisationen sei, um soziale Gerechtigkeit herstellen zu können.

Worte des Dankes und der Anerkennung richteten auch Lukas Goltermann von Venro und Dr. T.K. Nathan, Leiter des indischen Bildungsinstituts der Karl Kübel Stiftung in Coimbatore, an das scheidende Vorstandsmitglied, wobei auch die persönliche Verbundenheit deutlich wurde. „Sie sind immer im KKID willkommen“, sagte Dr. Nathan, der auf 20 gemeinsame Jahre Arbeit mit Tepel zurückblickt. 

Ein Freundschaftsbändchen als Zeichen der Verbundenheit

Tepel bedankte sich für die Wertschätzung und freute sich, dass so viele (ehemalige) Mitarbeiter*innen und Wegbegleiter zu seiner Verabschiedung ins Sekthaus Streit gekommen waren. „Das ist ein besonderer Moment für mich.“ Er erzählte, dass der Stifter Karl Kübel ihn noch persönlich eingestellt habe. Karl Kübel sei es darum gegangen, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. „Das konnte ich weitertragen“, so Tepel. „Was gibt es Schöneres als Menschen zu helfen, ihre Potenziale zu entfalten.“

Ihm sei es ein Anliegen gewesen, junge Menschen zu fördern und darauf aufmerksam zu machen, dass es wichtig ist, vorurteilsfrei in andere Länder zu reisen. Wie sehr Tepel sich Indien und den Anwesenden verbunden fühlt, zeigte sich auch in dem Freundschaftsbändchen, das die rund 70 Gäste zu Beginn bekommen hatten. Mit dem Wunsch, dass „wir/Sie mit der Stiftung in Verbindung bleiben“ ging die Veranstaltung zum gemütlichen Teil über, wo jeder noch Gelegenheit hatte, sich persönlich von Ralf Tepel zu verabschieden.

 

Schnellnavigation
Zur Suche