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Indien: Ernährung sichern - Zukunft schaffen

Ernährungssicherheit bedeutet, dass Menschen zu jeder Zeit ausreichend mit Lebensmitteln versorgt sind, um ein gesundes und aktives Leben zu führen. Dieses Ziel ist für einen erheblichen Teil der Bevölkerung in Indien nach wie vor nicht erreicht.

Der Einsatz von verschiedenen Pflanzensorten sorgt dafür, dass Menschen in Indien nicht nur satt, sondern auch mit genug Nährstoffen versorgt werden.

Indien ist ein Land des Wachstums. Es hat unbestreitbare Fortschritte gemacht. Und dennoch ist es ein Land mit einer hohen Zahl von unterernährten und armen Menschen. Laut Welthungerindex 2016 sind knapp 40 Prozent der Kinder unter fünf Jahren chronisch mangelernährt, mit allen negativen Folgen für ihre Gesundheit und ihre weitere Entwicklung.

Es sind gerade die kleinbäuerlichen Familien, die es selten schaffen, sich und ihre Kinder ausreichend und gesund zu ernähren. Die Gesundheit ist zusätzlich gefährdet, wenn die Menschen keinen adäquaten Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen haben. Auch Gesundheitsdienstleistungen können sich arme Familien kaum leisten. Jede Krankheit wird dann schnell zur finanziellen Katastrophe. 

Wer arm geboren wird, hat kaum eine Chance

Die indische Regierung will über ein nationales Ernährungsgesetz verbilligte Nahrung verteilen. Das ist jedoch keine nachhaltige Lösung. Zudem bleiben die Fragen offen: Erhalten die von Armut am stärksten betroffenen Menschen tatsächlich verbilligte Nahrung? Und können sie sich selbst diese leisten? Das Problem ist, dass es Indien nicht gelungen ist, die verheerende Ungleichheit in der Bevölkerung und damit das hohe Hungerniveau zu reduzieren. Der Personenkreis, den diese Ungleichheit betrifft, sind Menschen, die den niedrigsten Kasten des bestehenden Kastensystems angehören, viele Kleinbauern mit sehr kleinen Anbauflächen, landlose Familien, die sich als Tagelöhner verdingen und deren Bildungsniveau und Chance auf bessere Bildung für ihre Kinder sehr gering sind. Derzeit zeigt sich eindrücklich: Der wirtschaftliche Fortschritt geht an diesen Menschen vorbei. Wer arm geboren wird, hat ohne nachhaltige Interventionen von außen kaum eine Chance, demselben Schicksal wie das seiner Eltern zu entfliehen. Hier setzt die Karl Kübel Stiftung mit ihrer Projektarbeit in Indien an. Nur durch Aufklärung und Bildung in allen Bereichen erhalten die Menschen die Möglichkeit, ihr Leben zukünftig selbst zu bestimmen. 

Ansatz der Karl Kübel Stiftung

Gemeinsam mit lokalen Projektpartnern versucht die die Karl Kübel Stiftung seit vielen Jahren, die Menschen in ländlichen Regionen wirtschaftlich zu stärken. Damit dies umfassend gelingt, ist der Projektansatz breit aufgestellt: Einerseits werden in Frauenselbsthilfegruppen gezielt Themen der vor- und nachgeburtlichen Versorgung von Frauen und Kindern angesprochen. Andererseits konzentriert sich die Arbeit darauf, kleinbäuerliche Betriebe zu unterstützen, so dass diese gewinnbringend für den lokalen Markt produzieren können. Landwirtschaftliche Beratung, die Entwicklung Standort angepasster Nutzungssysteme (Diversifizierung), die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen (Watershed Management) sowie die Unterstützung bei der Weiterverarbeitung und Vermarktung sind weitere wesentliche Projektaktivitäten.

Die Stiftung achtet sehr darauf, dass zusätzliche Einkommen durch erhöhte Produktion und verbreiterte Produktpaletten in den Dörfern und Familien bleiben. Investitionen in Bildung, insbesondere für Frauen und Mädchen, in Gesundheit und Nahrungsmittel sind weitere wichtige Kriterien, um nachhaltige Veränderungen und wirtschaftliche Stabilität zu fördern. Bildung bedeutet mehr Selbstbestimmung, eine bessere Versorgung von Müttern und Kindern und weniger Kinder- und Säuglingssterblichkeit.

