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Ein Haus für Nepal

Auch mehr als anderthalb Jahre nach den schweren Erdbeben in Nepal 2015 sind die Spuren der Zerstörung noch weithin sichtbar.

Kinder in Nepal

Das "Haus für Nepal" als Symbol für den Wiederaufbau in dem von den Erdbeben zerstörten Land

Der Wiederaufbau geht in die zweite Phase

Die Erdbeben gelten als die tödlichste Katastrophe in der Geschichte des Landes. Es starben knapp 8.800 Menschen, rund 22.300 wurden verletzt. Die sofortige Hilfe der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie konzentrierte sich auf den westlich von Kathmandu gelegenen Distrikt Dhading. Dhading gehört zu den am stärksten von den Erdbeben betroffenen Distrikten.

Die erste Aufbauphase ist, auch dank der Unterstützung zahlreicher Freunde und Förderer, inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Zunächst konzentrierte sich die Förderung auf den Wiederbau der Schulen. Für die Kinder sollte ein Stück „Normalität“ so schnell wie möglich zurückkehren. Inzwischen konnten 24 voll ausgestattete Klassenräume an neun Schulen wieder aufgebaut werden, auch dank eines Eigenbeitrages der lokalen Bevölkerung. Alle Gebäude sind in erdbebensicherer Bauweise errichtet. 2.150 Schulkinder können nun wieder regelmäßig zur Schule gehen.

Die Räume werden auch für andere Gemeindeveranstaltungen genutzt. Davon profitieren insgesamt 3.650 Haushalte. Für viele Menschen ist der erste Schritt in ein neues Leben also gemacht.

Doch noch leben Zehntausende Familien in Notunterkünften, und sie haben wenige Möglichkeiten, sich selbst zu versorgen. In einer zweiten Förderphase wird die Karl Kübel Stiftung deshalb die Familien im Dorf Gauthale, ebenfalls im Distrikt Dhading, dabei unterstützen ihre Häuser wieder aufzubauen. Beim Bau von 110 Häusern werden die Menschen aktiv mitwirken. Dafür erhalten sie begleitend Schulungen im Maurer- und Schreinerhandwerk. Mit den neu erlernten Fähigkeiten können sie zukünftig auch als Maurer oder Schreiner zum Unterhalt ihrer Familien beitragen und so ihre wirtschaftliche Situation nachhaltig stabilisieren.

Der Wiederaufbau der Landwirtschaft wird ebenfalls durch Schulungen, den Aufbau einer Saatgutbank, Teilkredite für die Beschaffung von Ziegen (zur Fleischproduktion) und zur Anlage von Kompostgruben und Küchengärten unterstützt. Neue Bewässerungsanlagen und sogenannte „Demonstrationsfelder“, auf denen der Anbau neuer, angepasster Nutzpflanzen gezeigt wird, runden das Programm ab.

Durch dieses auf drei Jahre geplante Maßnahmenbündel sollen die Familien befähigt werden, ein dauerhaftes Einkommen aus der Landwirtschaft und ihren handwerklichen Tätigkeiten zu beziehen.

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