Zu Besuch bei Honigbauern im äthiopischen Hochland

Moderne Bienenkästen und eine effektive Honigproduktion haben die Existenz äthiopischer Bauernfamilien langfristig gesichert. Zwei Jahre nach Projektende sind die Ergebnisse beeindruckend.

Wandel der Honigproduktion im Hochland von Guassa

Wie neue Erntemethoden zur Ernährungssicherung beitragen

Grashaus im Hochland von Guassa (© Karl Kübel Stiftung).
Mit neuen Bienenkästen wie diesem konnte Abate aus Äthiopien seinen Ertrag verdoppeln (© Karl Kübel Stiftung).
Demerech ist froh, dass sie durch den Honigverkauf ihre Familie das ganze Jahr versorgen kann (© Karl Kübel Stiftung).
Honigverkäuferin auf dem Markt von Mehal Meda (© Karl Kübel Stiftung).
Honigwabe (© Karl Kübel Stiftung).
Vor der Umstellung auf eine effiziente Produktion war der Honig in Äthiopien häufig stark verschmutzt (© Karl Kübel Stiftung).
Bienenstock in Mateky (© Karl Kübel Stiftung).

Demerech und ihr Mann Abate aus dem Ort Mateky im Hochland von Guassa in Äthiopien leben in ihrem "Grashaus", in der lokalen Sprache Sabeth genannt, unmittelbar am Rande des Rift Valley. Hier fällt das Gelände von über 3.300 Metern um über 500 Meter steil ab. Ackerbau ist nur auf sehr kleinen terrassierten Flächen oder flacheren Bergvorsprüngen möglich. In der Vergangenheit haben der Verdienst und der Ertrag aus der kargen Ernte kaum gereicht, um die Familie zu ernähren. Das hat sich grundlegend geändert.

Seit die Karl Kübel Stiftung zwischen 2013 und 2017 zusammen mit der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft ein Entwicklungsprojekt für 660 Kleinbauernfamilien in der Region durchgeführt hat, geht es Demerech und ihrer Familie wesentlich besser. Sie hat an einem Programm zur Umstellung der Bienenhaltung und Honigproduktion teilgenommen, das Teil des Projektes war.

Die Honigproduktion hat in Äthiopien eine lange Tradition, wird aber vielfach sehr extensiv und mit einfachsten Mitteln betrieben. Die Ernte war entsprechend gering und der Honig stark verschmutzt und von minderer Qualität.

Die Stiftung hat in dem Projekt die Verbreitung moderner Bienenkästen unterstützt und gleichzeitig Schulungen der Bauern durchgeführt. Die Bienen finden hier ideale Voraussetzungen. Bedingt durch die Höhe gedeihen hier in einer völlig unbelasteten Natur vorwiegend Kräuter, die dem Honig ihren eigenen Geschmack verleihen. "Wir haben selbst den Honig direkt aus der Wabe gegessen, ein unvergleichlicher Geschmack", erzählt Ralf Tepel, Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung.

Heute, fast zwei Jahre nachdem das Projekt beendet wurde, sind die Ergebnisse beeindruckend. Stolz erzählen Demerech und ihr Mann, dass mit den neuen Bienenkästen die Produktion von sechs Kilogramm Honig pro Monat und Kasten auf das Doppelte gesteigert werden konnte. Zudem ist der Honig von deutlich höherer Qualität, so dass sich damit jetzt wesentliche bessere Preise erzielen lassen. Zwischen 180 und 200 Birr bekommt die Familie pro Kilogramm Honig, das sind umgerechnet etwa 70 Euro pro Monat und Bienenkiste.

Die Familie bewirtschaftet mittlerweile fünf Bienenkisten. Auch wenn die Haupthonigernte hier im Hochland auf vier bis fünf Monate beschränkt ist, kann die Familie  in dieser Zeit genug Honig ernten, um die Familien das ganze Jahr über zu versorgen. Alle vier Kinder der Familie gehen zu Schule. Demerch: „Aus den überschüssigen Einkünften aus dem Honigverkauf haben wir Geflügel und Ziegen gekauft, die wir teilweise aufgezogen und wiederverkauft haben, ein gutes Geschäft!“

Auch für Abate ist die Bienenhaltung ein Segen, denn die karge Landwirtschaft betreibt er nur noch nebenbei. „Die Honigproduktion ist heute unser Hauptverdienst."

Jede Spende hilft Jetzt spenden Initiative Transparente Zivilgesellschaft BIC HELADEF1BEN
IBAN DE41 5095 0068 0005 0500 00