Fünf junge Initiativen erhalten den FAIRWANDLER-Preis 2019

Haltung zeigen! – gegen Ausgrenzung lautete das Motto der FAIRWANDLER-Preisverleihung.

Ein Abend voller Inspiration: die FAIRWANDLER-Preisverleihung 2019.

Unter dem Motto „Haltung zeigen! – gegen Ausgrenzung“ zeichnete die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie am Welttag der sozialen Gerechtigkeit, 20. Februar 2019, fünf Initiativen mit dem FAIRWANDLER-Preis aus. Mit der Preisverleihung möchte die Stiftung junge Menschen, die sich nach einem Auslandseinsatz für eine gerechte Welt einsetzen, in ihrem Engagement bestärken. An der feierlichen Verleihung in der Frankfurter jugend-kultur-kirche sankt peter nahmen rund 200 Gäste teil. Der Preis wurde in vier Kategorien verliehen.

„Auf der Erde herrscht Zukunftsmissbrauch. Wir zeigen der Welt die schwarze Karte.“ In einer öffentlichkeitswirksamen Performance prangerten rund 100 Jugendliche vom Aktionsbündnis „You move“ am 9. September 2018 vor dem Brandenburger Tor in Berlin die Zerstörung ihrer Zukunft an. Sie machten sich für die Teilhabe von Jugendlichen an politischen Prozessen stark. Für ihre aufrüttelnden Aktionen erhielt diese Kampagne des Vereins Demokratische Stimme der Jugend den FAIRWANDLER-Preis in der Kategorie Kreativ-künstlerisches Engagement.

„Mit dem FAIRWANDLER-Preis zeichnen wir junge Menschen aus, die Haltung zeigen gegen Ausgrenzung und die sich für ein respektvolles Miteinander einsetzen“, so Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie. Stiftungsratsvorsitzender Matthias Wilkes betonte bei der Preisverleihung: „Eine klare Haltung erfordert Wissen und Orientierung in den komplexen Sachzusammenhängen der globalen Welt. Beides erarbeiten sich die jungen Frauen und Männer mit einem Auslandseinsatz.“

Wandel beginnt in den Köpfen

„Wandel beginnt immer in den Köpfen“, ist Patrick Jürgens vom Berliner Verein VisaWie? überzeugt. „Deshalb machen wir Bildungsarbeit und engagieren uns politisch.“ Die jungen Aktivist*innen stören sich wie viele der Nominierten an der zunehmenden Abschottung Europas. Sie wollen Bewegung in die Visavergabe-Praxis bringen: „Wir möchten daran erinnern, dass immer noch der Geburtsort darüber entscheidet, ob und wohin ein Mensch reisen darf,“ erklärte Kilian Hüfner von VisaWie?. Für ihren Dokumentarfilm „Die Macht des Visums“ wurde die Initiative mit dem FAIRWANDLER-Preis in der Kategorie Gesellschaftspolitisches Engagement geehrt. Ausgezeichnet wurde der Verein außerdem für ein zweites Projekt: das „Reisepass-Quartett“ – ein Gesellschaftsspiel, das das Thema Visavergabe einer breiten Öffentlichkeit spielerisch zugänglich machen soll.

Mit „ConnAct global“ erhielt ein neues, alternatives Reisekonzept den Preis in der Kategorie Interkulturelles Miteinander. „Wir möchten erreichen, dass sich Einheimische und Reisende kennenlernen und die Welt dadurch offener und vernetzter wird“, beschrieb Preisträgerin Marlene Eimterbäumer die Idee des gleichnamigen Vereins. Aus diesem Wunsch heraus gründete die Osnabrücker Initiative gemeinsam mit Studierenden aus aller Welt eine Online-Plattform. Dort finden Reisende weltweit Projekte, an denen sie vor Ort mitwirken können.

