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Bildungsparcours "Eine Welt" in Mannheim

Vierzehn Tage lang stand der Mannheimer Luisenpark ganz im Zeichen des Fairen Handels. Mit dem Motto der Fairen Woche "Fairer Handel schafft Transparenz" wurde ein Grundprinzip in den Fokus gerückt. Nachhaltiger und wirklich fairer Konsum setzt Wissen über die sozialen, ökonomischen, ökologischen und menschenrechtlichen Herstellungsbedingungen voraus. Dieses konnten sich Schülerinnen und Schüler an Aktionsständen der Karl Kübel Stiftung aneignen oder vertiefen.

Schülerinnen und Schüler aus Landau am Aktionsstand „Klimawandel an der Bergstraße und auf den Philippinen“ (© Karl Kübel Stiftung)

Schülerinnen und Schüler aus Landau am Aktionsstand „Klimawandel an der Bergstraße und auf den Philippinen“ (© Karl Kübel Stiftung)

Vom 11. bis zum 27. September stand der Mannheimer Luisenpark ganz im Zeichen des Fairen Handels. Mit dem diesjährigen Motto der Fairen Woche "Fairer Handel schafft Transparenz"wurde ein Grundprinzip des Fairen Handels in den Fokus gerückt. Nachhaltiger und wirklich fairer Konsum setzt Wissen über die sozialen, ökonomischen, ökologischen und menschenrechtlichen Herstellungsbedingungen voraus.

Dieses Wissen konnten sich Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen an den Aktionsständen der Karl Kübel Stiftung im Pflanzenschauhaus des Luisenparks aneignen oder vertiefen. Rund 200 Schüler nutzten dieses Angebot an insgesamt zehn Tagen. Bei dem "Weltparcours" ging es bei verschiedenen Mitmach-Aktionsständen um Konsumverhalten, Ernährung, Ressourcennutzung und um die regionalen und globalen Auswirkungen von Klimaveränderung.

Beim Memory-Spiel zum Beispiel konnten bereits die jüngsten Schüler spielerisch erfahren, wie Kinder auf den Philippinen leben. An der Station "Adrian auf den Philippinen" lernten die Jugendlichen, wie der Tagesablauf des philippinischen Jungen Adrian und seiner Familie ist. Sie erfuhren, dass sich der Jugendliche morgens vor der Schule um sein Frühstück und das seiner Geschwister kümmern muss, dass er zwei Kilometer Fußmarsch zur Schule hat. Sie informierten sich darüber, dass Adrian seinem Vater beim Fischen hilft, und dass die Ausbeute viel schlechter als noch vor ein paar Jahren ist. Außerdem erfuhren die Jugendlichen, dass Adrian Hausaufgaben meistens draußen macht, weil im Haus so wenig Platz ist und dass er gern Medizin studieren möchte.

Was ist aus Adrian geworden?

Nachdem die jungen Leute die Aufsteller über Adrian studiert hatten, konnten sie einen Bogen ausfüllen, auf dem sie Fragen beantworteten und Adrians und ihr Leben verglichen. Eine junge Schülergruppe fragte bei der Nachbesprechung zum Bildungsparcours, was denn aus Adrian und seiner Familie geworden ist. Monika Gerz, Bildungsreferentin bei der Karl Kübel Stiftung, die den Parcours organisierte, erzählte dass es etwa fünf Jahre her sei, als diese Aufsteller entstanden sind. Sie sagte: "Adrian ist auf die High-School gegangen, das weiß ich. Ob er jetzt wirklich Medizin studiert, weiß ich nicht. Aber ich mache mich schlau", versprach sie.

Auf weiteren Infowänden erfuhren die jungen Leute die Auswirkungen des Klimawandels - einmal hier an der Bergstraße und einmal auf den Philippinen, auf denen diese sehr viel stärker und auch spürbarer sind. Immer wieder richten verheerende Taifune große Schäden an und es sterben Menschen. Die Philippinen sind am drittstärksten auf der Welt betroffen von diesen Naturkatastrophen. Durch die Fischerei mit riesigen Schiffen, die viel zu nah an der Küste fischen, werden die vielen Korallen des Inselarchipels und Lebensräume für Fische und andere Meerestiere zerstört. Auch Überfischung führt zu schlechten Fangquoten der kleinen Fischer, dem Aussterben von Arten und letztlich auch der Verarmung der Menschen durch ein nicht ausreichendes Einkommen.

Auch Lehrerinnen und Lehrer konnten Wissenswertes über Nachhaltigkeit im Bildungsplan mitnehmen und sie erfuhren, dass sie sich jederzeit Unterrichtsmaterialien bei der Karl Kübel Stiftung ausleihen können, um damit ihren Unterricht zu gestalten. (Mehr dazu erfahren Sie bei Monika Gerz, Tel.: 06251/7005-68, m.gerz(at)kkstiftung.de.)

"Fair-Trade-Stadt" Mannheim

Viele der Jugendlichen reflektierten im Nachgang auch, dass bei den konventionellen Wertschöpfungsketten oftmals keine vertrauensvolle Partnerschaft zwischen den einzelnen Akteuren besteht, sondern jeder nach seinem eigenen Vorteil strebt, und der Stärkere den Schwächeren kleinhält. Die Folgen sind oftmals Ausbeutung von Mensch und Natur, ohne dass die Verantwortlichen dafür haftbar gemacht werden (können). Der Faire Handel stellt hierzu ein Alternativmodell dar, indem er die Anbau-, Arbeits- und Handelsbedingungen transparent macht und es so den Konsumenten überhaupt erst ermöglicht, eine ökologisch und sozial nachhaltige Kaufentscheidung zu treffen. Darum ging es auch bei einer Podiumsdiskussion mit dem Oberbürgermeister der "Fair-Trade-Stadt" Mannheim, Dr. Peter Kurz sowie Peter Friedrich, dem Minister für Bundesrat, Europa und Internationale Angelegenheiten in Baden-Württemberg und weiteren Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Organisationen.

Die Faire Woche im Luisenpark beinhaltete zudem eine Sri-Lanka-Ausstellung und wurde täglich begleitet vom Fairen Markt im angrenzenden Zelt, auf dem Interessierte Süßigkeiten, Kleidung, Spielzeug, Schmuck und vieles andere mehr mit gutem Gewissen erwerben konnten.

Weitere Informationen

Informationen über Unterrichtsmaterialien erhalten Sie bei: 

Monika Gerz
Tel.: 06251/7005-68
m.gerz@kkstiftung.de 

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