Unser Mitte 2024 gestartetes Projekt "Allianz für PHE in Äthiopien" berücksichtigt Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Bereichen.
Alemitu Daba und ihre Tochter Diribe freuen sich über die Unterstützung. Der Schulbesuch und ein erfolgreicher Abschluss eröffnen die Chance auf ein besseres Leben. © Karl Kübel Stiftung / MELCA
Gemeinsam mehr erreichen, dafür ist unser Mitte 2024 gestartetes Projekt „Allianz für PHE in Äthiopien“ das beste Beispiel. Zusammen mit sechs lokalen Partnerorganisationen setzen wir ein Projekt um, das auf dem Population, Health and Environment (PHE)-Ansatz basiert, der Wechselwirkungen zwischen Bevölkerungsdynamik, Gesundheit und Umwelt berücksichtigt. Unter anderem werden dabei Bildungs- und Aufklärungsarbeit gezielt miteinander verknüpft, um nachhaltiges Denken und Handeln zu fördern. Finanziert wird es von der Merck Family Foundation.
Ziel des Projektes ist es, durch integrierte Maßnahmen die Gesundheit der Menschen zu fördern, Bildungsangebote zu stärken und natürliche Ressourcen durch nachhaltige Landwirtschaft zu schützen. Mehr als 100.000 Kinder, Frauen und Männer sollen bis Ende 2028 direkt von dem Projekt profitieren, indirekt rund 200.000 Menschen.
So wie die zehnjährige Diribe. Das Mädchen lebt mit seiner Mutter und drei weiteren Geschwistern in Adaba (rund 300 km südlich der Hauptstadt Addis Abeba). Diribe konnte bisher als einzige die Schule besuchen. Möglich war dies jedoch nur, weil ihr Onkel sie unterstützte und das notwendige Schulmaterial bezahlte. Als er sich das nicht mehr leisten konnte, blieb Diribe notgedrungen zu Hause. Für ihre Mutter Alemitu Daba ein herber Schlag, möchte sie doch nur das Beste für ihre Kinder. Als sie hörte, dass unsere lokale Partnerorganisation MELCA Mädchen aus armen Familien unterstützt, machte sie sich gleich auf den Weg, damit ihre Tochter Schulmaterialen erhält und zurück zur Schule kann. Mit Erfolg! Diribe und weitere 49 Schülerinnen erhielten eine Schultasche, Hefte und Stifte, um weiter die Schule besuchen und erfolgreich abschließen können.
Schulabbrüche vermeiden
In den ländlichen Regionen Äthiopiens ist der Zugang zu hochwertiger Grundbildung stark eingeschränkt. Mädchen sind besonders betroffen. Die Schulabbruchrate, insbesondere bei Mädchen, zu reduzieren, ist ein besonderes Anliegen des Projekts, da Bildung ein Schlüssel für nachhaltige Entwicklung ist.
Frühe Verheiratung, fehlende Möglichkeiten zur Menstruationshygiene und gemeinsam genutzte Toiletten führen zu gesundheitlichen Problemen, Unsicherheit sowie Scham und geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Konsequenz? Viele Mädchen bleiben dem Unterricht ab Beginn der Menstruation regelmäßig fern oder brechen die Schule ganz ab.
Mit unseren lokalen Partnern konnten wir an insgesamt acht Grundschulen bereits viel erreichen: Die Mädchen haben Hygiene-Pakete (dignity kits) bekommen und offen über Menstruation gesprochen – für mehr Wissen, mehr Selbstvertrauen und weniger Tabus. Zwei neue, geschützte Toiletten machen den Schulalltag für alle deutlich einfacher und sicherer. Über 1.000 neue Schulbücher und 64 Lernmodelle sorgen für besseren Unterricht und mehr Spaß am Lernen. Schulclubs und Aktionstage machen Themen wie Gesundheit, Umwelt und Gleichberechtigung greifbar und erlebbar.