Neuer Raum, neues Sortiment: Neuigkeiten aus "Schollis Schreibbude"
Kooperation der Karl Kübel Stiftung mit der Geschwister-Scholl-Schule
Das lange Warten an der Geschwister-Scholl-Schule hat sich gelohnt! Nach wichtigen Umbauten ist nun ein Raum für die sogenannte "Schollis Schreibbude" entstanden. Diese liegt, für Lehrer und Schüler leicht erreichbar, im Hauptflur der Schule - gut integriert ins Schulgebäude.
Derzeit betreiben Schülerinnen und Schüler der SchuB-Klasse 9Hc (Schule und Betrieb) den Kiosk, und sie sind stolz auf 'ihren' neuen Raum, in dem wie gehabt Schulhefte und Schreibwaren sowie T-Shirts und Sweatshirts mit Schullogo zum Verkauf stehen. Jede Woche sind vier Schülerinnen und Schüler für den Kioskdienst zuständig. Sie sorgen für die rechtzeitige Öffnung vor Pausenbeginn, übernehmen den Verkauf, die Abrechnung und Bankgeschäfte.
Neu im Sortiment sind seit Anfang des Jahres kultige Taschen aus den Philippinen, die aus einem Projekt der Karl Kübel Stiftung stammen.
Das Leben auf den Philippinen im Unterricht
Im Rahmen ihres Unterrichts haben sich Schülerinnen und Schüler über die Lebensumstände von Jugendlichen auf den Philippinen informiert. Dazu besuchte Monika Gerz, Referentin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit der Karl Kübel Stiftung, die Klasse und ihre Lehrerin Susanne Keil und stellte das Projekt vor, in dem die hippen Taschen aus alten Werbebannern produziert werden. Die Jugendlichen entschieden sich, diese Recyclingprodukte in ihre Verkaufspalette aufzunehmen. Nun kann jeder die farbenfrohen Taschen und Geldbörsen in "Schollis Schreibbude" erwerben, und die jungen Verkäufer geben ihm bereitwillig Hintergrundinformationen zum Projekt.
Das Projekt: sein Ursprung und sein Ziel
Die Karl Kübel Stiftung hatte vor einigen Jahren im philippinischen Cebu City - gemeinsam mit ihrem Partner vor Ort, den Steyler Missionaren - ein Projekt für 250 auf dem und vom Müll lebenden Familien gefördert. Vorrangig ging es darum, den Schulbesuch der Kinder sicherzustellen, eine Basisgesundheitsvorsorge für die Familien einzurichten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Für die Nachhaltigkeit des Vorhabens war es zentrales Anliegen, den Familien langfristig eine ökonomische Perspektive zu geben.
Im Laufe der Zeit entwickelten Familien aus dem Projekt die Geschäftsidee, aus gebrauchten Werbebannern farbenfrohe Accessoires herzustellen. Das erwies sich als äußerst erfolgreicher Einfall. Eine Frauenkooperative näht nun aus den gereinigten und vorsortierten robusten Folien in Handarbeit ansprechende und funktionale Laptop-, Handtaschen und Geldbörsen - jede von ihnen ist ein Unikat. Die Taschen haben raffinierte Innen- und Außentaschen und sind zu 100 Prozent regenbeständig.
In den philippinischen Großstädten hängen viele große Werbebanner, die den Städten ihr unverkennbares Gesicht geben. Das Material, aus denen diese kurzzeitig eingesetzten Banner gefertigt sind, ist eine stabile Folie, die nach dem Gebrauch in den Müll wandert.
Der Erlös aus dem Verkauf kommt größtenteils den in der Nähereikooperative beschäftigten Frauen zugute; ein Teil des Geldes geht auch an das Projekt für Straßenkinder in Cebu City, in dem sich seit vielen Jahren der Steyler Missionar und Partner der Karl Kübel Stiftung Pater Heinz Kulücke engagiert.
Infos SchuB-Klasse
Die Schülerfirma "Schollis Schreibbude" an der Geschwister-Scholl-Schule existiert seit Februar 2008. Die Idee wurde in der Orientierungsphase der damaligen 8Hc, einer Hauptschulklasse, kreiert. Eine SchuB-Klasse (Schule und Betrieb) zeichnet sich durch eine andere Organisationsstruktur als eine "normale" Hauptschulklasse aus. Die Schülerinnen und Schüler dieser Klassen besuchen die Schule an drei Tagen in der Woche, die anderen beiden Tage verbringen sie in Praktikumsstellen, die sie sich selbst gesucht haben. Es lag nah, eine solche Schülerfirma an das SchuB-Konzept zu binden, da diese Jugendlichen einen intensiveren Bezug zum Arbeitsleben besitzen als Schüler aus anderen Organisationsstrukturen.
Die ursprüngliche Verkaufsstelle wurde von Schülern der damaligen 8Hc renoviert und befand sich im Westhof, nicht direkt im Schulgebäude. Anfangs konnte aufgrund der zwei Praxistage "Schollis Schreibbude" nur an drei Tagen in der Woche geöffnet werden. Das Team wurde durch Schüler weiterer SchuB-Klassen aufgestockt, so dass der Verkauf nun an allen Schultagen in den großen Pausen stattfindet.









