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Gemeinsam aktiv gegen Menschenhandel auf den Philippinen

Die Karl Kübel Stiftung (KKS) beteiligte sich in der ersten Juliwoche 2017 an der nationalen Konferenz gegen Menschenhandel auf den Philippinen in Cebu City.

Bilder der Konferenz gegen Menschenhandel in Cebu City

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13.07.2017. „Ziel der Veranstaltung war es, die Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren im Kampf gegen Menschenhandel auf den Philippinen zu intensivieren“, resümiert Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der KKS. So kamen auf Einladung von JPIC-IDC, der philippinischen Partnerorganisation der Stiftung, in Cebu City insgesamt 300 Akteure aus Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen zusammen, um eine übergreifende und effiziente Strategie gegen den Menschenhandel auszuarbeiten. Dr. Franz Seidenschwarz, der deutsche Honorarkonsul in Cebu, verlas dabei eine Grußbotschaft des deutschen Botschafters.

Auf den Philippinen ist der Menschenhandel ein präsentes Problem: Weit über 400.000 Menschen sind dort Opfer von Menschenhandel. Seit einigen Jahren geht die philippinische Regierung aktiv gegen Menschenhandel vor und hat hier bereits beachtliche Erfolge erzielt. So steigt die Zahl der verurteilten Täter und es gibt klare Anweisungen, die anhängigen Verfahren schnell zu einer Entscheidung zu bringen. Es wurde eine Notfallhotline eingerichtet und in die psychologische Betreuung ehemaliger Opfer investiert.

Menschenhandel: Bürgerkrieg in Mindanao gefährdet bisherige Erfolge 

Die Karl Kübel Stiftung beteiligt sich aktiv im Rahmen des „Cinemobile Projekts“ an der Bekämpfung von Menschenhandel auf den Philippinen. Angesichts der aktuellen Bürgerkriegssituation in Mindanao warnt Vorstandsmitglied Tepel davor, dass die bisherigen Erfolge im Kampf gegen Menschenhandel wieder zunichte gemacht werden. „Auf der Konferenz wurde eindringlich – auch von Seiten der philippinischen Akteure - appelliert, alles dafür zu tun, dass die Situation in Mindanao nicht erneut von Menschenhändlern ausgenutzt wird.“

Effektive Strategien im Kampf gegen Menschenhandel verfolgen

Neben dem Austausch und der Vernetzung der anwesenden Akteure ging es bei der Konferenz in Cebu insbesondere um die Schulung von Fachpersonal aus verschiedenen Sektoren zur Prävention. In diesem Zusammenhang wurde von Dr. Gitta Zimmermann, Gründerin der Arche Noah Stiftung, die das Cinemobile Projekt inhaltlich und finanziell wesentlich mit unterstützt, der Ansatz der „Gewaltfreien Kommunikation“ vorgestellt. Dieser Ansatz kann im Kontext von Menschenhandel sehr effektiv dazu beitragen, Opfer zu schützen und ihnen dabei zu helfen, ihre Traumata aufzuarbeiten.    

"Jedes Schicksal zählt"

Bemühungen gegen das komplexe Problem Menschenhandel mögen manchmal wirken wie „der berühmte Tropfen auf den heißen Stein“ merkt Ralf Tepel an. Dennoch beweise gerade die breite Präsenz der unterschiedlichsten Akteure, von Regierungsvertretern über Polizei, Rechtsanwälte, Richter bis hin zu den zahlreichen nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und Jugendvertretern wie stark das Thema mittlerweile auf allen Ebenen der philippinischen Gesellschaft wahrgenommen werde. Dieses Zusammenwirken verschiedener Akteure sei die Stärke und die Botschaft, die von der Konferenz ausgehe: „Jedes Schicksal zählt, und zusammen werden wir dafür sorgen, dass Menschenhandel konsequent verfolgt wird.“ 

Gemeinsame Verpflichtungserklärung unterzeichnet

Abschließend unterzeichneten die Teilnehmer der Konferenz eine Verpflichtungserklärung, mit welcher sie ihrem Beschluss, gemeinsam und entschlossen gegen Menschenhandel vorzugehen, Nachdruck verliehen. Darin wird betont, dass jeder Mensch, unabhängig von Alter oder Geschlecht ein Recht auf Freiheit hat und das jede Art von Menschenhandel die Opfer eben dieser Freiheit und ihrer Würde beraubt.

Konferenzen wie diese bringen nicht nur die Arbeit gegen Menschenhandel auf den Philippinen voran, sondern leisten auch ihren Beitrag zur Verwirklichung der Sustainable Development Goals (SDGs), welche 2016 von der UN verabschiedet wurden. Besonders im Fokus steht in diesem Bezug Ziel Nummer 16 „Frieden und Gerechtigkeit“. Darin wird explizit die Beendung von Missbrauch, Ausbeutung, Menschenhandel und allen anderen Formen von Gewalt gegen Kinder erwähnt. 

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Cinemobile Projekt in Mindanao

Die Karl Kübel Stiftung startete 2011 zusammen mit dem lokalen Partner JPIC-IDC, Inc. das Cinemobile Projekt, das sich nun bereits in der dritten Phase befindet. Ziel dieses Projektes ist es, besonders in den ländlichen Gegenden von Ost-Mindanao umfassend und präventiv gegen Menschenhandel vorzugehen.

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