Eine Erfolgsgeschichte aus Indien
Im Rahmen eines Projekts der Karl Kübel Stiftung wurde vor sieben Jahren im Dorf Baratand im Bundesstaat Jharkhand im Nordosten Indiens ein mit Pumpen betriebenes Bewässerungssystem errichtet. Dieses ist inzwischen erfolgreich in die Hände der Dorfbevölkerung übergegangen, wird von ihnen gewartet und genutzt: Bis zu 32 Hektar Felder können seit dem für den Anbau von zum Beispiel Getreide, Senf, Kartoffeln und Gemüse bewässert werden.
Als Konsequenz des Klimawandels ging jedoch im Bundesstaat Jharkhand in den letzten Jahren der Niederschlag rapide zurück, was vor allem in der Trockenzeit zu einem temporären Austrocknen der - für die Menschen vor Ort zur Bewässerung äußerst wichtigen - Flüsse führte.
In den letzten zwei Jahren ging die jährliche Niederschlagsmenge von 1300 mm auf 220 mm drastisch zurück. Auf diese extreme Trockenheit waren weder die Menschen vorbereitet noch das Wassersystem ausgelegt. Die geringe Verfügbarkeit von Wasser in den Pump-Brunnen betrifft die Menschen vor Ort direkt: Es kommt zu Knappheit des Wassers für den täglichen Gebrauch, und die Felder können nicht mehr ausreichend bewässert werden.
Als direkte Reaktion auf diese klimatische Veränderung engagiert sich die "Badlao-Foundation" in diesem Gebiet in enger Zusammenarbeit mit der Karl Kübel Stiftung für eine nachhaltige Nutzung der knapper werdenden Ressource Wasser.
Mehr Einkommen durch zusätzliche Ernten
In Baratand handelte die Dorfbevölkerung unverzüglich aus eigener Initiative: Gemeinsam mit der Badlao-Foundation errichteten sie 2010 einen Kleinstaudamm, welcher das Regenwasser im Flusslauf unterhalb des Brunnens staut. Das gestaute Wasser versickert hier und reichert das Grundwasser an. Nicht nur die Brunnen spenden nun wieder Wasser, sondern auch die Ländereien im nahen Umkreis des Staudamms profitieren direkt von der erhöhten Feuchtigkeit des Bodens. Hier können die Farmer sogar mit einer zweiten Ernte im Jahr rechnen.
Diese Erfolge lassen sich auf die engagierte Arbeit der Dörfer zurückführen, welche den großen Nutzen des Bewässerungssystems spüren und sich deshalb um den beschriebenen Ausbau des Systems bemüht haben. Nicht nur, dass sie auf die herrschenden Umstände reagiert haben, sie konnten sogar eine Optimierung erreichen. Diese Bereicherung lässt sich auch auf die Mitarbeiter der Badlao-Foundation zurückführen. Durch ihre Arbeit schafften sie ein Bewusstsein, bauten Strukturen auf, welche die eigenständige Bewirtschaftung des Bewässerungssystems ermöglicht. Die Familien erzielen somit seit sieben Jahren ein Einkommen durch den Verkauf der zusätzlichen Ernten und können selbstbestimmt ihren Lebensunterhalt im Dorf bestreiten.










