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Zu Hause im Sozialraum: das Familienzentrum

Die vierte Fachtagung des Bundesverbands der Familienzentren fand am 19. November im Kursaal Bad Cannstatt in Stuttgart statt. Sie widmete sich dem Familienzentrum als One-Stopp-Shop im Sozialraum. In diesem Jahr kooperierte der Verband mit der Landeshauptstadt Stuttgart. Schirmherrin der Tagung war Staatssekretärin Marion von Wartenberg (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport). Mehr als 220 Personen hatten sich zum Fachtag angemeldet.

Schirmherrin Staatssekretärin Marion von Wartenberg (re.) und Daniela Kobelt Neuhaus, Präsidentin des BVdFZ

Schirmherrin Staatssekretärin Marion von Wartenberg (re.) und Daniela Kobelt Neuhaus, Präsidentin des BVdFZ

Im Zentrum des Fachtags stand die Vision, dass im familiären Lebensumfeld fußläufig nicht nur eine Kindertageseinrichtung steht, die beste Bildung, Erziehung und Betreuung vorhält, sondern dass im gleichen Haus auch für die ganze Familie pass genaue Angebote vorgehalten werden, die ihren Lebenslagen und Bedarfen entsprechen. Die Zentren werden, wie Prof. Dr. Günter Rausch von der Evangelischen Fachhochschule Freiburg in seinem Vortrag ausführte, zu Dreh- und Angelpunkten für ein aktives und familienfreundliches Gemeinwesen.

Viele junge Familien sehen sich heute vor der Herausforderung, ohne Unterstützung durch Verwandte Beruf, Kindererziehung und Freizeit unter ein Dach zu bringen. Dabei sind die Familien so unterschiedlich in ihrer Zusammensetzung, ihrer Herkunft und Tradition wie nie zuvor. In enger räumlicher Nähe leben Kinder und Eltern, die von Armut bedroht sind oder Fluchterfahrung haben und Familien, die ihr Wochenende gerne auf den Seychellen oder beim Extremsport verbringen. Die Erfahrung zeigt, dass alle diese Familien, so unterschiedlich sie auch sein mögen, stets Fragen und Anliegen mitbringen, die sie in eine Kindertageseinrichtung hineintragen, wenn sie dort offene Ohren und wertschätzende Unterstützung finden. Ob es um Erziehungsfragen, um Bildungsanliegen wie Sprachförderung oder um das Ausleihen von Büchern geht oder um gesundheitliche oder finanzielle Sorgen und Probleme im Umgang mit Behörden: An dieser Stelle laufen die Dinge zusammen und können gebündelt und sortiert, beantwortet oder delegiert werden.

Wie das gehen kann, wurde an 16 Thementischen von Expertinnen und Experten aus Kinder- und Familienzentren gezeigt. Vertreterinnen aus unterschiedlichen Familienzentren griffen typische Herausforderungen von Familienzentren auf, zum Beispiel Koordinierung von Angeboten für Familien im Stadtteil oder Dorf, Zusammenarbeit mit Eltern, Fachexperten aus Beratung und medizinischer Versorgung und mit Behörden oder Lobby-Arbeit für eine inklusive und familienfreundliche Infrastruktur im Umfeld.

Bevor das Improtheater ARTGenossen auf die Bühne kam, diskutierten der Jugendamtsleiter Bruno Pfeifle, die Landesvorsitzende Thekla Walker vom Bündnis 90/ DIE GRÜNEN, die Präsidentin des Bundesverbands für Familienzentren e.V. Daniela Kobelt Neuhaus und Vertreterinnen von Trägern und Praxis bei einem Podium. Petra Klein (SWR 1 Baden-Württemberg) moderierte das Podium mit dem Titel "Chancengerechtigkeit durch vernetzte Strukturen?"

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