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Entwicklungspartnerschaft

Im November 2013 kam es mit einem der stärksten Taifune, die je gemessen wurden, auf den Philippinen zu einer für die Menschen verheerenden Katastrophe. Über eine Million Häuser wurden dabei beschädigt, die Hälfte davon total zerstört. Nach offiziellen Regierungsangaben starben 6.300 Menschen, 28.700 wurden verletzt und 1.000 als vermisst gemeldet. Darüber hinaus verursachte der Taifun einen Sachschaden von ca. 1,5 Milliarden Euro.

Grundsteinlegung in der San Jose Elementary School in Patao, Bantayan, Anfang Februar 2015: Ian Christopher G. Escario (li.), Bürgermeister Bantayan, und der Bergsträßer Landrat Matthias Wilkes

Ian Christopher G. Escario (li.), Bürgermeister der Gemeinde Bantayan, und Matthias Wilkes, Landrat Bergstraße und Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung

Zusammenarbeit auf den Philippinen erfolgreich - der Kreis Bergstraße hilft nach dem TaifunBesonders stark betroffen war der innere Teil der Philippinen, unter anderem die nordwestlich von Cebu gelegene Insel Bantayan. Hier wurden rund 90 Prozent aller Wohnhäuser der ca. 137.000 Einwohner zerstört. Auch die örtliche Grundschule und das von der Karl Kübel Stiftung geförderte Gemeindezentrum in Guiwanon sowie ein Großteil der öffentlichen Einrichtungen wurden dem Erdboden gleich gemacht.

Vor dem Eindruck dieser katastrophalen Auswirkungen für die ansonsten schon von Armut betroffenen Menschen auf der Insel hat sich der Kreis Bergstraße im Dezember 2013 entschieden, erstmalig ein kommunales Hilfsprojekt aufzulegen und mit Bantayan eine Partnerschaft einzugehen. Der Landkreis konnte dabei auf ein neu aufgelegtes Programm des deutschen Entwicklungshilfeministeriums (BMZ) zurückgreifen, welches gezielt kommunale Entwicklungspartnerschaften fördert. In Hessen ist der Kreis Bergstraße der erste Landkreis, der an diesem Programm teilnimmt. 90 Prozent der Projektmittel werden vom Bund über das Entwicklungshilfeministerium finanziert; 10 Prozent sind durch den Landkreis aufzubringen. Ein großer Teil der erforderlichen Mittel konnte bereits durch Spenden eingenommen werden.

Die Karl Kübel Stiftung begleitet als Partner des Kreises Bergstraße die Umsetzung des Projekts fachlich und ist zuständig für die Durchführung der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. In Bantayan stellt der philippinische Kooperationspartner der Stiftung das externe Monitoring sowie die fachliche Begleitung der Projektmaßnahmen sich

Grundsteinlegung in der San Jose Elementary School in Patao, Bantayan, Anfang Februar 2015: Ian Christopher G. Escario (li.), Bürgermeister Bantayan, und der Bergsträßer Landrat Matthias Wilkes
Projektpartner aus den Philippinen und Deutschland bei der Grundsteinlegung.
Die Rektorin der Schule, Judalyn L. Mulle
Ian Christopher G. Escario (li.) und Ralf Tepel vom Vorstand der Karl Kübel Stiftung
Die philippinische Kinder mit bunten Tanzprogramm.
Hessen hilft den Philippinen - Einweihung des Kindergartens
Kinder empfangen Gäste aus Deutschland herzlich.
Der Unterricht musste weitergehen. Unterricht unter blauen Unterdach.
Foto zeigt zerstörtes Schulgebäude vor etwa einem Jahr
Diese Provisorien ersetzten nach dem Taifun die Klassenräume.

Wiederaufbau und Maßnahmen zum Thema Katastrophenschutz

Die Projektlaufzeit ist von August 2014 bis August 2015. Das Projekt soll vor allem einen Beitrag dazu leisten, den Schutz der Menschen bei weiteren Naturkatastrophen zu verbessern. Der Kreis Bergstraße hat mit der Gemeinde Bantayan gemeinsam entschieden, zu diesem Zweck vier zerstörte Klassenräume der Grundschule San Jose im Ortsteil Patao wieder aufzubauen, um damit wieder einen geregelten Unterricht und die sichere Unterbringung der Kinder zu gewährleisten. Zudem werden die Gebäude so errichtet, dass sie im Ernstfall auch als Katastrophenschutzzentrum benutzt werden können. Weitere Sensibilisierungen und Informationen der Bevölkerung durch Informationskampagnen zum Thema Katastrophenschutz gehören ebenfalls zu den Projektzielen. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit die Perspektive haben, über die Projektlaufzeit hinaus die Verbindung zwischen dem Kreis Bergstraße und der Gemeinde Bantayan weiter auszubauen. Fragestellungen, wie zum Beispiel regenerative Energien zur Versorgung der dortigen Bevölkerung genutzt werden können, sollen von Fachleuten beider Seiten diskutiert werden.

Bestandteil des vom Entwicklungshilfeministerium geförderten Projekts ist auch der direkte persönliche Austausch der Entscheidungsträger. Daher reiste Landrat und Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung Matthias Wilkes Anfang Februar nach Bantayan und konnte im Rahmen seines Besuchs auch an der Grundsteinlegung für die vier neuen Klassenräume teilnehmen. "Die Stimmung und Zuversicht, trotz der gewaltigen Traumatisierung durch den Taifun, insbesondere bei den Schulkindern und Lehrern war überwältigend", so Wilkes. Die Bauzeit der Klassenräume ist auf 120 Tage festgelegt, sodass pünktlich zum Projektende im August 2015 die Fertigstellung mit Beginn des neuen Schuljahres stattfinden kann.

Gegenbesuch aus den Philippinen

Der Gegenbesuch an der Bergstraße durch den Bürgermeister der Stadt Bantayan, Ian Christopher G. Escario, wird im Mai 2015 erfolgen. Wilkes hatte die Möglichkeit, sich durch Besichtigungen und Infovorträge vor Ort ein Bild von den Verwüstungen und vom Stand der Wiederaufbaumaßnahmen zu machen. Der Bürgermeister von Bantayan soll bei seinem Besuch an der Bergstraße vor allem die Gelegenheit bekommen, über die Situation in seiner Gemeinde und die konkreten Auswirkungen des Klimawandels auf den Philippinen in Bergsträßer Schulen und vor interessierter Öffentlichkeit zu berichten. "Es ist eine riesige Chance und wäre schön, wenn viele Bergsträßer Schulen im Rahmen ihres Bildungsauftrags die Gelegenheit nutzen würden, aus erster Hand Informationen zu entwicklungspolitischen Herausforderungen an ihre Schüler zu vermitteln", so der Appell von Wilkes.

Abschließend stellt der Landrat fest, dass der Erfolg dieses entwicklungspolitischen Hilfsprojekts in jeder Beziehung gegeben ist: "Den Menschen in Armutsregionen vor Ort zu helfen, insbesondere auch nach Naturkatastrophen, von denen wir in Mitteleuropa ja weitgehend verschont bleiben, ist nicht nur eine humanitäre Aufgabe, sondern liegt auch im Interesse der globalen Zusammenarbeit und Stabilität. Flüchtlingsbewegungen, die in der Welt immer größer werden, lassen sich auch dadurch am besten reduzieren. Schließlich ist es der Wunsch aller Menschen, eine Chance und Perspektive in der eigenen Heimat zu haben. Dafür hat der Kreis Bergstraße mit diesem Projekt einen kleinen aber für die Menschen vor Ort wirkungsvollen Beitrag leisten

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