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"Sie haben viel für Kinder und Familien bewegt"

Vorständin Daniela Kobelt Neuhaus geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Mutig, intelligent, kämpferisch, charmant – so kennen sie viele. Daniela Kobelt Neuhaus ist im besten Sinne eine Kämpferin für benachteiligte Kinder und Familien.

Das wurde auch bei der virtuellen Abschiedsfeier für die 65-jährige Vorständin der Karl Kübel Stiftung, an der zahlreiche Weggefährt*innen ihrer langjährigen Berufslaufbahn teilnahmen, mehrfach betont. Zum 1. Dezember geht Daniela Kobelt Neuhaus, die für die Bereiche Inland und Kommunikation sowie die beiden Bildungsinstitute in Deutschland verantwortlich war, in den wohlverdienten Ruhestand und übergibt ihr Amt an Dr. Katharina Gerarts. Die 36-Jährige hatte zuletzt eine Professur für Kindheitswissenschaften an der Ev. Hochschule Darmstadt inne und war von 2017 bis 2019 ehrenamtliche Beauftragte für Kinderrechte bei der Hessischen Landesregierung.

Innovative Projekte für Familien initiiert 

Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung, erinnerte bei der Online-Feier an viele innovative Projekte, die Daniela Kobelt Neuhaus in den zurückliegenden 14 Jahren als Vorständin angestoßen und umgesetzt hat. Sie habe den Early-Excellence-Ansatz in Deutschland bekannt gemacht und in Projekten wie Ganzheitliche Bildung im Sozialraum – GABI und in den elf modellhaften Familienzentren, die die Stiftung begleitet, realisiert. Leitidee von GABI ist es, Unterstützungsangebote für Familien im unmittelbaren Lebensumfeld zu bündeln und sie Familien schnell und niedrigschwellig zugänglich zu machen.

Auch die von Daniela Kobelt Neuhaus initiierten Eltern-Kind-Treffpunkte Drop In(klusive), von denen es mittlerweile mehr als 100 in Hessen gibt, seien ganz hervorragende Anlaufpunkte geworden, so Wilkes. „Die Drop In(klusive) sind Orte, wo alle Familien willkommen sind. Schöner kann man es nicht zusammenfassen.“ Neben diesen Projekten verantwortete die scheidende Vorständin viele weitere, z.B. den Karl Kübel Preis, den Weltkindertag, den Hessischen Familientag, Lernen mit Zeitung, die Bildungsinstitute. Darüber hinaus beteiligte sie sich am wissenschaftlichen Diskurs zur frühkindlichen Entwicklung und Erziehung und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Bücher.

"Sie sind die Florence Nightingale für frühkindliche Integration und Bildung in Deutschland"

Der Stiftungsratsvorsitzende dankte Daniela Kobelt Neuhaus von Herzen für ihre Arbeit bei der Stiftung. „Sie haben viel für Kinder und Familien bewegt“, so Wilkes. In einem Artikel habe er gelesen, dass sie als Kind gesagt habe: ,Wenn ich groß bin, möchte ich so sein wie Florence Nightingale*‘.“ Das sei ihr gelungen. Wilkes: „Sie sind die Florence Nightingale für frühkindliche Integration und Bildung in Deutschland geworden.“

Cornelia Lange vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration übermittelte die besten Wünsche von Minister Kai Klose. Schon vor der Zeit bei der Karl Kübel Stiftung habe sie beruflich immer wieder in Projekten mit Daniela Kobelt Neuhaus zusammengearbeitet, so Lange. Daniela Kobelt Neuhaus war zuvor u.a. als Fortbildungsreferentin und als Leiterin im Arbeitszentrum Fort- und Weiterbildung an der Pädagogischen Akademie Elisabethenstift Darmstadt tätig. In den nunmehr fast drei Jahrzehnten habe sie die gebürtige Schweizerin als eine Streiterin für Kindesschutz, Menschen mit Fluchthintergrund und Familien kennen und schätzen gelernt. „Ihr Erfolgsrezept: positives Denken, eine christliche Haltung und wenig Schlaf“, sagte Lange via Live-Schalte und fügte hinzu: „Sie halten sich nicht mit Einschränkungen auf, sondern sie schauen, was geht.“

Eine große Netzwerkerin

Schmunzeln und zustimmendes Kopfnicken der anderen Online-Gäste bestätigten das. Daniela Kobelt Neuhaus hat aber nicht nur Spuren im Bereich der frühkindlichen Entwicklung und der Arbeit mit Familien hinterlassen, sondern auch im Stiftungsnetzwerk Südhessen sowie im Bundesverband Deutscher Stiftungen, wo sie von 2018 bis 2020 stellvertretende Vorsitzende war. Joachim Rogall, der dort zwei Jahre mit ihr als Vorsitzender zusammenarbeitete, sagte: „Ich habe viel von dir gelernt. Du hast dich für Frauenförderung eingesetzt und gezeigt, wie wichtig Solidarität unter Stiftungen ist.“

Daniela Kobelt Neuhaus dankte alle Mitarbeiter*innen der Stiftung, den Netzwerk- und Kooperationspartnern sowie der Stadt Bensheim und dem Kreis Bergstraße für die Unterstützung ihrer Arbeit. „Ohne sie alle hätte mein Lebenspuzzle wohl ganz anders ausgesehen“, sagte die 65-Jährige. Sie sei froh, dass Dr. Katharina Gerarts ihre Nachfolgerin werde: „Bei ihr weiß ich meine Arbeit in guten Händen.“ Gerarts werde sicher etwas anders machen als sie, „aber bestimmt genauso wirkungsvoll.“

Ruhestand – kaum vorstellbar

Dass Daniela Kobelt Neuhaus am 1. Dezember wirklich in Ruhestand geht, konnten sich das frühere Stiftungsratsmitglied Dr. Winfried Kilian und viele weitere Online-Gäste übrigens nicht vorstellen. „Das gönne ich ihr, glaube ich aber nicht“, sagte Kilian schmunzelnd. Stimmt. Wer Daniela Kobelt Neuhaus kennt, weiß, dass sie sich auch weiterhin für benachteiligte Kinder und Familien einsetzen wird. Es ist ihr eine Herzensangelegenheit.
 

* Florence Nightingale (1820-1910) war eine britische Krankenschwester, Statistikerin und Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege.

Lesen Sie auch das Interview mit Daniela Kobelt Neuhaus, in dem sie auf die zurückliegenden Jahre bei der Karl Kübel Stiftung zurückblickt.

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