Nepal - Wiederaufbau und Neubeginn

Die Menschen in den vom Erdbeben zerstörten Gebieten freuen sich über neue Häuser und Wasseranschlüsse

Nach dem Wiederaufbau der zerstörten Dörfer im nepalesischen Gauthale kehrt Schritt für Schritt wieder der Alltag ein. © Karl Kübel Stiftung / ICDC

Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet ca. 820 Euro ist Nepal das drittärmste Land Asiens. Jedes zweite Kind ist mangel- bzw. unterernährt. Die instabile politische Situation und die schwache Infrastruktur behindern die wirtschaftliche Entwicklung des Himalayastaates. Außerdem hat das Land nach wie vor mit den Folgen der verheerenden Erdbeben im Frühjahr 2015 zu kämpfen.

In dem besonders stark vom Erdbeben betroffenen Distrikt Dhading, ca. 90 Kilometer nordwestlich von Kathmandu, haben wir seit 2015 den Wiederaufbau von Wohnhäusern und die Wiederherstellung der Lebensbedingungen unterstützt. Die Dorfbewohner*innen, Angehörige einer indigenen Minderheit in Nepal, wurden u.a. in ökologischer Landwirtschaft, Katastrophenvorsorge und der Erschließung neuer Einkommensquellen geschult.

Wir sind in Nepal seit 2015 aktiv. Mit derzeit zwei laufenden Projekten fördern wir aktuell rund 2.600 Menschen (direkte Zielgruppe).

Ein sicheres Zuhause

In der nepalesischen Gemeinde Gauthale konnten 2019 insgesamt 94 Häuser feierlich eröffnet und an die Dorfbewohner*innen übergeben werden. Um zu verhindern, dass die ersten schon in ihr fertiges Haus einzogen, während andere Häuser unvollendet blieben, wurden die Dorfbewohner*innen angehalten, alle Häuser gemeinsam zu bauen – eingeteilt in Bauphasen, Stockwerk für Stockwerk. Umso größer war die Freude bei der Übergabe. Ein Bewohner von Gauthale sagte:

Nach dem Erdbeben hatten wir kaum eine Unterkunft für die Familie, die noch dazu unsicher war. Jetzt haben wir ein festes und sicheres Haus mit einer Küche, zwei Schlafräumen und einer Veranda.

Trinkwasser und Bio-Landbau

Neben dem Aufbau der Wohnhäuser wurden die Trinkwasserversorgung wiederhergestellt und die Menschen in nachhaltigen Landwirtschaftsmethoden geschult. Vom Erdbeben traumatisierte Menschen erhielten therapeutische Hilfe.

„Auch Jahre nach dem Erdbeben ist die Situation in vielen Dörfern der Region ähnlich wie in Gauthale“, berichtet Projektreferentin Antje Kania. „Wir haben uns deshalb entschieden, den erfolgreichen Projektansatz auf weitere Dörfer zu übertragen.“ Das Projekt im benachbarten Jwalamukhi wurde im Mai 2019 begonnen. Beim letzten Projektbesuch im Oktober 2019 fieberten die Dorfbewohner*innen bspw. der Einweihung des Wasserhebesystems entgegen:

Ich freue mich sehr, dass das Projekt begonnen hat und kann es kaum erwarten, bis die Trinkwasserversorgung hergestellt wird, denn dies wird viele Probleme in unserem Dorf lösen.

Der Alltag kehrt zurück

Ergänzt werden die Bau- und Schulungsmaßnahmen durch Verbesserungen in der Gesundheits- und Katastrophenvorsorge sowie der Förderung des Gemeindeaufbaus. Die Schulen, von denen eine mit Spendenmitteln neu errichtet wird, werden mit Materialien und Spielgeräten ausgestattet. Kinder aus besonders benachteiligten Familien sowie Kinder mit Behinderungen werden gezielt unterstützt. Kindergruppen werden eingerichtet und heranwachsende Mädchen, die besonders von Schulabbruch bedroht sind, bei der Fortsetzung ihres Bildungswegs unterstützt.

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