Kooperation von Bezirk Lichtenberg, Verein für ambulante Versorgung und Karl Kübel Stiftung
Berlin. In Berlin-Hohenschönhausen wird ein Early Excellence Centre (EEC) nach britischem Vorbild entstehen. Kooperationspartner bei diesem innovativen Vorhaben, das Kindern und ihren Eltern zugutekommen soll, sind der Verein für ambulante Versorgung Hohenschönhausen e.V. (VaV), das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin und die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie. Bezirksbürgermeisterin Christina Emmerich, Geschäftsführerin Evelyn Ulrich vom Verein für ambulante Versorgung und Vorstandsmitglied Daniela Kobelt Neuhaus von der Karl Kübel Stiftung haben kürzlich in Berlin eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Künftiger Standort des EEC wird das Familienzentrum "Grashalm" in Hohenschönhausen sein.
Anders als der Begriff nahelegen mag, haben Early Excellence Centres nichts mit Elitenförderung zu tun, sondern sind vielmehr "exzellente" Betreuungs- und Bildungsorte, an denen Familien gestärkt werden und viele Impulse erhalten. Das Konzept geht auf das "sure start"-Programm der englischen Labour-Regierung in den 1990er Jahren zurück: Kinder und ihre Eltern sollen unterstützt werden, damit sie ihre Potentiale auf dem jetzigen und künftigen Lebensweg voll entfalten können. Gleichzeitig sollen die vielen Stellen, die Dienstleistungen für Kinder und Familien erbringen, koordiniert und in ihrer Effektivität gestärkt werden.
Das Early Excellence Centre in Hohenschönhausen wird damit gleichzeitig zum Modelstandort der Karl Kübel Stiftung im Bundesland Berlin; die Stiftung möchte innerhalb der nächsten Jahre in jedem Bundesland einen Modellstandort begleiten, der nach dem early excellence-Prinzip arbeitet. Bisher engagiert sie sich damit in Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein.
Mit dem Vertragsabschluss bekennen sich die Kooperationspartner dazu, die vier Hauptziele der "early excellence"-Arbeit zu verfolgen:
1. Die Verbesserung der sozialen und emotionalen Entwicklung der Kinder, insbesondere durch die Förderung der frühen Bindung zwischen Eltern und Kind. Eine stabile Bindung ist wichtig für die Resilienzentwicklung der Kinder, d.h. für deren die psychische Widerstandsfähigkeit und ihren Selbstbehauptungswillen.
2. Die Verbesserung des Gesundheitszustands von Kleinst- und Kleinkindern durch die Unterstützung der Eltern bei der Kinderpflege und der Erziehung zur Förderung der gesunden Entwicklung.
3. Die Entwicklung von vielfältigen Aktivitäten und Dienstleistungen, die kindliches Lernen fördern; Bereitstellung eines anregenden Umfelds für Eltern und Kinder und einer qualitativ hochwertigen Betreuung.
4. Die Stärkung der Familien und Nachbarschaften durch einen Verbund von Bildungs- und Lernorten in Kooperation mit der Kommune. Diese Zielsetzung basiert auf der Erkenntnis, dass Kinder ihren wichtigsten Rückhalt in der Familie und ihrer Nachbarschaft haben.
Die Rolle der Karl Kübel Stiftung besteht innerhalb der Kooperation darin, die Entwicklung der Kindertagesstätte hin zu einem EEC konzeptionell und inhaltlich zu unterstützen; hierzu gehören etwa Fortbildungen für das Kita-Personal, die Vernetzung mit anderen EEC-Standorten in Deutschland, die Unterstützung des Standorts bei Verhandlungen mit zuständigen politischen Gremien und Behörden, die Information über den neusten Forschungs- und Diskussionsstand sowie die Einbindung in bundesweite Fachkonferenzen und Foren. Die Stiftung hilft zudem bei der Akquise von Drittmitteln und stellt zum Teil eigene Fördermittel zur Verfügung. Der VaV wiederum wird innerhalb der nächsten sechs Monate einen Maßnahmenplan entwickeln, der auf die Verwirklichung des Early Excellence Centres mit seinen vielfältigen Angeboten abzielt. Das Gemeinschaftsprojekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt; eine wissenschaftliche Begleitung der Entwicklung durch eine Universität wird angestrebt.