Um den Abbau von Vorurteilen dreht sich auch das Projekt „Walk in my shoes“ des Hamburger Vereins BaSchu. Es gewann den Preis in der Kategorie Bildung. Ziel des Projekts ist es, dass sich Schüler*innen und Geflüchtete kennenlernen. „Verständnis funktioniert nur, wenn man sich kennt,“ sagte Mohammad Khalefeh von BaSchu. „Walk in my shoes“ bringt Kindern und Jugendlichen, insbesondere mit Rollenspielen, Fluchterfahrungen nahe.

Brücken zwischen Kulturen bauen

„Gerade in der aktuellen Situation brauchen wir Menschen, die Brücken zwischen Kulturen bauen und die Globalisierung menschlicher gestalten“, so Tepel. Mit dem Preis verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro und fachliche Unterstützung durch ehrenamtliche Coaches.

Überreicht wurden die Preise von Nia Künzer. Die ehemalige Fußball-Nationalspielerin, die heute im Bereich Integration tätig ist, hob hervor, dass der FAIRWANDER-Preis eine Chance für Initiativen bietet, die noch ganz am Anfang stehen. „Sie bekommen hier einen richtigen Push in der Öffentlichkeit und können viel Unterstützung dazugewinnen. Er motiviert nicht nur die Ausgezeichneten enorm, sondern auch andere junge Leute“, sagte Künzer.

„Jedes einzelne der nominierten Projekte heute Abend ist ein beeindruckendes Beispiel für junges entwicklungspolitisches Engagement in Deutschland“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Norbert Barthle. „Viele der nominierten Preisträgerinnen und Preisträger sind ehemalige Teilnehmende eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes. Solch ein Freiwilligendienst öffnet die Augen für die globalen Unterschiede“, betonte er. „Jeder Mensch kann etwas bewegen. Die FAIRWANDLER machen es vor.“

FAIRWANDLER-Preis: www.fairwandler-preis.org

Preisverleihung 2019

© Karl Kübel Stiftung / Thomas Neu

Alle fünf ausgezeichneten Teams mit Vertretern der Karl Kübel Stiftung und Nia Künzer.
Julia Marie Geusch eröffnete den Abend mit ihrer Coverversion des Liedes "Grenzen".
Ex-Fußballnationalspielerin Nia Künzer überreichte die Awards.
Das Publikum in sankt peter fieberte der Verleihung entgegen.
Das Reisekonzept "ConnAct global" bekam den Preis in der Kategorie Interkulturelles Miteinander.
Der Verein "VisaWie?" wurde gleich zweimal mit dem Preis ausgezeichnet.
Das Aktionsbündnis "You move" gewann den Preis in der Kategorie Kreativ-künstlerisches Engagement.
Die Initiative "Walk in my shoes" wurde mit dem FAIRWANDLER-Preis in der Katgorie Bildung ausgezeichnet.
Die Band Besidos sorgte für musikalische Unterhaltung.
Die rund 200 Gäste in sankt peter lauschten interessiert den innovativen Projekten der jungen Aktivist*innen.
Vorstandsmitglied Daniela Kobelt Neuhaus (re.) mit Besucher*innen.
Besucher informieren sich über die vielfältigen nominierten Projekte.

Der FAIRWANDLER-Preis auf einen Blick

Der FAIRWANDLER-Preis wird jährlich bundesweit von der Karl Kübel Stiftung ausgeschrieben. Er richtet sich an 18- bis 32-Jährige und würdigt das Engagement junger Menschen, die sich mit eigenen Initiativen für eine faire und gerechte Welt einsetzen. Der Preis umfasst ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro sowie praktische Unterstützung in Form von Patenschaften und Coachings. Darüber hinaus gibt es mit dem Preis eine weitere Chance: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bietet eine individuelle Prüfung und Beratung der Projektideen an, so dass die Initiativen ggf. mit bis zu 10.000 Euro vom BMZ gefördert werden können.

Preisträger*innen 2017/18
 

Kontakt

Stephanie Himmel
Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
Darmstädter Straße 100, D 64625 Bensheim
s.himmel(at)kkstiftung.de

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