So kann Partizipation gelingen

Beim StiftungsTag vom 5. bis 7. Juni in Mannheim ging es um das Thema Demokratie. Was bedarf einer lebendigen Demokratie? Wie kann Partizipation gelingen? Wie ist das Engagement von Stiftungen in anderen Ländern zu sehen? Um diese und viele weitere spannende Fragen ging es in den Veranstaltungen. Auch wir von der Karl Kübel Stiftung machten mit.

Impressionen vom Deutschen StiftungsTag

© Detlef Eden/Bundesverband Deutscher Stiftungen

Daniela Kobelt Neuhaus (Karl Kübel Stiftung) und Manfred Kretschmann (Ministerpräs. v. BW) auf dem StiftungsTag. (© Detlef Eden/Bundesverband Deutscher Stiftungen)

„Demokratie von unten. Wie Partizipation aller gelingen kann“ – unter diesem Motto hatte die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie auf dem Deutschen StiftungsTag in Mannheim zu einer Veranstaltung eingeladen. In ihrem Kurzreferat zum Thema „Familienzentren als Orte gelebter Partizipation“, betonte Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, wie wichtig es ist, Eltern und Kinder von Anfang aktiv bei der Gestaltung der Angebote und des Lebensumfeldes zu beteiligen.

Und wie sieht es mit der Partizipation in der eigenen Stiftung und Organisation aus? Das diskutierten die Teilnehmenden zunächst in kleinen Runden. Auf der anschließenden Podiumsdiskussion mit Daniela Kobelt Neuhaus,  Dr. Hans-Peter Meister von Cadamus Deutschland und Prof. Dr. Simone Abendschön von der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde über diese Ergebnisse angeregt weiter diskutiert. Als wichtigste Bedingungen für eine gelingende Beteiligung aller wurden der Dialog auf Augenhöhe, ein niedrigschwelliger Zugang zu Beteiligungsangeboten sowie eine Verbindlichkeit im Umgang mit Ergebnissen identifiziert.

Auch das Einbringen eigener Kompetenzen sowie das Erleben von Selbstwirksamkeit sind aus Sicht der Teilnehmenden wichtige Elemente, um Demokratieprozesse zu gestalten. Strukturelle Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Orte der Begegnung und des Austauschs, sind weitere notwendige Voraussetzungen.

Stiftungshandeln in Entwicklungsländern

Bei einer anderen Veranstaltung des StiftungsTags zum Thema "Zu Risiken und Nebenwirkungen: Wie demokratisch ist unser Handeln im globalen Süden?" ging es um die Fragen wie „Welche Wirkung hat humanitäres Stiftungshandeln auf die Zivilgesellschaft in Ländern, in denen nach unseren Maßstäben autokratische Strukturen oder zumindest labile Demokratien vorherrschen?

Ralf Tepel vom Vorstand der Karl Kübel Stiftung und Sarah Gekeler, Partnership Development Manager von Soceo, wiesen bei der Podiumsdiskussion darauf hin, dass Stiftungsarbeit, insbesondere wenn sie zusammen mit zivilgesellschaftlichen Partnern in Entwicklungsländern umgesetzt wird, demokratisches Handeln unterstützen und fördern kann. Beide betonten, dass der Aufbau von Basisorganisationen (vielfach Selbsthilfegruppen) immer mit dem Anspruch der Befähigung  (Empowerment) verbunden sei. Dabei spiele oftmals der Wunsch nach selbstbestimmtem Handeln eine entscheidende Rolle.

Gemeinsam Entwicklungsziele entwickeln

Tepel: „Für mich war das prägendste Erlebnis die Diskussion mit Frauen einer Selbsthilfegruppe in Indien. Eine Frau beschrieb ihre Vorstellung von Entwicklung wie folgt: ,Ich will selbst entscheiden können, ob ich mich in einen Bus setzen und zum nächsten Ort auf den Markt fahren kann'." Es seien oft kleine Dinge, an die wir aus westlicher Sicht nie denken würden, die für die Menschen in diesen Ländern Freiheit, Selbstbestimmung und letztlich die Basis für Mitbestimmung und Demokratie bedeuten. Daher müssten wir zunächst genau hinhören und zusammen mit den Menschen Entwicklungsziele entwickeln. Des Weiteren müsse in die Stärkung der lokalen Partnerstrukturen investiert werden, wenn sich Organisationen als Motor für demokratischen Wandel und Partizipation von unterprivilegierten Bevölkerungsgruppen an politischen Entscheidungsprozessen stark machen sollen.

Demokratie bedeutet mehr als freie Wahlen

Aus dem Publikum kam auch der Hinweis, dass Demokratie nicht auf freie Wahlen begrenzt sein dürfe. Demokratie bedeute auch Transparenz und „Accountability“, d.h. dass staatliche Strukturen funktionieren, Korruption nachhaltig bekämpft wird und Gesetzesverstöße konsequent verfolgt werden. Auch hier arbeitet die Karl Kübel Stiftung. In Indien und auf den Philippinen schult die Stiftung z.B. Mitarbeiter*innen der Polizei, Richter*innen, Anwält*innen sowie die Presse, damit Fälle von Kinderarbeit, Kinderhandel und sexueller Ausbeutung konsequent an die Öffentlichkeit und vor Gericht gebracht werden.     

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