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Fachtag: Zentren für Familien als Antwort auf Vielfalt

10. Juni 2016. Knapp 90 pädagogische Fachkräfte aus ganz Mannheim nahmen am pädagogischen Fachtag teil.

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung und Präsidentin des Bundesverbands der Familienzentren e.V. (Foto: Kirsten de Vos / ekma)

Bildung ist die Antwort auf soziale Fragen. Die zentrale Bedeutung, die dabei den Kitas zukommt, war Thema eines trägerübergreifenden pädagogischen Fachtags im Haus der Evangelischen Kirche. Die Kita-Träger und die Kita-Teams, betonte Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb in ihrem Grußwort, „arbeiten an den Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Bildungsbiographie unserer Kinder.“

„Zentren für Familien als Antwort auf Vielfalt“ war Titel des Fachtags, zu dem die Evangelische Kirche in Mannheim und die Karl Kübel Stiftung gemeinsam mit den anderen Kita-Trägern eingeladen hatten. Zur Vielfalt, sagte Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung und Präsidentin des Bundesverbands der Familienzentren e.V., in ihrem Grußwort, gehöre „der wertschätzende Umgang mit Fremdheit. Dieser ist uns nicht angeboren, sondern muss gelernt werden.“ Familienzentren und Eltern-Kind-Zentren seien Orte dafür und stünden für ein gutes friedliches Miteinander, wie Dekan Ralph Hartmann in seiner Begrüßung hervorhob. Denn das Miteinander in Vielfalt sei auch schwierig. Konflikte müssen in persönlichen Begegnungen gelöst und Grenzen aufgezeigt werden. „Wir brauchen solche Räume, in denen gegenseitiges Verständnis miteinander gelebt und eingeübt wird.“ Die Kitas seien Knotenpunkte in den sozialräumlichen Beziehungen und böten vielfache Lern- und Erfahrungsfelder.

In Mannheim, hob Bürgermeisterin Dr. Freundlieb hervor, leben Menschen aus 170 Herkunftsländern miteinander. Der Anteil von Kindern im Alter bis zu sechs Jahren, die eine Zuwanderungsgeschichte haben, läge bei rund 60 Prozent. Vielfalt sei jedoch „mehr als das Vorliegen eines Migrationshintergrundes“, so die Bürgermeisterin. Es gälte, individuell und zugleich zielgruppenorientiert zu fördern. Dazu sei die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern, Kitas und Eltern-Kind-Zentren ein wichtiger Baustein.

Fast 90 pädagogische Fachkräfte aus den Mannheimer Kitas nutzten den von der Karl Kübel Stiftung initiierten Tag für Informationen und Austausch. Nach dem Vortrag von Herbert Vogt, leitendem Redakteur der Fachzeitschrift „PTS- Theorie und Praxis der So-zialpädagogik“, nutzten sie die von überregionalen Fachleuten angebotenen fünf Fokusgruppen. Eine Teilnehmerin formulierte: „Vielfalt leben heißt auch immer, mit Fremdheit umzugehen. Wichtig ist, dass wir in den Kitas dazu bestärken, mit der Fremdheit wertschätzend zu leben, neugierig zu sein und mit Vielfalt umzugehen.“

In Mannheim gibt es aktuell 11 Eltern-Kind-Zentren. Sieben davon sind in städtischer Trägerschaft, zwei in evangelischer und zwei in katholischer Trägerschaft.

Kunst verbindet! Kinder, Kita und Eltern arbeiten gemeinsam im Kunstprojekt Spread!

Die Kita Neustadtzentrum Mainz stellte in der Fokusgruppe „Vernetzung im Stadtteil“ das Kunstprojekt Spread! vor. In dem Projekt gestalten Kinder, Eltern und alle Interessierte individuelle 21x21 cm große Quadrate. Dadurch entsteht, neben vielen kleinen, ein großes gemeinsames Kunstwerk. Dies ist nur eines von vielen Projekten in der Kita Neustadtzentrum, an dem nicht nur die Kinder einbezogen werden, sondern alle Familien bzw. der ganze Stadtteil.

„Eine gelungene Elternarbeit braucht zwei entscheidende Dinge: ein offenes Ohr für die Bedürfnisse von Familien und Kreativität. So ist auch das Projekt Spread! entstanden. Wir wollten ein Projekt für alle initiieren, das auch Menschen mit Sprachbarrieren nicht ausschließt.  Dies ist uns zusammen mit der Künstler*innengruppe OKTOOBER bei Spread! gelungen“, erläuterte Esther Burg, Leiterin der Kita Neustadtzentrum Mainz, im Rahmen ihrer Fokusgruppe.

Weitere Informationen zum Kunstprojekt finden Sie unter www.spread-projekt.net.

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