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“Give people a voice!”

IFOK überreichte die Bürgeragenda zum G20-Gipfel an Bundesministerin Zypries. Sie enthielt u.a. die Wünsche des Bürgerdialog-Treffens, das die Karl Kübel Foundation India veranstaltet hatte.

Jacob Birkenhäger, IFOK, überreichte G20-Bürgeragenda an Brigitte Zypries (© IFOK).

10.07.2017. Bundeswirtschaftsministerin Zypries hat am 7. Juli die Bürgeragenda zum G20-Gipfel in Berlin entgegengenommen. Über 400 Bürgerinnen und Bürger aus acht Ländern hatten im Vorfeld in unterschiedlichen Bürgerkonferenzen ihre Wünsche und Anregungen an die Regierungschefs formuliert. Auch die Karl Kübel Foundation for Child and Family (KKF India) hatte im Vorfeld des G20-Gipfels ein solches Bürgerdialog-Treffen im indischen Coimbatore initiiert.

Die Ministerin kommentierte die Übergabe der Agenda mit den Worten: „Besonders werde ich mich für den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger einsetzen, sie in Zukunft kontinuierlicher in den G20-Prozess und die Begleitung von Handels- und Investitionsabkommen einzubinden.“

„Die Lobbygruppen sind sich zwar einig, dass die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger der Schlüssel zu einer guten, globalen Entwicklung ist, jedoch wurde die Bürgerschaft bis jetzt nicht bei der Vorbereitung des Gipfels beteiligt“ resümiert IFOK-Gründer Hans-Peter Meister. „Genau diese Einbindung der Bürgerinnen und Bürgern ist jedoch im Vorfeld des G20-Gipfels wichtig und wertvoll. Wir haben daher mit Partnern weltweit G20-Bürgerdialoge initiiert und durchgeführt. Die Bürgeragenda mit ihren klaren Botschaften und Empfehlungen ist ein Ergebnis, das uns alle weiter anspornen sollte, den Dialog fortzusetzen.

In den G20-Bürgerdialogen hat sich gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger kontinentübergreifend grundsätzlich die internationale Zusammenarbeit nicht nur begrüßen, sondern auch fordern. Gleichzeitig ist es ihnen ein Anliegen, dass die multilaterale Kooperation nationale und regionale kulturelle Besonderheiten ergänzt statt sie zu ersetzen.

Die Bürgerinnen und Bürgern sind sich auch einig, dass die Digitalisierung so gestaltet werden muss, dass alle Menschen von der digitalen Wirtschaft profitieren. Entsprechende Bildungsangebote sollten digitale Kompetenzen fördern und die Menschen dabei unterstützen, die Chancen und Risiken der Digitalisierung einschätzen und fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Des Weiteren liegt den Bürgerinnen und Bürgern eine weltweite Beschulung der Kinder am Herzen. Dies ergab auch das von der KKF India veranstaltete Bürgerdialog-Treffen. Schulbildung - so der Konsens - soll allen zugänglich und erschwinglich sein.

Auch die Themen Flucht und Migration spielten eine bedeutende Rolle für die Bürgerinnen und Bürger. Sie fordern von den G20 eine bessere Unterstützung von Kommunen und Unternehmen bei der Integration geflüchteter Menschen. Darüber hinaus wird eine bessere internationale Zusammenarbeit in der Migrationspolitik von der Bürgerschaft gefordert, um die Fluchtursachen in den betroffenen Ländern möglichst nachhaltig zu lösen und keine neuen Probleme zu schaffen.

Darüber hinaus sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger dafür aus, dass Entscheidungen, die die Wirtschafts- und Handelspolitik betreffen, mit den Nachhaltigkeitszielen der UN und dem Pariser Klimaabkommen vereinbar sein müssen. Der Schutz des Klimas liegt den Bürgerinnen und Bürgern sehr am Herzen.

“Wir sind von der großen Resonanz durch die Bürgerinnen und Bürger und der erarbeiteten Bürgeragenda mit ihren vielfältigen Inhalten begeistert.”, so Meister. “Die Bürgerdialoge haben uns darin bestärkt, dass der Input für die Regierungschefs der G20 nicht ausschließlich von einzelnen Interessensvertretern stammen soll. Die Stimme der Bürgerschaft gehört unabdingbar mit an den G20-Tisch.“ Unter dieser Prämisse haben IFOK und seine Partner beschlossen, eine Initiative für die kontinuierliche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im G20-Prozess zu starten.

Partnernetzwerk:

Mehr Informationen, die gesamte Agenda und die Ergebnisse aus allen Debatten unter www.buergernetzwerk.de

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