Einmal pro Woche kommt der Bücherbus

Seit einem Jahr versorgen zwei Bücherbusse die Menschen im südindischen Coimbatore District mit Lesestoff. Bei den Dorfbewohnern sind die mobile libraries sehr beliebt.

Unterwegs mit dem Bücherbus

© Karl Kübel Stiftung

Bücherbus im Coimbatore District (© Karl Kübel Stiftung).

Wenn der bunte Bücherbus um die Ecke biegt, freuen sich die Dorfbewohner der südindischen Teepflückersiedlung in der Region um die Stadt Valparai. Insbesondere die Kinder der Ortschaften tummeln sich sofort um den fröhlich bunt bemalten Bus, aber auch Erwachsene schauen vorbei, um zu sehen, was der Bus dieses Mal im Gepäck hat.

Die nächste Leihbücherei ist für die Kinder nicht erreichbar, da ihr Weg sie durch die weitreichenden Teeplantagen führen würde, in denen nicht selten Raubtiere lauern. Jedes Jahr kommen hier Kinder und Pflückerinnen durch Tigerangriffe ums Leben. 

Zwei solcher „mobile libraries“ betreibt die NGO Good Shepherd Health Education Centre im Auftrag der Karl Kübel Stiftung seit 2017 im Coimbatore District: einer in Valparai, der andere rund 150 Kilometer weiter nördlich in Thekkampatti. Die mobilen Büchereien sind Bestandteil eines Projektes, mit dem bis 2019 die Lebensqualität von rund 1200 Familien aus sozial benachteiligten Schichten grundlegend verbessert werden soll.

Die beiden Busse sind bis unter die Decke gefüllt mit Lesestoff. Das Angebot in Englisch und Tamil reicht von Schul- und Sprachlernbüchern über Romane, Kochbücher, Rätselhefte bis hin zu Sachbüchern. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Bereits im ersten Vierteljahr haben beide mobile libraries insgesamt über 800 Bücher ausgegeben.

Am Steuer sitzen zwei Frauen, in Indien und speziell in dieser ländlichen Region wahrlich nicht alltäglich. Aber der indischen Partnerorganisation der Karl Kübel Stiftung war es wichtig, so auch ein Zeichen zu setzen, dass Frauen das können. Die beiden Frauen fahren die Bücherbusse nicht nur, sondern sie beraten die Dorfbewohner kompetent bei der Auswahl der Bücher und informieren. Jedes Dorf, das zum Projekt gehört, wird einmal pro Woche angefahren.

„Mit den mobile libraries erreichen wir die Menschen direkt vor Ort“, erklärt Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung. „Dadurch ist es möglich, Menschen auch an abgelegenen Gegenden für das Lesen zu begeistern und sie so dazu zu bringen, sich selbst neues Wissen anzueignen. Wir freuen uns über die Begeisterung, mit der insbesondere die Kinder in den schwer zugänglichen Teepflückerdörfern das neue Angebot nutzen.“

Besonderen Wert legt Tepel darauf, dass die Busse auch nach Projektende 2019 weiterfahren können: „Jeder Nutzer der Bücherbusse zahlt eine kleine monatliche Gebühr von 20 Rupien (ca. 25 €-Cent). Uns als Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie ist es wichtig, Verbesserungen nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern.“

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