Halbzeit für die indischen Freiwilligen der Karl Kübel Stiftung

Wie haben sich die indischen Freiwilligen der Karl Kübel Stiftung in Deutschland und in ihren Einsatzstellen eingelebt? Das wollten wir von Arun, Pavithra, Sujay und Christable wissen.

Die Süd-Nord-Freiwilligen in ihren Einsatzstellen

© Fotos: Karl Kübel Stiftung

Arun Maruthachalm, indischer Freiwilliger auf dem Hofgut Oberfeld (© Karl Kübel Stiftung).

Wenn Arun Maruthachalm im Dezember in sein Heimatland Indien zurückkehrt, möchte er dort gerne eine eigene biologische Gemüsefarm eröffnen. Auf dem Darmstädter Hofgut Oberfeld lernt der 21-Jährige gerade alles rund um den biologischen Anbau. „Arun ist wie ein Schwamm“, erzählt sein Mentor Günter Franke, „er saugt einfach alles auf und ist unglaublich wissbegierig.“ Arun ist einer von vier jungen Inder*innen, die zurzeit mit der Karl Kübel Stiftung ihren weltwärts-Freiwilligendienst in Südhessen leisten. Für ihn, Christable Britto, Sujay Kiran und Pavithra Kandasamy ist jetzt „Halbzeit“. Anfang Mai sind sie an der Bergstraße angekommen und bleiben insgesamt acht Monate.

„Ich habe mich schneller eingelebt, als ich dachte“, erzählt Christable, die bei einer Gastfamilie in Einhausen wohnt und in Lorsch bei der Behindertenhilfe Bergstraße eingesetzt ist. Von Anfang an hat sie sich bei ihrer Gastfamilie willkommen gefühlt. Von den Kindern lernte sie schnell ihr erstes Deutsch. Jetzt kocht sie oft für „ihre“ Familie. „Sie lieben mein Essen“, freut sich Christable. Das deutsche Essen war für die 21-Jährige wie auch für die anderen Freiwilligen anfangs eine kleine Herausforderung. „Es ist wenig gewürzt“, erzählt Pavithtra schmunzelnd. „Das war eine Umstellung. Aber jetzt liebe ich das deutsche Essen.“

Gute Zusammenarbeit in den Teams der Einsatzstellen

Auch in ihren Einsatzstellen haben sich die Freiwilligen gut eingelebt. „Ich mag die Leute hier und finde es toll, dass ich jeden Tag etwas Neues lerne“, berichtet Sujay, der mit Pavithra zusammen bei der Darmstädter Tafel hilft. Sujay und Pavithra schnippeln Gemüse klein, fahren mit zu den Supermärkten, um Essen abzuholen und helfen bei der Essensausgabe. „Die beiden haben vom ersten Tag an ins Team reingehört“, sagt ihr Mentor Roman Zarenkow. „Sie machen jede Aufgabe mit großer Freude."

Eine Erfahrung, die Aruns Mentor Franke teilt. Begeistert berichtet er über die Eigeninitiative und das vielfältige Engagement des jungen Inders. Im Hofgut-Garten hat Arun beispielsweise ein Hochbeet mit Samen aus Indien bepflanzt. „Ich möchte wissen, welche unserer Gemüsesorten hier wachsen“, berichtet er und präsentiert stolz einen etwa 30 Zentimeter langen indischen Flaschenkürbis. „In der Hitze dieses Sommers ist hier fast alles verdörrt“, erzählt Franke, „nur Aruns Kürbisse sind gewachsen wie verrückt“.

Arun unterstützt überall, wo er gerade gebraucht wird: Er hilft Obst zu pflücken, Kühe und Federvieh zu versorgen. „Ich bin froh, mit Fachleuten zusammenzuarbeiten“, sagt Arun. „Es ist ein gegenseitiger Austausch und ich freue mich, wenn meine Anregungen auch aufgegriffen werden.“

Gegenseitiger Austausch

Vom Freiwilligendienst profitieren beide Seiten gleichermaßen – die Einsatzstelle wie die Freiwilligen selbst. Arun beispielsweise hat während seines Aufenthalts die Möglichkeit, durch mehrtägige Besuche in anderen Betrieben unterschiedliche Anbauformen kennenzulernen und so sein Fachwissen zu vertiefen. Für die Einsatzstellen wie das Hofgut ist die Mithilfe der Freiwilligen ebenfalls ein großer Benefit: „Bei uns läuft sehr viel auf ehrenamtlicher Basis“, so Franke, „die Arbeit, die die Freiwilligen und Praktikanten hier leisten entspricht in etwa zehn Vollzeitarbeitsstellen.“

Auch der Spaß kommt während des Freiwilligendienstes selbstverständlich nicht zu kurz. „Pavithra und Sujay haben schnell Freunde hier im Team gefunden, die sie auch zuhause besuchen“, erzählt ihr Mentor Zarenkow. „Und Pavithra hat für alle Kollegen eine indische Spezialität gekocht.“ In ihrer Freizeit treffen sich die Freiwilligen untereinander oder unternehmen etwas gemeinsam mit ihren Gastfamilien. „Und ich habe hier stricken gelernt“, erzählt Pavithra stolz.

Vorfreude auf den deutschen Winter

Bis zu ihrem Rückflug am 28. Dezember haben die indischen Freiwilligen noch viel vor. Arun möchte eine Studie zur Bodenfruchtbarkeit durchführen. Auf Christables Wunschliste ganz oben steht der Besuch möglichst vieler Burgen. „Ich liebe die Burgen hier“, schwärmt sie. Sujay und Pavithra fiebern vor allem dem Winter entgegen. „Wir sind so gespannt auf Weihnachten – und auf Schnee!“

Das Programm weltwärts Süd-Nord 

Ansprechpartner


in Deutschland:
Monika Gerz
06251-7005-68
m.gerz(at)kkstiftung.de 

Kirsten Sames
06251-7005-76
k.sames(at)kkstiftung.de

in Indien:
Dr. T.K. Nathan und Dr. K.S. Malathi (kkfweltwaerts(at)gmail.com)
Karl Kübel Foundation for Child and Family – KKF KKID Campus, Anaikatti Road, Mankarai, Coimbatore-641 108, Tamil Nadu, India
 

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