Gewalt gegen Frauen in Indien stoppen

In ihrem Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen in Indien fährt die Stiftung zweigleisig: Zum einen hilft sie Gewaltopfern, zum anderen stärkt sie das Bewusstsein der indischen Gesellschaft für Frauenrechte.

Bhumika-Gründerin Kondaveeti Satyavati (© Bhumika)

Kondaveeti Satyavati, Gründerin der Frauenhilfsorganisation Bhumika, kämpft für Frauenrechte in Indien (© Bhumika).

Frauen in Indien leben gefährlich: Jede dritte Inderin wurde bereits Opfer häuslicher Gewalt. Dies zeigt eine landesweite Umfrage des indischen Gesundheitsministeriums. „Auf dem Papier existieren zwar Gesetze zum Schutz der Frauen, in der Realität werden diese jedoch kaum umgesetzt“, beklagt Kondaveeti Satyavati, Gründerin der Frauenhilfsorganisation Bhumika Women’s Collective. Indische Frauenrechtsaktivist*innen wie Satyavati nutzen Aktionstage wie den Weltfrauentag am 8. März, um Frauenrechte einzufordern.

Die Karl Kübel Stiftung unterstützt die beiden indischen Frauenrechtsorganisationen Bhumika und Sarvodaya seit 2014 im Kampf gegen geschlechterspezifische Diskriminierung. Die Nichtregierungsorganisationen arbeiten im zentralindischen Bundessstaat Telangana. Dort ist die Zahl der weiblichen Gewaltopfer laut indischem Gesundheitsbericht mit 43 Prozent besonders hoch.

Beide Organisationen begleiten und unterstützen gewaltbetroffene Frauen und Mädchen. In ihrem familiären Umfeld finden diese in der Regel keine Unterstützung, denn die Diskriminierung von Frauen in Indien ist struktureller Art: Arrangierte Ehen zwingen junge Mädchen, die eigene Familie zu verlassen und zur Familie des Ehemannes zu ziehen. Hier nehmen sie traditionell die unterste Stufe in der Familienhierarchie ein und sind so häufig der Willkür und Gewalt ihres Partners ausgesetzt. Auch in den eigenen Familien gelten Mädchen oft als minderwertig.

Anlaufstellen helfen misshandelten Frauen

Um weiblichen Gewaltopfern Anlaufstellen zu bieten, haben die beiden NGOs an Polizeistationen angegliederte Beratungszentren eingerichtet. So können die Beraterinnen den Gewaltopfern sofort helfen, ihnen ihre Rechte aufzeigen und weitere Ansprechpartnerinnen nennen. Bei schwerwiegenden Gewalttaten begleiten die Mitarbeiterinnen misshandelte Frauen ins Krankenhaus und bieten ihnen kurzfristig Schutzräume. Außerdem betreiben Bhumika und Sarvodaya Telefon-Hotlines für Frauen in Not. Rund 3.000 Mädchen und Frauen haben in den vergangenen vier Jahren die Beratung der von der Karl Kübel Stiftung geförderten Beratungsstellen in Anspruch genommen.

Aufklärungs- und Präventionsarbeit

Darüber hinaus schulen sie Polizist*innen, Richter*innen und Anwält*innen im Umgang mit Gewalt gegen Mädchen und Frauen und klären Jugendliche über ihre Rechte auf. Lobbyarbeit auf politscher Ebene erhöht den Druck auf die zuständigen Regierungsstellen, sich gezielter für den Schutz von Frauen und Mädchen einzusetzen.

„Dank der Arbeit unserer beiden Partnerorganisationen ist es uns in den vergangenen vier Jahren gelungen, Tausenden von Gewalt betroffener Mädchen und Frauen in Indien zu helfen und zu stärken“, sagt Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung. „Die Nachfrage nach den Beratungsangeboten ist enorm. Wir haben uns deshalb entschieden, dieses Projekt bis 2022 weiterzuführen und sogar auszubauen.“

Hier sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen: Helfen Sie uns im Kampf gegen häusliche Gewalt in Indien:

Was die KKS für Frauen in Südindien bislang erreicht hat:

Die KKS engagiert sich seit 2008 in Indien für Frauenrechte. Derzeit führt sie das Projekt „Förderung einer gewaltfreien Gesellschaft für Frauen im Bundesstaat Telangana“ gemeinsam mit Bhumika in Hyderabad und Sarvodaya in Warangal durch.

Einige Erfolge des Projekts in Zahlen (Stand 2018):

  • Rund 3.000 Mädchen und Frauen nahmen zwischen 2014 und 2018 rechtliche und psychologische Beratung in den von der KKS geförderten Beratungsstellen in Anspruch
  • Rund 3.000 zivilgesellschaftliche und staatliche Entscheidungsträger*innen besuchten zwischen 2014 und 2018 Schulungen zu geschlechtsspezifischer Gewalt. Dabei wurden sie für Frauenrechtsverletzungen sensibilisiert und in der Fallaufnahme sowie einer guten Begleitung geschult
  • Rund 8.000 Anrufe gingen zwischen 2014 und 2018 bei den Hotlines ein. Die meisten Anrufer*innen waren von einer Frühverheiratung oder Gewalt durch ihren Ehepartner betroffen
  • Rund 6.000 Jugendliche und junge Erwachsene sind zwischen 2014 und 2018 zu geschlechtsspezifischer Gewalt sensibilisiert worden

Ansprechpartnerin für Projekte zur Frauenförderung in Indien

Heike Salvador
06251-7005-14
h.salvador(at)kkstiftung.de

 

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