Frühe Förderung von Kindern birgt hohe Wertschöpfungspotentiale

Vortrag zum Thema "Rendite durch Bildung" stieß auf reges Interesse.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine rege Diskussion mit dem Publikum. © Karl Kübel Stiftung

„Die Bildungsförderung müssen wir so ernst nehmen wie die Autoindustrie“, ist Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe überzeugt. Die Soziologin und Ökonomin referierte am 15. Oktober 2019 zum Thema „Rendite durch Bildung“ im Haus der Evangelischen Kirche in Mannheim. In ihrem Vortrag informierte sie anschaulich über den volkswirtschaftlichen Nutzen, der durch die frühe Förderung von Kindern entsteht.

Der Umfang und die Folgen von Armut „werden politisch unterschätzt“, so die Referentin. Ein Land wie Deutschland brauche neben dem Fokus auf Handwerk und Industrie ein weiteres Standbein als Dienstleistungsgesellschaft. Auch dafür seien gut ausgebildete Menschen notwendig. Die Bildungsbiografie, das zeigen die Forschungen von Meier-Gräwe, entscheidet sich früh und im Elternhaus. Deshalb sei das Konzept der Drop In(klusive), die die Karl Kübel Stiftung etabliert hat, so wertvoll. Denn es legt den Fokus nicht nur auf die Kinder, sondern ganz stark auf die Eltern. Sie sind prägend für die Bildungsbiografie ihrer Kinder.

Meier-Gräwe legte dar, dass es günstiger sei, in frühen Jahren in Förderung zu investieren, statt später die Folgen zu finanzieren. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die nicht nur einzelne Lebensphasen betrachte, sondern den gesamten Lebensverlauf, sei eindeutig: Eine niedrigschwellige Anlaufstelle und Begleitung, die die Eltern stärkt, wertschätzt und unterstützt, sei eine „kleine Investition mit großer Wirkung“. Für die Finanzierung eines Drop In(klusive) würden im Jahr rund 8.000 Euro benötigt. Das sei wenig, denn die kostenfreien Treffpunkte böten einen Begegnungsort für Mütter und Väter aller Bevölkerungsschichten. Damit wirke ein Drop In(klusive) auch aktiv gegen Segregation und das Auseinanderdriften der Gesellschaft. Meier-Gräwe: „Die Wertschöpfungspotentiale für die Gesellschaft sind sehr groß.“

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten Uta Meier-Gräwe, Anne Ressel, stellv. Dekanin der Ev.. Kirche Mannheim und Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, mit dem Publikum über das Thema. Eine Leiterin eines Drop In(klusive) berichtete von vielen berührenden und erfolgversprechenden Erfahrungen, die in dem Eltern-Kind-Treffpunkt gemacht werden: Frauen entdecken ihre Potentiale, sie unterstützen sich gegenseitig und lernen voneinander. All das wirkt sich auch positiv auf ihre Kinder aus.

Infos zum Download

  • Evaluation der Drop Ins von Prof. Dr. Norbert Neuß (240 KB)Download

Kontakt

Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
Telefon: 06251/7005-0
E-Mail: i.kuusela(at)kkstiftung.de

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