weltwärts-Programm fördert Weltoffenheit und Toleranz

Die Karl Kübel Stiftung feierte das zehnjährige Bestehen des Freiwilligendienstes.

Impressionen von der zehn Jahre weltwärts-Feier

© Karl Kübel Stiftung

Rund 50 Personen posieren für ein Foto
Zwei Frauen und ein junger Mann am Frühstückstisch
Zwei lachende junge Frauen
Mehrere Flaschen mit Bildern
Eine lächelnde Inderin
Viele Menschen in einem Raum
Ein Frau schreibt etwas in ein Heft
Eine Frau an einem Stand

Aus vielen Ecken Deutschlands waren ehemalige weltwärts-Teilnehmer*innen angereist, um mit uns das zehnjährige Bestehen des Freiwilligendienstes im Bürgerhaus Kronepark zu feiern. So wie Milena Garbers aus Hamburg und Klara Dietrich aus Gießen.

Beim gemeinsamen Frühstück nutzen die beiden 20-Jährigen die Gelegenheit, sich mit ehemaligen und jetzigen weltwärts-Freiwilligen auszutauschen. Da wurden Erinnerungen an die Zeit in Indien und auf den Philippinen lebendig und tauchten immer wieder Fragen auf wie, Was machst du jetzt? Bist du im entwicklungspolitischen Bereich aktiv?

Milena, die 2016 am weltwärts-Freiwilligenprogramm teilgenommen hatte, war acht Monate in Indien: „Ich habe im Mädchenheim der Organisation NMCT gewohnt und abends und am Wochenende etwas mit den Mädchen unternommen. Außerdem habe ich Öffentlichkeitsarbeit für die Organisation gemacht.“ Der Aufenthalt dort hat ihre Perspektive bezüglich anderen Menschen und Kulturen verändert. „Ich bin offener für andere Lebensweisen und Kulturen geworden. Und ich reflektiere mein eigenes Handeln mehr, frage mich, welche Konsequenzen es hat“, sagt Milena. Entwicklungspolitische Fragestellungen interessieren sie nach wie vor sehr. Ab Herbst studiert sie Development Studies in Lund/Schweden.

Austausch von Nord nach Süd und Süd nach Nord 

Weltoffener, toleranter und reflektierter, das ist auch Nicola Wüstner durch ihren Aufenthalt in Indien geworden. “Und ich kann mich auch mit wenig zufrieden geben“, so die 29-Jährige. Sie gehörte zu den ersten Freiwilligen, die vor zehn Jahren am weltwärts-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Karl Kübel Stiftung teilgenommen haben. „Ich finde es schön, dass es jetzt auch ein Süd-Nord-Programm gibt und Inderinnen und Inder nach Deutschland kommen“, sagt Nicola Wüstner.

Beim Markt der Möglichkeiten nutzte sie die Gelegenheit, ein „Bewegungsbuch“ mitzugestalten. In dem Buch sollten die Rückkehrer*innen schreiben, was sie bewegt. An anderen Stationen konnten sie und alle weiteren Gäste Kleider tauschen, bei Schätzspielen ihr Wissen testen oder sich kreativ mit den UN-Nachhaltigkeitszielen auseinandersetzen. Darüber hinaus gab es Infos zum Masala-Magazin, weltwärts-Programm und FAIRWANDLER-Preis der Karl Kübel Stiftung.

Anfangs keine leichte Entscheidung gewesen

In einer kurzen Ansprache erinnerte Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, an die Anfänge des Programms. Er betonte, dass es damals keine leichte Entscheidung für die Stiftung gewesen sei, in dieses Programm einzusteigen, „denn damit übernimmt man eine enorme Verantwortung. Wir begleiten viele junge Menschen in der Phase des Erwachsenwerdens und das in einem Umfeld, das mit seiner fremden Kultur und für acht Monate weit weg von Daheim viele Einschränkungen und Herausforderungen mit sich bringt.“

Aber die Karl Kübel Stiftung mache das zusammen mit vielen vertrauenswürdigen Partnern in Indien und auf den Philippinen sowie einer guten Vorbereitung und Begleitung durch die Mitarbeiter der Stiftung, von daher sei sie gut aufgestellt. Das Programm sei vom Stifter Karl Kübel in seinen Grundzügen schon vor Jahrzehnten vorgedacht worden, denn es habe ihm am Herzen gelegen, Menschen den Blick über den Tellerrand  zu ermöglichen, um sich ein kritisches und reflektiertes Bild von der Welt zu machen. „Es braucht ganz besonders Menschen wie unsere Freiwilligen, die diesen kritischen Blick haben, in einer Zeit, in der oftmals einfache Wahrheiten propagiert werden“, so Tepel.

"Die jungen Menschen haben mein Leben bereichert"

Dr. Malathi, die die Freiwilligen vor Ort in Indien als Mentorin begleitet, sagte, „ für mich war das Thema Freiwilligendienst zu Beginn etwas völlig Unbekanntes. Als mir vor über zehn Jahren zum ersten Mal die Idee vorgestellt wurde, hatte ich große Vorbehalte. Ich habe offen gefragt, was sollen die jungen Leute hier? Ich habe viel gelernt in der Zeit und kann heute sagen, dass der Freiwilligendienst mich geprägt und die Menschen und Projekte, in denen die vielen jungen Menschen seitdem tätig waren, bereichert haben. In meinem Land wurden junge Menschen aus dem Westen bis dato ausschließlich als Touristen wahrgenommen. Jetzt waren plötzlich junge Menschen da, die blieben, die arbeiteten, die sich mit der Kultur, dem Alltagsleben beschäftigten, die eintauchten und ein Teil von uns und unseren Familie wurden. Das war neu, das war und ist bereichernd, selbst für unsere Jugend, die so oft den Modellen und Moden der westlichen Welt nacheifert.“ 

Dr. Kirsten Sames vom weltwärts-Team der Stiftung dankte Dr. Malathi für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren und sie freue sich auf die weitere Arbeit mit ihr und den jungen Menschen. Am Nachmittag klang das schöne Fest dann aus. So konnten alle noch rechtzeitig zum Fußballspiel Deutschland - Schweden nach Hause. So wie der Fußball während der Weltmeisterschaft viele Menschen verbindet, so verbindet auch das weltwärts-Programm Menschen weltweit. Mehr noch, viele prägt es ein Leben lang.

weltwärts-Freiwilligendienst für 18- bis 28-Jährige

"weltwärts" ist ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahre, an dem sich die Karl Kübel Stiftung seit 2008 als Entsendeorganisation beteiligt. Die Stiftung entsendet ihre Freiwiliigen in der Regel in 2er-Teams in ein Projekt in Indien oder auf den Philippien.

Das Programm ist das Richtige für Menschen, die eine neue Kultur kennenlernen wollen, sich für entwicklungspolitische Zusammenhänge interessieren und bereit sind, sich an andere Lebensumstände anzupassen. Bewerbungen für 2019 sind ab sofort bis 31.Oktober 2018 möglich. Weitere Infos gibt´s hier. 

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