Inlandsarbeit

Literacy

Mit dem Begriff "Literacy" werden nicht nur die reinen Fähigkeiten des Lesens und Schreibens bezeichnet, sondern auch Text- und Sinnverständnis, Erkennen von Symbolik, Erfahrungen mit der Lese- und Erzählkultur der jeweiligen Gesellschaft, Vertrautheit mit Literatur und anderen schriftbezogenen Medien sowie Kompetenzen im Umgang mit der Schriftsprache. Diese ist abstrakter, besitzt einen reichhaltigeren Wortschatz, einen komplizierteren Satzbau und mehr Nebensätze als die gesprochene Sprache.

Lernen mit Echtzeug

Literacy - ein sperriger Begriff, was ist das eigentlich?

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Kinder, die in der frühen Kindheit vielfältige Erfahrungen mit Sprache gemacht haben, im Verlauf ihrer Schulkarriere in Lesen und Schreiben kompetenter sind. Nicht alle Familien können Kinder im Umgang mit Texten, Geschichten und Bildern gut begleiten.

Deshalb ist die "Literacy-Erziehung" in nahezu allen Bildungsplänen für Kindertageseinrichtungen verankert und wird überwiegend durch die Arbeit mit „kindgerechten" Bilderbüchern und Geschichten umgesetzt. Kinder lieben Geschichten und Märchen. Sie interessieren sich aber noch mehr für das, was Erwachsene auch beschäftigt, nämlich das reale Weltgeschehen.

Das Konzept

Das Literacy-Konzept der Karl Kübel Stiftung setzt auf "Lernen mit Echtzeug". Als Ausgangspunkt für Welt- und Zeichenverstehen werden Tageszeitungen aus der Region verwendet. Eine Tageszeitung, genau so real wie ein Kochlöffel und ein Schraubenzieher, Echtzeug eben und hochinteressant auch für die Kleinsten. Kinder entdecken durch die Zeitung als Medium ihr Lebensumfeld und die "große weite Welt darüber hinaus". Sie erkennen im Spiegel der Zeitung Schlüsselthemen der Menschheit ebenso wie der regionalen Entwicklung. Dazu gehören die Wetterprognosen, aber auch bundesweite Themen, Katastrophen, Straßenverkehr oder Lokalpolitik.

Kinder kommunizieren untereinander und mit Erwachsenen über die eigenen Entdeckungen im Medium Zeitung oder über das Vorgelesene. Unterstützt von Erwachsenen, die sich im Rahmen des Projektes durch die Auseinandersetzung mit der Zeitung selbst weiterbilden, entwickeln Kinder Lerninteressen.

Ziel ist nicht das Lernen von Lesen oder Schreiben, sondern das Wecken der Neugierde und das Wissen um den Informationsgehalt der Zeitung. Kinder entdecken und erkennen den Sinn von Bildern, Buchstaben und Symbolen in der menschlichen Kommunikation und können sie mit der Zeit zuordnen.

Infoflyer Literacy

Ansprechpartner

Dr. Jürgen Wüst
Tel.: 06251 / 7005-54
E-Mail: j.wuest(at)kkstiftung.de

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