Mangrovenschutz und Existenzsicherung in den indischen Sundarbans

Bewohner*innen der indischen Sundarbans, dem größten Mangrovengebiet der Welt, erzählen im Video, wie sich ihre Situation durch unsere Projektarbeit verbessert hat.

Die Bewohner*innen der Sundarbans berichten über die Erfolge unserer Projektarbeit (Öffnen des Videos per Mausklick).

Jayanta Debnath hat sich mit einem kleinen Lebensmittelladen selbstständig gemacht. Im Film erzählt der indische Kaufmann, dass er damit jetzt monatlich zwischen 7.000 und 8.000 Rupien verdient, mehr als doppelt so viel wie zuvor. Mit dem Geld (umgerechnet ca. 100 Euro) kann er seine Familie endlich gut ernähren. Debnath lebt in den südöstlich von Kalkutta gelegenen Sundarbans, dem größten Mangrovengebiet der Welt und Unesco-Weltnaturerbe. Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie setzt sich dort für die Existenzsicherung der Bewohner*innen und für den Schutz der bedrohten Mangrovenwälder ein.

„Die Mangroven sind für die Menschen in dem Deltagebiet von existenzieller Bedeutung“, betont Ralf Tepel, Vorstand der Karl Kübel Stiftung. „Sie schützen die Deiche, die die Inseln umgeben, vor der Zerstörung durch Wirbelstürme und Überschwemmungen.“ Abholzungen hatten die Mangrovenbestände drastisch reduziert und Deichanlagen und Dörfer den regelmäßig wiederkehrenden Wassermassen schutzlos ausgeliefert.

Schutz der lebenswichtigen Mangrovenwälder

Mit Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und den GEO Regenwaldverein engagiert sich die Stiftung zusammen mit einem lokalen Kooperationspartner seit 2007 in der Region. Seither ist viel geschehen: Über 80 Hektar Mangrovenwald sind alleine auf einer Insel neu angepflanzt worden – ein wichtiger Beitrag für den Erhalt dieses einzigartigen Ökosystems.

In dem kaum erschlossenen Projektgebiet leben überwiegend Angehörige indigener Bevölkerungsgruppen in völliger Armut. Deshalb ist ein wichtiger Bestandteil unseres Projekts, die Existenz dieser Menschen zu sichern. Über 600 Anwohner haben bislang Ausstattungshilfen und Schulungen erhalten, damit sie Gemüsegärten anlegen, einen kleinen Shop eröffnen oder mit einer Lastenrikscha Geld verdienen können.

Um die Landwirtschaft nachhaltig auszurichten, haben wir über 4.000 Landwirt*innen im biologischen Anbau und ökologischer Schädlingsbekämpfung geschult. Außerdem wurden Bewässerungsteiche saniert, die vom Meerwasser versalzen waren.

Selbsthilfestrukturen stärken

„Ein weiterer wichtiger Aspekt unseres aktuellen Projekts in den Sundarbans ist der Aufbau von funktionierenden Selbsthilfestrukturen“, sagt Tepel. In mittlerweile 70 Selbsthilfegruppen kommen 1.250 Mitglieder zusammen, um Spareinlagen zu bilden und Darlehen zu vergeben.

„Wir freuen uns über die langjährigen Fortschritte, die wir in den Sundarbans erzielt haben“, so Tepel. „Durch die Aufforstung sind die Menschen vor Ort besser vor den Folgen des Klimawandels geschützt.“ Auch gegen Sturmfluten sind die Dorfbewohner jetzt besser gewappnet: Insgesamt sieben Schutzräume stehen ihnen hierfür zur Verfügung.

Im laufenden Projekt haben wir unser erfolgreiches Maßnahmenpaket auf insgesamt 2.500 Familien und zwei weitere Inseln des Deltagebiets ausgedehnt; damit noch mehr Menschen wie Jayanta Debnath und seine Familie künftig wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen können.

Mehr zum Thema:
GEO-Regenwaldverein Mangrovenschutz in den Sundarbans

Eindrücke aus dem Projektgebiet Sundarbans

© Karl Kübel Stiftung / Ajaya Kumar Behera

Kleinhändler*innen mit einem Rikschaverkaufsstand. (© Karl Kübel Stiftung /Ajaya Kumar Behera)
Mangrovenbäume in den Sundarbans. (© Karl Kübel Stiftung /Ajaya Kumar Behera)
Dieser Mann hat mit einem kleinen Shop selbstständig gemacht. (© Karl Kübel Stiftung /Ajaya Kumar Behera)
Eine Frauengruppe in den Sundarbans beim Ansparen. (© Karl Kübel Stiftung /Ajaya Kumar Behera)
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