"Eltern kann man sich nicht aussuchen!"

Wie der Austausch von Fachkräften und Eltern besser gelingen kann, zeigte Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, bei einem Workshop auf der didacta.

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung (© Karl Kübel Stiftung / Marc Fippel)

Vom 20. bis 24. Februar 2018 konnten sich Fachkräfte und Interessierte auf der Bildungsmesse didacta in Hannover über aktuelle Themen und Fragestellungen aus dem Erziehungsalltag informieren und austauschen. Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, leitete am Freitag, den 23. Februar unter der Überschrift „Inklusion – wieviel Vielfalt steckt darin?“ einen Workshop mit dem Titel „Eltern kann man nicht aussuchen! Zum Wohle der Kinder mit unterschiedlichen Erziehungsberechtigten zusammenarbeiten“.

"Ein wichtiger Auftrag von Fachkräften, die in der Krippe oder in der Kita arbeiten, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten der Kinder in allen Belangen, die für eine gelingende Entwicklung von Kindern bedeutsam sind. Das Gesetz bleibt hier ziemlich ungenau", erklärt Kobelt Neuhaus: Die Erziehungsberechtigten sind an den Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Erziehung, Bildung und Betreuung zu beteiligen.

Die Vorstellungen von Eltern über Erziehung, Betreuung und Bildung sind aber ziemlich verschieden. Manchmal können pädagogische Fachkräfte das elterliche Verhalten nicht nachvollziehen oder stufen es als kindeswohlgefährdend ein. Andere Eltern sind einfach froh, wenn sie einen Betreuungsplatz bekommen haben und interessieren sich wenig für das, was ihre Kinder in der Kita erleben. Und wieder andere Eltern können ihre Kinder kaum loslassen und fürchten, dass die Fachkräfte ihr Kind nicht gut genug begleiten können.

"Fachkräfte brauchen manchmal viel Fingerspitzengefühl, um mit Eltern gut zusammenzukommen. Kurioserweise lernen ErzieherInnen kaum Beziehungskompetenz auf der Erwachsenenebene. Es wird mehr oder weniger vorausgesetzt, dass eine gute Fachkraft das einfach kann", betont Kobelt Neuhaus.. Im Workshop ging es um Methoden der Verständigung und des respektvollen Miteinanders. Anhand von Fallbeispielen wird diskutiert, wie schwierige Situationen gemeistert werden können, ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten. Auch ging es darum, Eltern bei ihren Erziehungsbemühungen zu unterstützen und ihre Achtung für das Kind zu stärken.

Didacta Fachmesse für Pädagogik

Interview mit Daniela Kobelt Neuhaus auf der didacta 2017.

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