Öko-Landbau in Indien erfordert Durchhaltevermögen

Die Karl Kübel Stiftung fördert seit zehn Jahren gemeinsam mit der Peermade Development Society zur Existenzsicherung ökologische Landwirtschaft im südindischen Kerala

Die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft in Kerala erfordert Durchhaltevermögen und Unterstützung. Sonst könnten die Kleinbäuer*innen anfangs nicht überleben. Das wurde beim Vortag "Wo der (Bio)-Pfeffer wächst" in der Ev. Stephanusgemeinde in Bensheim deutlich. Auf Einladung der Karl Kübel Stiftung stellte Dr. Hubby Mathew von der Peermade Development Society (PDS) die Arbeit der Nichtregierungsorganisation vor, die erfolgreich Farmer*innen im Öko-Landbau schult und weltweit Bio-Pfeffer exportiert.

Angefangen habe alles mit einem Pilz, der den schwarzen Pfeffer in der Region  befallen habe und die Pflanze vertrocknen ließ, erzählte Mathew, der seinen Vortrag in Englisch hielt. 1978 war das. Der Pilz, hervorgerufen durch den Einsatz von Pestiziden, führte zum Umdenken. „Das war der Start der ökologischen Landwirtschaft.“ Die 1980 gegründete PDS unterstützt seitdem Kleinbäuer*innen bei der Umstellung auf Öko-Landbau mit Schulungen, Vernetzungsangeboten und Anschubfinanzierungen. Allein aus eigener Kraft würden die Menschen, die ohnehin schon am Existenzminimum leben, es nicht schaffen.

Wer auf Öko-Landbau umstelle, müsse drei Jahre warten, bevor sich der Boden regeneriert habe und die Gewürze Bio-Qualität vorweisen würden, die zertifiziert werden könne, so Mathew. Da die Erträge und Renditen der Kleinbäuer*innen in dieser Phase einbrechen würden, seien sie auf Unterstützung angewiesen.

Bessere Lebensbedingungen für 5.000 Kleinbäuer*innen 

Die Karl Kübel Stiftung und PDS haben daher Projekte aufgelegt, die die Menschen bei der Umstellung unterstützen und ihnen zusätzliche Einkommensquellen ermöglichen. „Unser aktuelles Projekt verbessert die Lebenssituation von 5.000 Kleinbäuer*innen in Kerala“, so Ralf Tepel vom Vorstand der Karl Kübel Stiftung. Neben dem Bau von Biogasanlagen, Brunnen sowie Schulungen in ressourcenschonender und nachhaltiger Landwirtschaft erhalten z.B. 350 Familien Hühner, um eine kleine Hühnerzucht aufzubauen. Weitere 225 Familien bekommen zwei Ziegen samt Unterstand. Tepel wies auch auf die schwierigen Bedingungen hin, unter denen die Menschen im Projektgebiet leben: abgelegen, steiles, unwegsames Gelände, kleine Anbauflächen unter einem Hektar, regenabhängige Landwirtschaft.

Auch wenn der Weg anfangs mühevoll ist, er lohnt sich: Die Kleinbäuer*innen haben nach der Umstellung auf Öko-Landbau ein höheres Einkommen, ernähren sich gesünder und schonen die Umwelt. PDS kann stolz auf ihre Erfolgsgeschichte sein. Die Organisation betreibt mittlerweile sogar zwei kleine Fabriken, in der Bio-Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Kurkuma, Zimt und Bio-Tee der Kleinbäuer*innen verarbeitet, verpackt und weltweit exportiert werden. Auch hier in Deutschland sind die Produkte in Bio-Märkten zu finden. Zahlreiche Zertifizierungen stehen für die hohe Qualität.

Jede Spende hilft Jetzt spenden Initiative Transparente Zivilgesellschaft BIC HELADEF1BEN
IBAN DE41 5095 0068 0005 0500 00