Drop In(klusive) sind eine gute Investition in Familien

Das Land Hessen und die Karl Kübel Stiftung ziehen eine positive Bilanz des 2017 gestarteten Projekts "99 Drop In(klusive) in Hessen". Es soll bis Ende 2020 verlängert werden.

Impressionen von der Bilanzveranstaltung

Fotos: © Karl Kübel Stiftung

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, und Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (r.) zogen eine positive Bilanz des Landesprojekts. Moderator Dr. Jürgen Wüst führte durch die Veranstaltung. (© KKS)
An der Bilanzveranstaltung „99 Drop In(klusive) in Hessen“ nahmen Elternbegleiter*innen und Vertreter*innen der Träger aller Standorte teil. (© KKS)
Eine Frau vor zwei Roll-ups

Die Drop In(klusive) für Eltern mit Kindern bis drei Jahre werden sehr gut angenommen und spielen in ihrem Alltag eine wichtige Rolle. Das wurde bei der  Veranstaltung „99 Drop In(klusive) in Hessen“ deutlich, bei der eine Bilanz des 2017 gestarteten Landesprojekts gezogen wurde. „Die Ergebnisse der Evaluation bestätigen, dass wir mit diesem Angebot richtig liegen und Familien aus der gesamten Bevölkerung erreichen“, so Kai Klose, hessischer Sozial- und Integrationsminister.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördert seit Januar 2017 den von der Karl Kübel Stiftung entwickelten Ansatz von Willkommensorten für Familien mit Kleinkindern. Diese als Drop In(klusive) bezeichneten offenen Treffpunkte bieten Eltern aus unterschiedlichen Kulturen und allen sozialen Schichten einen Raum in ihrem Lebensumfeld, in dem sie sich kennenlernen und ihre Erfahrungen einbringen können sowie Rat und Hilfe erhalten. Die 99 Drop In(klusive) sind in allen Jugendamtsbezirken Hessens verankert und laden einmal wöchentlich Eltern mit Kleinkindern für zwei bis drei Stunden zu Kaffee, lockerem Austausch und Spiel ein. Die Treffs sind kostenfrei und unverbindlich.

Niedrigschwelligkeit der Drop In(klusive) wird als sehr positiv gewürdigt

„Gerade dieses konzeptionelle Grundgerüst der Offenheit und Niedrigschwelligkeit wird als positiv gewürdigt“, sagte Prof. Dr. Norbert Neuß von der Universität Gießen. Neuß hat das Landesprojekt evaluiert und stellte bei der Veranstaltung die wichtigsten Ergebnisse seiner Befragung vor, an der 93 Elternbegleiter*innen und 481 Besucher*innen der Drop In(klusive) teilgenommen haben. Eine so hohe Rücklaufquote von fast 50 Prozent sei sehr gut und zeige, dass sich die Befragten stark mit dem Projekt identifizierten, so Neuß. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen: Drop In(klusive) sind für die Teilnehmer*innen wichtig als Ort der Begegnung; die Vielfalt an Sprachen, Kulturen und Herkunftsländern in den Drop In(klusive) fördert Inklusion; Drop In(klusive) tragen zur positiven Entwicklung von Kindern und Erwachsenen bei und wirken präventiv. Neuß: „Letztlich zeigt die Befragung deutlich, dass die anvisierten Ziele erreicht werden und das Konzept der Karl Kübel Stiftung aufgeht.“ 

Daniela Kobelt Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, die die Idee der Drop In(klusive) vor vielen Jahren in London kennengelernt und ein entsprechendes Konzept für Deutschland entwickelt hat, freute sich über das positive Feedback. „Gerade für Alleinerziehende und neu zugezogene Familien sind die Drop In(klusive) eine ideale Anlaufstelle, um Kontakte zu knüpfen und ein Gefühl von ,Hier bin ich richtig´ aufzubauen. Durch die gegenseitige Unterstützung der Eltern entwickelt sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das Eltern und Kinder stärkt“, so Kobelt Neuhaus.

Drop In(klusive) werden stark nachgefragt und entwickeln tolle Ideen 

In verschiedenen Gesprächsrunden, an denen auch Elternbegleiter*innen und Vertreter*innen von Trägern teilnahmen, wurde deutlich, wie wichtig solche niedrigschwelligen Angebote sind. "Es gibt kaum noch das Netzwerk der Großfamilie, aber Eltern brauchen den Austausch. Den finden sie in den Drop In(klusive)", sagte Trägervertreterin Kerstin Novak aus Aßlar (Lahn-Dill-Kreis). Angesichts der großen Nachfrage wurde in Aßlar bereits ein zweites Drop In(klusive) eröffnet. Karin Plötz-Hesse vom Drop In(klusive) in Melsungen wies darauf hin, dass die Sprachvielfalt eine Herausforderung sei und sie sehr gute Erfahrungen mit gemeinsamen Singen und Tanzen machten, um Hemmschwellen abzubauen. Erreicht würden die Eltern vor allem durch persönliche Ansprache und Mund-zu-Mund-Propaganda. Dass sich die Investition in Drop In(klusive) rechnet, verdeutlichte auch Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Emerita der Universität Gießen. In ihrem Vortrag stellte sie eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf und zeigte, dass es günstiger ist, in frühen Jahren in Förderung zu investieren statt später die Folgen zu finanzieren. Meier-Gräwe: „Die Wertschöpfungspotenziale der Drop In(klusive) für die Gesellschaft sind sehr groß.“

Die Laufzeit des Landesprojektes „99 Drop In(klusive) in Hessen“, die im Dezember 2019 endet, soll angesichts der positiven Erfahrungen um ein Jahr bis Ende 2020 verlängert werden. „Wir geben den Trägern damit Gelegenheit, stabile Strukturen aufzubauen und das Projekt so zu verankern, dass es zu einem festen Bestandteil der Angebote für Familien am jeweiligen Standort wird“, sagte Minister Klose in Wiesbaden. 

 

Evaluation Drop In(klusive)

Kosten-Nutzen-Analyse Drop In(klusive)

  • Vortrag Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (1,63 MB)Download
Jede Spende hilft Jetzt spenden Initiative Transparente Zivilgesellschaft BIC HELADEF1BEN
IBAN DE41 5095 0068 0005 0500 00