Gemeinsam mit lokalen Projektpartnern fördert und begleitet die Karl Kübel Stiftung kleinbäuerliche Familien in verschiedenen armen Regionen Indiens, u.a. auch in dem Distrikt Latehar.

Zielgruppe dieses Projekts sind rund 820 indigene Kleinbauernfamilien, das sind 4000 Personen, aus elf Dörfern im indischen Latehar Distrikt. Aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen, länger anhaltender Trockenheit und des Verlusts der agrobiologischen Vielfalt erwirtschaften die Kleinbauern auf ihren kleinen landwirtschaftlichen Flächen unter 1 Hektar derzeit ein sehr niedriges Einkommen. Alle betroffenen Familien leben unterhalb der Armutsgrenze. Bedingt durch ihre schlechte wirtschaftliche Situation sind die am Projekt beteiligten Familien gegenwärtig nicht in der Lage, ihre Grundbedürfnisse hinsichtlich Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnraum und Einkommen ausreichend zu befriedigen.

Das Projekt ist im Bundesstaat Jharkhand angesiedelt, der zu den ärmsten Indiens zählt. Das Entwicklungsniveau liegt weit unter dem indischen Durchschnitt. 60 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die landwirtschaftliche Anbaufläche verringerte sich zwischen 1996 und 2006 um 34 Prozent. Vor allem sind  Ureinwohner betroffen, die in einigen Gebieten den Großteil der Bevölkerung ausmachen. Viele Indigene können nicht lesen und schreiben, Schulbildung ist für sie unerschwinglich. Die Nutzung des Waldes und die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die ihre traditionelle Wirtschaftsbasis darstellen, können die Menschen nicht mehr ernähren. Die Zerstörung natürlicher Ressourcen, Klimaschwankungen und -wandel und zusätzliche ausbeuterische Produktionsverhältnisse verhindern, dass sie alleine von ihrem Land leben können.

Das Projekt hat das Ziel, die kleinbäuerlichen Familien in die Lage zu versetzen, ihr Land ressourcenschonend mit angepassten, nachhaltigen und ökologischen Methoden zu bewirtschaften, damit sie durch bessere, stabilere Ernteerträge ihr Haushaltseinkommen erhöhen und ihre Familien ganzjährig gesund ernähren können.

Gezielte Maßnahmen führen zum Erfolg

Dazu wurden zwei Kleinstaudämme mit Rückhaltebecken und Hebepumpensystem sowie vier Bewässerungsteiche mit Hebepumpensystem gebaut und in Betrieb genommen. Mit diesen Wassersammelbecken können die Kleinbauern nun bei Regenausfällen ihre Felder bewässern und die Früchte bis zur Ernte durchbringen. Ohne sie müssten die Bauern häufig mit großen Ernteausfällen rechnen. Nun ist es sogar in der Trockenzeit möglich, auf einigen Flächen eine zweite Ernte zu erwirtschaften. Die Familien werden in allen Phasen der Umsetzung vom lokalen Partner beraten, begleitet und geschult. Das Projekt läuft seit eineinhalb Jahren.

In drei Dörfern konnten mittlerweile 230 Bauern ihre Felder auf insgesamt 165 Hektar bewässern und eine zweite Ernte einbringen. Der monetäre Gewinn lässt sich bereits auf etwa 160 Euro Mehrverdienst pro Jahr und Kleinbauer berechnen. Das bedeutet eine Steigerung von etwa 25 Prozent und zeigt, dass der Ansatz der richtige ist: Durch Aufklärung und Weiterbildung der Kleinbauern in angepasster nachhaltiger Landbewirtschaftung ist ihr Haushaltseinkommen deutlich gestiegen und die gesunde Ernährung der Familien gewährleistet. Die Kinder müssen nicht mehr mithelfen, um zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften. Sie können in die Schule gehen und damit die Chance auf eine Zukunft ohne Armut nutzen.

Helfen Sie den Menschen in Indien auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Jede Spende zählt!

Kleinbauern werden geschult
Bau eines Bewässerungsteiches
Bewässerungssystem im Dorf Rehidya
Zum Teil konnten die Bauern sogar eine zweite Ernte einbringen.

Ihr Ansprechpartner

Thomas Westermann
Darmstädter Straße 100
64625 Bensheim
Tel.: 06251 / 7005 60
E-Mail: t.westermann(at)kkstiftung.de

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