Zehn Jahre weltwärts - so fing alles an

Interview mit Dr. Kirsten Sames vom weltwärts-Team der Karl Kübel Stiftung.

Dr. Kirsten Sames (l.) zeigt mit ihren weltwärts-Kolleginnen Teresa Bauriedel und Andrea Riehle die Entsendeplätze der Stiftung in Indien und auf den Philppinen. Foto: © Karl Kübel Stiftung

"weltwärts" ist ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahre, an dem sich die Karl Kübel Stiftung als Entsendeorganisation beteiligt. Seit 2009 ist Dr. Kirsten Sames, Referentin im weltwärts-Team der Karl Kübel Stiftung, verantwortlich für die Durchführung der Programme weltwärts Nord-Süd bzw. Süd-Nord. Sames begleitet die Entsendung der Freiwilligen nach Indien und auf die Philippinen und betreut die indischen Freiwilligen in Südhessen. Sie besucht auch regelmäßig die Einsatzplätze. 

Was hat die Stiftung vor zehn Jahren dazu bewogen, sich am weltwärts-Freiwilligenprogramm als Entsendeorganisation zu beteiligen?
Kirsten Sames: Wir hatten schon lange auf ein solches Programm als Ergänzung für unsere entwicklungspolitische Bildungsarbeit gewartet. Beim Start konnten wir bereits auf erfahrene Partner der Entwicklungszusammenarbeit zurückgreifen, die bereit waren, Freiwillige aufzunehmen.

Was war Ihre persönliche Motivation, diese Aufgabe bei der Karl Kübel Stiftung zu übernehmen?
Sames: Ich hatte das Glück, bei einem längeren Indienaufenthalt das weltwärts-Programm und die Mitarbeiter im Karl Kübel Institute for Development Education (KKID) in Coimbatore persönlich kennenzulernen. Die Auszeit in Indien hat bei mir den Wunsch nach beruflicher Veränderung reifen lassen und es war ein glücklicher Zufall, dass zu diesem Zeitpunkt gerade eine Stelle im weltwärts-Team frei wurde.

Die Stiftung entsendet 20 Freiwillige nach Indien und auf die Philippinen. Mit wie vielen Freiwilligen sind Sie im Jahr 2008 gestartet?
Sames: Wir haben mit acht Freiwilligen angefangen und das Programm sukzessive erweitert.

Mit welchen Erwartungen gehen die Freiwilligen in die Entwicklungsländer?
Sames:
Die Motive sind ganz unterschiedlicher Natur. Die meisten wollen nach dem Abitur mal weg von zu Hause und möchten gerne eine andere Kultur kennenlernen. Sie wollen aber nicht nur reisen, sondern etwas Sinnvolles tun und dabei etwas über Entwicklungszusammenarbeit lernen.

Werden die Erwartungen der Freiwilligen erfüllt?
Sames:
In der Regel sagen alle, dass sie viel über Entwicklungszusammenarbeit gelernt und sich persönlich weiter entwickelt haben. Manche Freiwillige erwarten allerdings feste Aufgaben. Die gibt es aber oft nicht, denn die Freiwilligen sind ja sozusagen als Zusatzkräfte vor Ort. Statt dessen ist viel Eigeninitiative gefragt und das fällt nicht allen leicht.

Seit zwei Jahren kommen auch Inder*innen an die Bergstraße für einen weltwärts-Freiwilligendienst. Wie kam es dazu?
Sames:
Wir fanden den Gedanken gut, nicht nur einseitig in eine Richtung zu entsenden. Für unsere Arbeit ist es sehr hilfreich, den Freiwilligendienst nun aus einer komplett anderen Perspektive zu sehen, weil es uns hilft, die Projektpartner viel besser zu verstehen. Außerdem entspricht es unserer Vorstellung von einer Partnerschaft auf Augenhöhe, auch junge Menschen aus Indien an dem Programm zu beteiligen.

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