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Qualitätsentwicklungsgesetz Frühe Bildung

Entscheidender erster Schritt zu bundeseinheitlichen Qualitätsstandards

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22.05.2017 – Am 19. Mai 2017 haben sich die Länder und der Bund nach einem zweieinhalbjährigen Prozess auf Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz geeinigt. Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie begrüßt die Einigung und weist darauf hin, dass die von der Stiftung zusammen mit 29 anderen Institutionen und Verbänden unterzeichnete Forderung nach Qualitätsstandards sicherlich den Entscheidungsprozess befördert hat.

„Eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen für mehr Qualität in den Kitas ist ein wichtiger erster Schritt. Auch individuelle Qualitätsmaßnahmen, die es erlauben, auf regionale Besonderheiten und Entwicklungsnotwendigkeiten reagieren zu können, bewerten wir grundsätzlich positiv. Denn so manches Bundesprogramm hat nicht an den schon bestehenden Rahmenbedingungen aufgebaut, und mitunter haben sich die Aktivitäten nicht verstärkt, sondern aufgehoben“, so Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied bei der Karl Kübel Stiftung anlässlich des Beschlusses der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK). „Allerdings darf diese Individualität nicht zu Lasten von bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards gehen. Es gilt also nun, einheitliche Standards zu erarbeiten und gleichzeitig individuelle Gestaltungsräume in den Ländern sowie Kindertageseinrichtungen zu ermöglichen“, führt Kobelt Neuhaus anlässlich des Beschlusses der JFMK weiter aus.

Die JFMK und der Bund haben dabei einen Katalog an Qualitätszielen für den Bereich der Frühkindlichen Bildung beschlossen, der es den Ländern erlaubt, die unterschiedlichen Stärken und den Entwicklungsbedarf in ihrem Bundesland Rechnung zu tragen. Jedes Bundesland kann sich aus einer Palette von Qualitätsmaßnahmen die aussuchen, die am besten und wirkungsvollsten die Qualität in der Frühkindlichen Bildung fördern. Für welche Maßnahmen das zusätzliche Geld des Bundes investiert wird, legen der Bund und das jeweilige Land gemeinsam fest. Es dürfen durch die Bundesmittel allerdings keine Landeszuwendungen ersetzt werden. Um zu prüfen, wie sich die Qualität in der Frühkindlichen Bildung entwickelt, haben die Länder eine Berichtspflicht und müssen ein qualifiziertes Monitoring durchführen.

Hintergrundinformation
Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie hat zusammen mit 29 anderen Organisationen einheitliche Qualitätsstandards in der Frühkindlichen Bildung gefordert. Wichtig ist der Karl Kübel Stiftung dabei, dass Eltern sich auf die bundesweite Qualität der Kindertageseinrichtungen verlassen können und nicht wie derzeit überall unterschiedliche Rahmenbedingungen vorfinden. Aus Sicht der Stiftung und der der Erklärung beigetretenen Organisationen müssen die Standards folgende Qualitätsaspekte thematisieren:

• Qualifikation der Fachkräfte einschließlich bundeseinheitlicher Regelungen zur Ausbildung. 
• Fachkraft-Kind-Relation und Gruppengröße: Fachkraft-Kind-Relation für pädagogisch qualifizierte Fachkräfte sowie Festlegung einer maximalen Gruppengröße entsprechend den Bedürfnissen und des Alters der Kinder.
• Leitlinien der pädagogischen Arbeit unter Berücksichtigung der in der UN-Kinderrechtskonvention normierten Kinderrechte, die z.B. durch das Recht auf Spiel, Bildung, Beteiligung und Selbstentfaltung einen inhaltlichen Rahmen setzen.
• Verantwortungsbewusste Erziehungs- und Bildungspartnerschaft: Verhältnis Kind, Eltern, Fachkraft mit dem Kindeswohl im Zentrum.
• Dauerhafte Qualitätssicherung und –weiterentwicklung: Bundes- bzw. länderspezifisches Monitoring sowie Sicherung der organisatorischen Rahmenbedingungen für Qualitätsentwicklung.

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