Freiwilligendienst weltwärts

Couscous zum Frühstück und Bollywood-Songs im Bus

Annalena Kofler absolvierte ihren weltwärts-Einsatz bei der Gesundheitsorganisation GSHEC in Südindien - ein Schritt aus der Comfort-Zone, der sich für Annalena definitiv gelohnt hat.

Acht Monate im Good Shephard Health and Education Centre

Eindrücke aus dem Freiwilligendienst von Annalena Kofler

Ein Bericht von Annalena Kofler

Mein Handy blinkt: Eine neue Whats-App-Nachricht von Emma! Emma ist meine Teampartnerin, mit der ich acht Monate in Südindien meinen Freiwilligendienst gemacht habe. Natürlich schaue ich gleich, was sie mir dieses Mal geschickt hat: Ein Foto von ihrem Frühstück: Uppuma. Oh, wie lecker, das will ich jetzt auch. Somit ist meine Entscheidung, was es zum Frühstück gibt, schon gefallen. Uppuma ist ein indisches Frühstücksgericht aus einer Art Couscous und Gemüse. Inzwischen sind Emma und ich bereits seit fast einem Jahr wieder in Deutschland und wir denken oft an Indien zurück. Und wenn wir beim Telefonieren einmal ins Schwärmen gekommen sind, hören wir nicht mehr so schnell auf.

Wir stellen uns vor, wie wir auf dem Markt bei uns im Dorf in der Nähe der Kleinstadt Karamadai Früchte eingekauft haben, zum Nähkurs gegangen sind und mit unseren Mädels Seilspringen und Fangen gespielt haben. Unsere Aufgaben als Freiwillige waren sehr vielfältig: Wir haben die Website aktualisiert, mehrere Infofilme geschnitten und mit Mosaik und Fotos einen Zeitstrahl von den wichtigsten Ereignissen von GSHEC (das steht für Good Shepherd Health Education Centre) gestaltet. Einmal in der Woche waren wir zur Freizeitgestaltung in einem Kindergarten, einem Heim für physisch und psychisch behinderte Frauen, sowie im Mädchenheim unserer Organisation. Außerdem sind wir als assistant teacher für Englisch in die örtliche Schule gegangen. Dort wurden wir, nachdem wir eine Stunde zu Deutschland gehalten hatten, immer mit „Tschuuuss“ begrüßt. (Inder_innen fällt es schwer „ü“ auszusprechen.)

Ab und zu schaue ich auch noch bei unserem Blog von damals vorbei. Da kommt Fernweh auf. Auch wenn ich mit Freunden und Bekannten über diese einmaligen acht Monate rede, merkt man bestimmt, dass ich die Entscheidung, diesen Freiwilligendienst zu machen, genauso erneut treffen würde. Deswegen beneide ich insgeheim all die Leute, die eine solche ereignisreiche, nicht immer leichte, aber dafür umso intensivere Zeit vor sich haben. 

Mir kommt öfter im Alltagstrott eine Situation aus Indien ins Gedächtnis und ich fange an, vor mich hin zu grinsen. Zum Beispiel denke ich in der U-Bahn an die Busfahrten, bei denen selbstverständlich der gesamte Bus mit den neuesten Bollywood-Filmsongs beschallt wird. Hier sitzen alle mit ihren Kopfhörern auf den Ohren da. Statt des typischen Coffee-to-Go in Deutschland nehmen sich in Indien viele Leute die Zeit, einen frisch zubereiteten Chai (Tee) zu trinken.

Auch wenn zufällig mal eine Diskussion bei meinen Freunden zu Rassismus, Entwicklungspolitik oder fremden Kulturen aufkommt, kann ich die Dinge, die ich bei der Karl Kübel Stiftung auf Seminaren oder während meines Freiwilligendiensts gelernt habe, beisteuern. All diese Erinnerungen, die Erfahrungen und diesen anderen Blickwinkel möchte ich nicht missen. Es war am Anfang kein einfacher Schritt, mich aus meiner „Comfort-Zone“ herauszubewegen, aber das war es definitiv wert. Und so schicke ich Emma ein Foto von meinem (natürlich viel besseren) Uppuma zurück.

Wenn du gerade selber überlegst, ob du diesen Schritt wagen sollst, informiere dich hier über den Freiwilligendienst bei der KKS, schreibe bei Fragen einfach eine Mail und bewirb dich. Vielleicht sehen wir uns beim Vorbereitungsseminar.

Alle Erfahrungsberichte auf einen Blick 

Annalena Kofler bei GSHEC in Indien

Annalena Kofler aus der Nähe von Memmingen nahm 2016/17 mit der Karl Kübel Stiftung am weltwärts-Freiwilligendienst teil. Zusammen mit ihrer Teamkollegin Emma absolvierte sie ihren Freiwilligendienst im Nonnenkonvent der GSHEC (Good Shepherd Health and Education Centre) in der südindischen Kleinstadt Karamadai.

 

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